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Helsinki stimmt für Werbeverbot für fossile Energien – Umsetzung erst in 10 Jahren

Aufnahme des Doms von Helsinki.
Aufnahme des Doms von Helsinki. -  Copyright  Jaakko Kemppainen via Unsplash.
Copyright Jaakko Kemppainen via Unsplash.
Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am
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„Städte können nicht glaubwürdig Emissionen senken und zugleich auf ihren Werbeflächen mehr Flüge und mehr Verbrauch fossiler Energie bewerben.“

Helsinki ist die jüngste europäische Stadt, die für ein Verbot von Werbung für fossile Brennstoffe und andere klimabelastende Produkte und Dienstleistungen stimmt.

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Den wegweisenden Vorschlag brachte Stadtrat Isaac Jyväsjärvi gemeinsam mit 27 weiteren Ratsmitgliedern in den Stadtrat ein. Zuvor hatte es bereits Versuche gegeben, die Außenwerbung von „carbon-intensiven Industrien“ zu begrenzen, die 2021 an Fahrt gewannen, aber keine Mehrheit fanden.

Der genaue Umfang der Einschränkung soll vor Beginn der nächsten Werbevertragsperiode festgelegt werden. Klimaschützer hoffen, dass eines Tages keine Plakate mehr für Branchen wie Luftfahrt, Schifffahrt, Tourismus und Bauwirtschaft sowie für fossile Energieträger werben.

Die bestehenden Werbeverträge der Stadt laufen bis 2035. Deshalb könnte es fast zehn Jahre dauern, bis das Verbot vollständig greift. Helsinki prüft nun, welche rechtlichen Möglichkeiten es für Beschränkungen verschiedener Werbeformen gibt und welche Folgen ein solches Verbot für Umwelt, Stadtkasse und die Medienlandschaft hätte.

Helsinki beschließt Verbot für Werbung fossiler Energien

„Städte können nicht weiter an der Senkung ihrer Emissionen arbeiten und gleichzeitig zulassen, dass ihre eigenen Werbeflächen zu mehr Flugverkehr und mehr Verbrauch fossiler Brennstoffe animieren“, sagt Niklas Kaskeala, Klimakampagnenleiter aus Helsinki und Vorstandsmitglied von Protect Our Winters Finland (Quelle auf Englisch).

„Der Beschluss von Helsinki lässt diese Anzeigen nicht über Nacht verschwinden, er zieht aber eine wichtige Grenze – und jede Stadt, die so vorgeht, macht es anderen leichter, nachzuziehen.“

Auch Anna Jonsonn, Mitgründerin der NGO New Weather Sweden, begrüßt das Verbot und sagt: „Es ist Zeit, keine Werbung mehr für jene Branchen zu machen, die die Klimakrise weiter anheizen.“

Sie fügt hinzu: „Mit dieser Entscheidung wird Helsinki nach Stockholm zur zweiten nordischen Hauptstadt, die ein solches Verbot auf den Weg bringt. Ein Verbot für Werbung fossiler Energien ist keine Frage des Ob, sondern des Wann.“

Europa: Neue Ära grüner Werbung

Der Stadtrat von Helsinki verwies bei der Debatte ausdrücklich auf andere europäische Städte, die Werbung für fossile Energien bereits einschränken.

Amsterdam hat zu Jahresbeginn seine Straßen von Plakaten für Fleischprodukte und fossile Brennstoffe befreit. Die Maßnahme ist Teil des Ziels, bis 2050 klimaneutral zu werden und den Fleischkonsum im gleichen Zeitraum zu halbieren.

„Die Entscheidung, Werbung für fossile Energien zu verbieten, kommt in einem entscheidenden Moment im Kampf gegen den Klimawandel“, sagte Femke Sleegers, Koordinatorin der Initiative Reclame Fossielvrij (Fossil Free Advertising), als der Vorstoß erstmals 2020 vorgestellt wurde.

„Werbung, die fossile Energien als etwas Normales darstellt, verschärft die Klimakrise und hat keinen Platz in einer Stadt – oder einem Land –, das sich an das Pariser Klimaabkommen hält.“

Im Vereinigten Königreich hat Bristol kürzlich als erste britische Stadt ein Werbeverbot für Fast Fashion, SUVs, Fluggesellschaften, Kreuzfahrten und fossile Energien auf allen stadteigenen Flächen eingeführt.

Seit dem Sommer 2026 gilt in Stockholm zudem ein Verbot für Werbung fossiler Energien auf städtischen Plakatflächen und in öffentlichen Räumen.

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