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Inflation und hohe Zinsen: Wie Sie jetzt klug mit Geld umgehen

Ein Mann zählt sein Geld auf einem zentralen Lebensmittelmarkt in Athen am Samstag, dem elf. Februar 2017
Ein Mann zählt sein Geld auf einem zentralen Lebensmittelmarkt in Athen, Samstag, dem elften Februar 2017 -  Copyright  AP Photo
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Von Symela Touchtidou
Zuerst veröffentlicht am
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Sorgfältige Ausgabenplanung, geringere Kreditkosten, gesicherte Liquidität und Absicherung: Experten erklären Euronews, wie Haushalte und Firmen mit Inflation und hohen Zinsen umgehen.

Jetzt eine größere Anschaffung wagen oder lieber noch warten? Ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um ein Unternehmen zu gründen? Wie entwickeln sich die Zinsen und wie stark können die Lebenshaltungskosten noch steigen?

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Für Millionen Europäer sind solche Entscheidungen schwieriger geworden: Steigende Lebenshaltungskosten, schwankende Energiepreise und höhere Kreditkosten machen es zunehmend schwer, die kommenden Monate zu planen. Dabei geht es nicht nur um die bereits gestiegenen Preise.

Vielen Verbrauchern fällt es auch schwer einzuschätzen, wie sich die wirtschaftliche Lage weiterentwickeln wird. Am Rande des sechsten HAT International Treasury Summit, den die Hellenic Association of Treasurers in Athen veranstaltete, sprach Euronews mit Fachleuten aus dem Finanzrisikomanagement über die Möglichkeiten, die Verbraucher und Unternehmen derzeit haben.

Abwarten oder handeln?

Janet Legge, stellvertretende Geschäftsführerin der britischen Association of Corporate Treasurers, hält die weitverbreitete Vorsicht für verständlich, solange die internationalen Entwicklungen so schwer vorhersehbar sind. Auf die Frage, was sie Menschen raten würde, die über eine Unternehmensgründung oder eine größere Anschaffung nachdenken, sagte sie, dass die ständigen Veränderungen solche Entscheidungen besonders schwierig machten.

"Ich denke, wir sollten die Entwicklungen eine Weile beobachten und in dieser Zeit eher vorsichtig sein", sagte sie. Für Haushalte bedeutet das zunächst, sich einige grundlegende Fragen zu stellen: Wie notwendig ist die geplante Ausgabe wirklich? Lässt sie sich finanzieren, ohne die eigenen Ersparnisse vollständig aufzubrauchen? Ist dafür ein Kredit nötig – und wenn ja, in welchem Verhältnis steht die monatliche Belastung zum Einkommen?

Außerdem sollten Verbraucher überlegen, was passiert, wenn ihr Einkommen vorübergehend sinkt oder ihre festen Ausgaben steigen, wie es in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen ist.

Zinsen: Prognosen bleiben schwierig

Die Zinsentwicklung gehört zu den größten Unsicherheitsfaktoren, vor allem für Menschen, die bereits einen Kredit haben oder einen neuen aufnehmen möchten. Janet Legge erinnerte daran, dass es im Vereinigten Königreich zwar Hoffnungen auf sinkende Zinsen gebe, die vergangenen Jahre aber gezeigt hätten, wie schnell sich Prognosen ändern können.

"Seit Jahren hören wir, dass die Zinsen bald sinken sollen – und dann steigen sie doch wieder", sagte sie. Ihrer Einschätzung nach könnten solche Schwankungen zur neuen Normalität werden. "Die Zinsen werden steigen und wieder fallen, und wir müssen uns darauf einstellen", so Legge.

Für Kreditnehmende kommt es vor allem darauf an, die Bedingungen ihres Kredits genau zu kennen: Ist der Zinssatz fest oder variabel? Wann wird er angepasst? Und wie stark könnte sich dadurch die monatliche Rate verändern?

Familienbudget schützen: Was jetzt hilft

Gilles Bonn-Long, Experte für Unternehmensliquidität, führt den Druck auf die Lebenshaltungskosten auf die internationalen geopolitischen Entwicklungen zurück.

Im Gespräch mit Euronews zeigte er sich für die kurzfristige Entwicklung der Lebenshaltungskosten pessimistisch und rechnet damit, dass der Druck anhalten kann.

Sein Tipp an Verbraucher ist demnach ein "sorgfältiges Ausgabenmanagement". Das bedeutet, die monatlichen Ausgaben systematischer zu verfolgen und Einkäufe besser zu planen. Sinnvoll ist es außerdem, unvermeidbare Fixkosten wie Wohnen und Energie von Ausgaben zu trennen, die sich leichter anpassen lassen.

Unternehmen: Welche Spielräume sie haben

Für Unternehmen endet die Unsicherheit nicht bei den Verkaufspreisen. Sie betrifft auch die Finanzierungskosten, die Beschaffung von Rohstoffen und die Möglichkeit, künftige Investitionen zu planen.

Bonn-Long betonte die Bedeutung von Strategien zur Absicherung von Risiken, den sogenannten Hedging-Instrumenten. "Aus Unternehmenssicht ist es wichtig, klare Hedging-Politiken zu haben, um die Risiken steigender variabler Zinsen zu begrenzen", erläuterte er. Als Beispiele nannte er Instrumente wie Zinsswaps und vergleichbare Strategien zur Absicherung gegen Preisschwankungen bei Rohstoffen.

Etwas optimistischer blickt Ralf Kesten von der deutschen Firma cflox, die sich auf das Management von Working Capital spezialisiert, in die Zukunft.

Wie er im Gespräch mit Euronews erklärte, haben höhere Zinsen und die Krisen der vergangenen Jahre die Betriebskosten der Unternehmen erhöht und ihre Liquidität belastet. Zugleich sieht er heute mehr verfügbare Lösungen, um diese Herausforderungen zu bewältigen. "Wir sehen zwar steigende Preise, aber es gibt auch Instrumente, die Unternehmen unterstützen und verhindern können, dass Verbraucherinnen und Verbraucher übermäßig belastet werden", sagte Kesten.

Neue Normalität verlangt Anpassung

In einem Punkt sind sich die Fachleute einig: Unsicherheit verlangt Vorbereitung.

Für Verbraucher bedeutet das, ihre finanzielle Lage besser zu überblicken und bei neuen Verpflichtungen genauer hinzuschauen. Für Unternehmen heißt es, Risiken rechtzeitig zu erkennen und Wege zu planen, wie sie damit umgehen.

Die wichtigste Frage formulierte Janet Legge: Wie lange können wir warten, bis wir uns bei der nächsten Entscheidung wirklich sicher fühlen?

In einer Zeit, in der sich die Rahmenbedingungen ständig ändern, ist die Antwort nach ihren Worten weder hektisches Handeln noch das Aufschieben aller Entscheidungen. Entscheidend ist die Fähigkeit, mit guter Information, realistischer Planung und genügend Spielraum für Anpassungen zu entscheiden, wenn sich die Lage verändert.

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