Finden Sie uns
Werbung

Ausgangssperren und Polizeioffensive: Das plant Paris nach Gewalt und Plünderungen in Frankreich

Paris, Samstag, 17. Oktober 2026: Polizei gerät bei Protest gegen steigende Lebenshaltungskosten mit Demonstrierenden aneinander, Studierende schließen sich an.
In Paris geraten Polizisten Samstag, 17. Oktober 2026, bei einer Demonstration gegen steigende Lebenshaltungskosten und studentische Anliegen mit Protestierenden aneinander. -  Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Copyright Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Von Nathan Rennolds
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Frankreichs Regierungschef Lecornu kündigte an, dass 200 Ermittler Videomaterial auswerten, um in der Region Paris die Täter der gewaltsamen Protesten mit Plünderungen zu finden.

Der französische Premierminister Sébastien Lecornu hat am Montag eine „massive“ Polizeioperation angekündigt, nachdem es am Wochenende landesweit zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen gekommen war.

WERBUNG
WERBUNG

Große Proteste gegen die gestiegenen Lebenshaltungskosten waren am Samstag zunächst friedlich verlaufen. Doch dann lieferten sich Randalierer in mehreren Städten heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Gebäude und Fahrzeuge wurden in Brand gesetzt, Maskierte zerstörten Schaufenster und plünderten Geschäfte.

Auch am Sonntag hielt die Unruhe in Paris an. Vermummte Jugendliche errichteten Barrikaden, die Polizei drängte die Menschenmenge zurück und setzte Tränengas ein, berichtete eine Euronews-Journalistin vor Ort.

Systematische strafrechtliche Verfolgung

„Wir haben mehrere Entscheidungen getroffen“, sagte Lecornu am Montag vor Journalistinnen und Journalisten. „Die erste ist selbstverständlich eine besonders deutliche, groß angelegte Antwort der Strafjustiz.“

„Die zweite Welle rechtlicher Schritte wird gezielter und systematischer erfolgen“, fügte er hinzu. In sozialen Netzwerken kursierende Videos zeigen nach seinen Angaben zahlreiche mutmaßliche Plünderer, die ihr Gesicht nicht verdeckt hatten.

„Deshalb läuft ab heute eine sehr umfangreiche, massive Polizeiaktion an“, sagte Lecornu.

Nach seinen Angaben werden fast 200 Ermittlerinnen und Ermittler der Pariser Polizei Bild- und Videomaterial vom Wochenende auswerten, um Verdächtige zu identifizieren.

Der Pariser Polizeipräfekt kündigte am Montag eine spezielle Einsatzgruppe an, die sämtliches verfügbares Material aus Videoüberwachung, Sicherheitskameras von Geschäften und aus sozialen Medien prüfen soll.

Ein Auto brennt auf dem Platz der République während einer Protestkundgebung gegen steigende Lebenshaltungskosten und zur Unterstützung der Forderungen von Studierenden in Paris, Samstag, 17. Oktober 2026.
Ein Auto brennt auf dem Platz der République während einer Protestkundgebung gegen steigende Lebenshaltungskosten und zur Unterstützung der Forderungen von Studierenden in Paris, Samstag, 17. Oktober 2026. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Lokal begrenzte Ausgangssperren

Nach Angaben der Behörden wurden am Wochenende in Frankreich Hunderte Polizistinnen und Polizisten, Gendarmen und Feuerwehrleute verletzt. Rund 2.400 Menschen wurden festgenommen.

Lecornu erklärte, er habe die Präfekturen zudem gebeten, für Montagabend „lokal begrenzte, teilweise Ausgangssperren“ zu verhängen, um weitere Ausschreitungen und Plünderungen zu verhindern.

Die Ankündigung folgte auf Äußerungen von Innenminister Laurent Nuñez, der eingeräumt hatte, dass die Polizei in einigen Städten „die Kontrolle verloren“ habe.

Präsident Emmanuel Macron warnte, die Verantwortlichen für die Zerstörung müssten für ihre Taten bezahlen.

„Wer geplündert hat, muss den Schaden ersetzen; wer versucht hat, die Republik zu Fall zu bringen, wird zur Rechenschaft gezogen“, sagte er am Sonntagabend in einer Fernsehansprache an die Nation.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Frankreich ringt mit den Folgen eines Gewaltwochenendes

Nach Krawallen in Frankreich: Macron lehnt Rücktritt des Innenministers ab

EU plant März-Gipfel in Rom, Italien erwägt Neuwahl