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Protestwelle in Frankreich: Kurzfristige Auflagen schüren Spannungen

Eine Frau geht an einem verbarrikadierten Laden vorbei, am Vorabend einer Demo gegen steigende Lebenshaltungskosten in Paris, Freitag, 23. Oktober 2026.
Eine Frau geht an einem verbarrikadierten Laden vorbei. Am Vorabend einer Protestkundgebung gegen steigende Lebenshaltungskosten in Paris, Freitag, 23. Oktober 2026. -  Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Valérie Gauriat
Zuerst veröffentlicht am
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Frankreich stellt sich auf einen weiteren Tag landesweiter Proteste ein. Versuche der Regierung, neue Gewalt zu verhindern, stoßen teils auf Kritik.

Frankreich stellt sich auf einen weiteren landesweiten Protesttag am Samstag ein. Die Spannungen steigen, nachdem die Behörden in Paris eine bereits genehmigte Demoroute wieder zurückgenommen haben und die Gewerkschaften nun juristisch dagegen vorgehen.

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Der Protestmarsch sollte ursprünglich zwischen dem symbolträchtigen Place de la Bastille und Nation verlaufen. Am Freitagabend legte die Polizeipräfektur jedoch kurzfristig eine Ausweichstrecke über die äußeren Boulevards im Südosten von Paris fest und verwies auf das Risiko neuer Gewaltausbrüche.

Die Organisatoren warnen, die neue Route sei schwerer zu sichern und berge zusätzliche Gefahren für die öffentliche Ordnung. Sie kündigten an, an ihrem ursprünglichen Konzept festzuhalten.

Der Streit folgt auf ein Wochenende, an dem massive Gewalt und Plünderungen in mehreren französischen Städten die Polizei überfordert haben.

Nach Angaben der Behörden wurden am 17. Oktober landesweit mehr als 3.000 Geschäfte beschädigt oder geplündert, obwohl damals 60.000 Polizisten und Gendarmen im Einsatz waren.

Innenminister Laurent Nuñez kündigte an, an diesem Samstag 70.000 Einsatzkräfte zu mobilisieren. Unterstützt werden sollen sie von Spezialkommandos, gepanzerten Fahrzeugen und Wasserwerfern.

Trotz des Umfangs ist eine solche Sicherheitslage für Frankreich nicht außergewöhnlich.

Sie ähnelt dem Sicherheitsaufgebot vom 14. Juli dieses Jahres, als der Nationalfeiertag mit dem WM-Halbfinale gegen Spanien zusammenfiel.

Bei der größten Mobilisierung der „Bloquons tout“-Bewegung im September 2025 setzte der Staat rund 80.000 Kräfte ein. Auf dem Höhepunkt der Gelbwesten-Proteste, am 8. Dezember 2018, mobilisierte die Regierung sogar 89.000 Polizisten und Gendarmen im ganzen Land.

Für Paris rechnet ein Lagebericht der Polizeidienste, der der Zeitung Le Monde vorliegt, mit zwischen 60.000 und 120.000 Demonstrierenden am Samstag.

Le Monde berichtet zudem, die Polizei habe zwischen 300 und 600 potenziell gewaltbereite Aktivisten identifiziert.

Das Innenministerium wies die Präfekten an, Kontrollen in Bahnhöfen und auf wichtigen Verkehrsachsen zu verstärken. Sicherheitskräfte sollen Ausrüstung aufspüren, die bei Ausschreitungen eingesetzt werden könnte, und prüfen, ob die Bewegungsfreiheit von Personen mit hohem Gefährdungspotenzial eingeschränkt werden muss. Möglich sind dabei auch Sperrungen einzelner Angebote des öffentlichen Nahverkehrs.

Regierung warnt und sucht den Dialog

Parallel zur verschärften Sicherheitsstrategie gibt die Regierung mehrere Zusagen, auf die Forderungen der Protestbewegung einzugehen.

Bei einem Besuch in Limoges, dessen historisches Rathaus am vergangenen Wochenende zerstört wurde, versprach Premierminister Sébastien Lecornu neue Vorschläge für die Bildungspolitik sowie staatliche Hilfe beim Wiederaufbau.

Präsident Emmanuel Macron traf am Freitag Vertreter der weiterführenden Schulen. Nach Angaben von Teilnehmern stellte er eine grundlegende Reform des Hochschulzulassungssystems Parcoursup in Aussicht.

Studentenorganisationen fordern ein Programm über zehn Milliarden Euro zur umfassenden Erneuerung des Bildungssystems. Sie kündigten an, die Proteste fortzusetzen, bis die Regierung konkrete Reformen vorlegt.

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