Finden Sie uns
Werbung

Christa Pike schildert "Schmerz in Geist und Seele" nach fehlgeschlagener Hinrichtung

Anwälte von Christa Pike sprechen, nachdem ein Richter Tennessees Gefängnisbehörde angewiesen hat, Beweise der gescheiterten Hinrichtung in Nashville am siebten Oktober 2026 zu sichern.
Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Greta Ruffino
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Pike überlebte am 30. September zwei Dosen Pentobarbital bei einem Hinrichtungsversuch. Sie wurde 1995 zum Tode verurteilt, weil sie ihre Mitschülerin Colleen Slemmer folterte und tötete. Damals war Pike 18 Jahre alt.

Christa Pike sagte, dass sie seit ihrem Überleben einer missglückten Hinrichtung durch die Giftspritze im US-Bundesstaat Tennessee im vergangenen Monat unter ständigen Schmerzen leidet. Dennoch sei sie dankbar für die Liebe und Unterstützung, die sie erfahren habe.

WERBUNG
WERBUNG

"Seit jener Nacht gab es keinen einzigen Moment, in dem ich keine Schmerzen hatte. Mein Körper schmerzt. Meine Arme schmerzen. Meine Hände schmerzen. Mein Hals tut weh. Ich habe immer noch Schwierigkeiten zu sprechen. Und der Schmerz ist nicht nur körperlicher Natur. Es gibt auch Schmerzen in meinem Kopf und in meiner Seele", erklärte Pike in ihrer ersten öffentlichen Stellungnahme, die am Freitag von ihren Anwälten veröffentlicht wurde.

Pike diktierte die Erklärung ihrem Anwaltsteam aus dem Krankenbereich des Debra K. Johnson Rehabilitation Center, wo sie derzeit inhaftiert ist.

Sie erklärte, dass sie die Hinrichtungskammer in der Erwartung betreten habe, friedlich sterben zu können. Stattdessen sei sie allein und verwirrt in einem Krankenhausbett wieder zu sich gekommen. Die 50-Jährige fügte hinzu, dass sie sich niemals vorgestellt habe, über den ursprünglich angesetzten Hinrichtungstermin hinaus zu leben.

Anwälte fordern Umwandlung der Todesstrafe

"Ich weiß nicht, warum ich diese Nacht überlebt habe. Ich weiß nicht, was als Nächstes kommt. An manchen Tagen fällt es mir schwerer als an anderen, Hoffnung zu finden. Im Moment versuche ich, mich Schritt für Schritt zu erholen, einen Tag nach dem anderen. Und ich halte mich an der Liebe und Freundlichkeit so vieler Menschen fest, die mir gezeigt haben, dass ich nicht allein bin", sagte sie.

Pike kritisierte außerdem den Umgang mit ihrem Hinrichtungsversuch, äußerte zugleich aber Mitgefühl für die Familie ihres Opfers.

"Es schmerzt mich zutiefst, dass die Inkompetenz so viele Menschen in diese schreckliche Lage gebracht hat. Ich denke weiterhin an die Familie meines Opfers und an den furchtbaren Schmerz und Verlust, den sie ertragen musste", erklärte Pike.

Ihre Anwälte haben den Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, aufgefordert, ihre Todesstrafe in eine lebenslange Freiheitsstrafe umzuwandeln. Lee erklärte jedoch Journalisten in dieser Woche, dass er davon ausgehe, dass das Urteil bestehen bleibe, sofern die Gerichte nicht anders entschieden: "Ich vermute, dass ihre Strafe dieselbe bleiben wird wie zuvor, sofern die Gerichte nichts anderes festlegen."

Der Gouverneur hat eine Untersuchung des gescheiterten Hinrichtungsversuchs angeordnet. Zudem wurde die für dieses Jahr geplante nächste Hinrichtung durch die Giftspritze im Bundesstaat verschoben.

Nach dem gescheiterten Hinrichtungsversuch war Pike zunächst in ein Krankenhaus gebracht worden, bevor sie anschließend wieder ins Gefängnis verlegt wurde.

Weitere Quellen • AP

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Todesstrafe - Texas exekutiert wieder mit der Pentobarbital-Giftspritze

Christa Pike schildert "Schmerz in Geist und Seele" nach fehlgeschlagener Hinrichtung

Richter ordnet an: Trump muss bis 11. Dezember im BBC-Verleumdungsprozess aussagen