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Ukraine hält den Atem an: Hilfseinsatz im von Russland besetzten Oleschky startet

Die Ombudspersonen Dmytro Lubinets (Ukraine) und Jana Lantratowa (Russland) sprechen mit Medien, bevor sie am 30.10.2026 in Armiansk, Krim, Ukraine, nach Oleshky aufbrechen.
Ukrainens Ombudsmann Dmytro Lubinets und Russlands Ombudsfrau Jana Lantratowa sprechen am 30. Okt. 2026 vor der Abfahrt nach Oleschky, Armjansk, Krim, Ukraine mit Reportern. -  Copyright  Office of the Ombudsman of Ukraine via AP/Office of the Ombudsman of Ukraine
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Von Sasha Vakulina
Zuerst veröffentlicht am
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Nach Jahren unter russischer Besatzung haben Zivilisten in Oleschky erstmals die Chance auf Hilfe oder Flucht. Doch es ist unklar, ob sie Gebiete unter ukrainischer Kontrolle erreichen können.

In der von Russland besetzten ukrainischen Stadt Oleschky ist ein eine humanitäre Aktion angelaufen. Eine seltene lokale Feuerpause mit Moskau dauert inzwischen den vierten Tag. Hilfsorganisationen haben bereits die Bewohner erreicht, gleichzeitig laufen die Vorbereitungen weiter, um Zivilisten zu evakuieren. Die Stadt ist seit Beginn von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine von Russlands Truppen besetzt.

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Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinets bestätigte am Freitag, dass die Delegation sicher in der Stadt in der südlichen Region Cherson angekommen ist. Die Feuerpause hielt zu diesem Zeitpunkt seit 80 Stunden.

„We are in Oleshky! Die ukrainische Delegation hat die Stadt sicher erreicht“, meldete Lubinets.

Schon zuvor am Freitag hatte Lubinets erklärt, die ukrainische Delegation habe auf dem Weg nach Oleschky die Stadt Armiansk auf der von Russland besetzten Krim erreicht. Dort koordinierte sie die nächsten Schritte der humanitären Mission mit Russlands Menschenrechtsbeauftragter Jana Lantratowa.

Hilfe soll alle Menschen in Oleschky erreichen

Laut Lubinets haben sich Journalisten aus drei Ländern der Mission angeschlossen. Die Delegation hat die Vorbereitungen abgeschlossen, um Hilfsgüter zu den Einwohnern von Olecshky zu bringen, insbesondere zu älteren Menschen, Menschen mit Behinderungen und Personen, die nicht für sich selbst sorgen können.

„Unsere Hauptaufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass diese Hilfe jede Person erreicht, die sie braucht“, sagte Lubinets.

In von Lubinets veröffentlichtem Bildmaterial sind auch Journalisten kremlkontrollierter Medien zu sehen.

Gegen Mittag bestätigte auch David Arakhamia, der Vorsitzende der Parlamentsfraktion von Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass die humanitäre Hilfe Oleschky erreicht hat. Zudem soll Bewohnern, die evakuiert werden wollen, dabei geholfen werden.

Die Aktion steht für einen seltenen Moment direkter humanitärer Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Russland nach Jahren der Besatzung. Die Feuerpause wurde über ihre jeweiligen Menschenrechtsbeauftragten ausgehandelt und von US-First Lady Melania Trump unterstützt.

Krankenwagen und Busse stehen für Evakuierung bereit

Die heikelste Phase der Mission besteht jedoch darin, sicherzustellen, dass Zivilpersonen, die Oleschky verlassen möchten, dies sicher tun können und Gebiete erreichen, die unter ukrainischer Kontrolle stehen.

Der ukrainische Ministerpräsident Serhii Koretskyi erklärte zunächst, 527 Bewohnerinnen und Bewohner wollten in von der Ukraine kontrolliertes Gebiet reisen. Später zog er die Zahl jedoch zurück und sagte, die genaue Größe der Gruppe sei weiter unklar, da die Aktion noch laufe.

Nach Angaben von Lubinets stehen 25 Busse mit einer Gesamtkapazität von 750 Fahrgästen für die Evakuierung bereit, dazu Krankenwagen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

„Alle, die Oleschky verlassen möchten, werden die Möglichkeit erhalten, dies sicher zu tun. Gleichzeitig können diejenigen, die beschlossen haben zu bleiben, bleiben und werden alle notwendige humanitäre Unterstützung erhalten“, sagte Dmytro Lubinets.

Gleichzeitig gibt es Berichte, dass russische Truppen begonnen haben sollen, Bewohner bereits vor dem vereinbarten Termin zu evakuieren. Das wirft die Frage auf, ob die Aktion wie von beiden Seiten vereinbart abläuft.

Das Schicksal der Menschen, die Oleschky verlassen, bleibt besonders heikel. Grund sind Befürchtungen, dass Zivilpersonen in von Russland kontrolliertes Gebiet transportiert werden könnten, statt in von der ukrainischen Regierung kontrollierte Regionen zurückkehren zu dürfen.

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