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Frankfurt: Debatte um symbolische Preisübergabe an Schahsohn Reza Pahlavi

Schah-Sohn Reza Pahlavi im Juni 2025 in Paris
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Von Euronews
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Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung will am Samstag Schahsohn Reza Pahlavi ihren Freiheitspreis stellvertretend für das iranische Volk übergeben. Doch iranische Vereinigungen und deutsche Politiker kritisieren das. Zehntausende wollen am Samstag in Frankfurt dagegen protestieren.

Am Wochenende plant die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit das iranische Volk mit ihrem Freiheitspreis auszuzeichnen. Entgegennehmen soll ihn in der Frankfurter Paulskirche stellvertretend der iranische Oppositionelle und Sohn des einstigen Schahs Reza Pahlavi. Doch unter Exiliranern regt sich Protest.

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Hunderte iranische Vereinigungen aus aller Welt haben einen offenen Brief gegen die Übergabe des Preises an Pahlavi verfasst. "Als Sohn des letzten Schahs" stehe Pahlavi "in einer besonderen historischen Verantwortung. Unter der Herrschaft seines Vaters wurden Oppositionelle verfolgt, gefoltert und ermordet." Bis heute stehe eine "klare Distanzierung von den Menschenrechtsverletzungen unter der Herrschaft seines Vaters" aus, so die Behauptung.

FDP-nahe Stiftung: Pahlavi bekennt sich zu Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie

Auf eine Anfrage von Euronews, wie die Friedrich-Naumann-Stiftung diese Kritik an Reza Pahlavi bewertet, spricht die Stiftung von mehrheitlich positiven Reaktionen. "Reza Pahlavi hat sich klar und eindeutig zur Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie im Iran bekannt und zur Aussöhnung in der Region und Frieden mit Israel. Das ist für uns entscheidend."

Wer in Deutschland gegen die Ehrung ist

Unterstützung bekommen die Exiliraner auch von deutschen Politikern, darunter der einstige Frankfurter Oberbürgermeister und frühere Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt (CDU) und der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD). Ex-Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) sowie der einstige UN-Botschafter Deutschlands Joachim Rücker (SPD) sprechen sich ebenfalls gegen die symbolische Übergabe des Preises an Pahlavi aus.

Iraner demonstrieren vor dem Brandenburger Tor in Berlin, März 2026
Iraner demonstrieren vor dem Brandenburger Tor in Berlin, März 2026 Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Im Gespräch mit Euronews kritisiert der exiliranische Aktivist Hossein Yaghobi die Preisverleihung als einen "Affront gegen die Demokratie selbst und gegen all diejenigen Menschen, die im Iran ihr Leben dem Kampf für Freiheit und Selbstbestimmungsrecht gewidmet haben, sowohl unter dem Schah-Regime als auch dem Mullah-Regime".

Frankfurts CDU-Bürgermeister Nils Kößler wird bei der Verleihung ein Grußwort sprechen, gegenüber der Zeitung Frankfurter Rundschau machte er deutlich, dass der Preis nicht an Pahlavi gehe sondern an das iranische Volk und dieses auch entscheide, wie die Zukunft des Irans aussehe. „Dass viele Iranerinnen und Iraner in diesem Zusammenhang Reza Pahlavi als mögliche Stimme und Hoffnungsträger einer politischen Veränderung sehen, gehört ebenfalls zur Realität der iranischen Oppositionsbewegung.“

Auch über hundert im Iran inhaftierte politische Gefangene sprechen sich in einer verbreiteten Erklärung die Euronews vorliegt gegen die Übergabe des Preises an Pahlavi aus. Sie sollen unter anderem im berüchtigten Evin-Gefängnis nördlich von Teheran inhaftiert sein. Es gilt als Symbol der politischen Unterdrückung im Iran sowohl unter dem Schah als auch unter den Mullahs.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung betonte gegenüber Euronews: "Wir zeichnen bewusst das iranische Volk aus und keine einzelne Person oder Gruppe. Reza Pahlavi nimmt den Preis treuhänderisch entgegen bis frei gewählte Vertreterinnen und Vertreter des iranischen Volks ihn selbst entgegennehmen können."

Pahlavi sei die "bekannteste Persönlichkeit der iranischen Opposition, im Land wie in der Diaspora. Zumindest die öffentlichen Veranstaltungen mit Reza Pahlavi in Europa, zuletzt im Februar 2026 in München, zeigen eine große Unterstützung der Exiliraner für ihn", heißt es weiter.

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