Selenskyj warnt in Davos: "Raubtier" Putin werde "eingefrorenen Konflikt" nicht akzeptieren

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Von Euronews
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Beim Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte Selenskyj, dass das Einfrieren des Kriegs keine Lösung sei. Putin sei ein Raubtier, dem eingefrorene Produkte nicht reichten," so der ukrainische Präsident.

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Kann der Krieg in der Ukraine "eingefroren" und so zu Ende gebracht werden? Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge wäre das keine Lösung. Jeder eingefrorene Konflikt werde irgendwann wieder aufflammen.

Nach 2014 habe es Versuche gegeben, den Krieg im Donbass einzufrieren, aber Putin sei ein Raubtier, das sich nicht mit den eingefrorenen Produkten zufrieden gebe. Das  erklärte Selenskyj beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Von "Pausen" bei der Verteidigung oder gar einem Waffenstillstand würde vor allem Putin profitieren, hatte Selenskyj kürzlich schon einmal erklärt. 

Selenskyj: "Eine Eskalation hätte Russland viel gelehrt"

2024 muss ein entscheidendes Jahr für die Ukraine werden, sagte Selenskyj. Jedes Mal, wenn die Ukraine in der Vergangenheit um mehr Waffen, mehr Sanktionen, mehr Unterstützung und mehr Maßnahmen gegen Russland gebeten habe, sei ihr gesagt worden, sie solle nicht eskalieren. "Tatsächlich aber hätte eine Eskalation Russland viel gelehrt", so Selenskyj. 

Keine der Drohungen Moskaus sei wahr gemacht worden. Jede habe sich als Bluff herausgestellt, sagt er. 

Unterstützung erhielt Selenskyj in Davos von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. "Die Ukraine benötigt Planbarkeit bei der Finanzierung im gesamten Jahr 2024 und darüber hinaus", sagte von der Leyen in einer Rede. 

Stoltenberg: Irgendwann wird der Preis für Russland zu hoch

Auf dem Gipfel trifft der ukrainische Präsident die Spitzenvertreter seiner westlichen Partner, bereits zu Beginn NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. "Wir erörterten die Lage an den Frontlinien", schrieb Selenskyj auf X. Man habe über die jüngsten Luftangriffe Russlands und die Notwendigkeit gesprochen, die Luftverteidigung der Ukraine zu verstärken

Zuletzt hatten die Behörden in der Region Charkiw zahlreiche Dörfer nahe der Front wegen einer massiven Zunahme russischer Luftangriffe evakuiert. Andererseits sieht britische Verteidigungsministerium, dass weder Russland noch die Ukraine in der vergangenen Woche nennenswerte Fortschritte an der Front gemacht machen.

Stoltenberg sagte: "Wir müssen der Ukraine nur beistehen - und irgendwann wird Russland verstehen, dass sie einen zu hohen Preis zahlen und einer Art gerechtem Frieden zustimmen."

Blinken versichert Selenskyj anhaltende US-Unterstützung

US-Außenminister Antony Blinken hat der Ukraine in Davos eine anhaltende Unterstützung zugesichert. Eine wichtige Aussage für Selenskyj angesichts des bröckelnden internationalen Rückhalts, besonders in den USA. Die Gespräche über weitere Militärhilfe zwischen den streitenden Demokraten und Republikanern ist  praktisch zum Erliegen gekommen sind. Der US-Wahlkampf könnte der Ukraine gänzlich den Geldhahn zudrehen.  

"Wir sind entschlossen, unsere Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten, und wir arbeiten sehr eng mit dem Kongress zusammen, um dies zu erreichen", sagte Blinken. Im US-Kongress sperren sich einige republikanische Abgeordnete gegen die Verabschiedung eines neuen Unterstützungspakets für Kiew.

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