Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Gold dürfte weiter steigen. Ist seine Rolle als sicherer Hafen überschätzt?

Archivbild. Ein Juwelier wiegt Goldbarren zum Verkauf in Bangkok, Thailand. 29. Januar 2026.
Archivfoto. Ein Juwelier wiegt in Bangkok, Thailand, Goldbarren zum Verkauf. 29. Januar 2026. Copyright  AP/Sakchai Lalit
Copyright AP/Sakchai Lalit
Von Eleanor Butler
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Immer mehr Anleger setzen angesichts anhaltender globaler Unsicherheit auf Edelmetalle. Analysten warnen: Gold ist kein verlässlicher Wertspeicher.

Gold hat seit Jahresbeginn mehr als 15 % zugelegt und in dieser Woche die wichtige Marke von 5.500 US-Dollar überschritten.

Der Höhenflug des Edelmetalls, flankiert von Zugewinnen bei Rohstoffen wie Silber und Platin, speist sich aus mehreren zusammenhängenden Faktoren: geopolitische Spannungen, wachsende Staatsschulden sowie eine unklare Perspektive für Zinsen und Inflation.

Seine Anziehungskraft hängt mit dem Ruf als sicherer Hafen zusammen, als Absicherung gegen Inflation. Der Wert steigt oft, wenn der Dollar schwächelt. Gold lässt sich leicht verkaufen, und es ist ein greifbarer, begrenzter Rohstoff.

Das wiegt schwer in einer Phase, in der nicht nur der Dollar infrage steht, sondern auch Fiatwährungen wie der japanische Yen. Mit den Staatsschulden wachsen auch die Sorgen um Inflation und fiskalische Stabilität.

In den USA schüren aufgeladene Maßnahmen der Trump-Regierung die Nervosität an den Märkten und wecken Zweifel am Zustand der Wirtschaft. Manche Analysten sprechen bereits von einer „Sell America“-Wette. In den vergangenen Wochen hat der Präsident damit gedroht, Grönland zu erobern, eine US-Intervention im Iran angedeutet, Einfluss auf die Politik der Notenbank Federal Reserve gesucht und Venezuela ins Visier genommen. Obendrein hat er weitere Zölle gegen Handelspartner ins Spiel gebracht, eine altbekannte Taktik aus dem Jahr 2025.

Zwar erwarten Analysten nicht, dass der Dollar bald seinen Status als Weltreservewährung verliert. Doch Anleger scheinen sich breiter aufzustellen und den Greenback zu meiden. Die nächsten Schritte der USA sind unklar, niemand will zwischen die Fronten geraten. Als Alternative zu Fiatgeld wirkt Gold da wie eine solide Beimischung fürs Portfolio.

„Früher kauften Investoren US-Staatsanleihen, weil sie als nahezu risikolos galten. Doch seit Vermögen zunehmend politisch eingesetzt werden, achten manche Länder genauer darauf, wohin sie ihr Kapital lenken“, sagte Simon Popple, Managing Director bei Brookville Capital. „Die Entwertung des Dollars stützt den Goldpreis“, sagte er Euronews.

Trotzdem betonen Popple und andere Analysten: Ein wichtiger Treiber des Preisanstiegs ist viel einfacher. Gold dominiert die Schlagzeilen. Der Sog zieht Anleger an. Das löst eine Kaufwelle aus.

„Menschen fühlen sich von Bewegungen angezogen, und sie haben eine erstaunliche Rally bei Gold gesehen“, sagte Chris Beauchamp, Chefmarktanalyst bei IG. „Das entzündet zwangsläufig neues Interesse.“

Er fügte hinzu: Gold hat zwar vorteilhafte Anlageeigenschaften, doch seine Fähigkeit, den Wert zu halten, wird überschätzt, besonders kurzfristig. Die Rolle des Metalls veränderte sich deutlich, nachdem der damalige US-Präsident Richard Nixon 1971 die direkte Dollar-Konvertibilität in Gold beendete. Seither koppeln Länder ihre Währungen nicht mehr an eine feste Goldmenge.

„Der Goldstandard wird gern beschworen, um Gold als eine Art symbolisches Anlageobjekt darzustellen, als festen Wertspeicher. Das ist es nicht“, schloss Beauchamp.

Kenneth Lamont, leitender Analyst im Manager-Research von Morningstar, bekräftigte diese Botschaft und zog Parallelen zwischen Gold und Krypto. Beide sind im Angebot begrenzt, beide sind jedoch „extrem volatil“, betonte er.

„Wenn Sie mit Krypto oder Gold etwas kaufen wollen, kann es von einem Tag auf den anderen um 30 % weniger wert sein. Kurzfristig taugt das nicht als Wertspeicher.“

Gold ist zwar weitaus etablierter als Bitcoin und hat sich langfristig historisch gut entwickelt. Doch die Unberechenbarkeit beider Anlagen spricht dagegen, Fiatwährungen schon den Abgesang zu erteilen.

Am Freitag lag das Edelmetall am Morgen in Europa rund drei % im Minus. Trotz des Rücksetzers dürfte der Preis in den kommenden Monaten weiter steigen. Die Weltlage bleibt fragil.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Gold knackt 5.500 Dollar, Silber steigt: Powell dämpft Metallrallye

Ölpreise steigen, Trump warnt Iran: Die Zeit für ein Atomabkommen läuft ab

Warnung vor Gift in Babymilchpulver: Danone und Nestlé Aktien rutschen ab