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Spitzensteuersätze in Europa: Wer zahlt 2026 am meisten?

Archivbild: Euro-Münzen in Frankfurt am Main, Deutschland, aufgenommen am 17. Januar 2012.
ARCHIV: Euro-Münzen in Frankfurt am Main, Deutschland, aufgenommen am 17. Januar 2012. Copyright  AP/Michael Probst
Copyright AP/Michael Probst
Von Servet Yanatma
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In den meisten europäischen Ländern gilt: Wer mehr verdient, gibt auch mehr an den Fiskus ab. Doch die Spitzensteuersätze unterscheiden sich stark – vor allem zwischen Nordwesteuropa und dem Osten des Kontinents.

Steuergerechtigkeit ist für jede Gesellschaft zentral. Sie zeigt, ob Menschen Abgaben im Verhältnis zu ihrem Einkommen und Vermögen leisten. In den meisten europäischen Ländern gelten progressive Systeme: Wer mehr verdient, trägt eine höhere Last.

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Die Spitzensteuersätze auf Einkommen reichen laut Tax Foundation im Jahr 2026 von 10 % in Bulgarien und Rumänien bis 60,5 % in Dänemark.

Mehr als 50 % werden außer in Dänemark in sechs weiteren Ländern fällig: Frankreich, Österreich, Spanien, Belgien, Portugal und Schweden.

In Slowenien und den Niederlanden liegen die Sätze für Spitzenverdiener ebenfalls nahe an diesem Niveau.

Der europäische Durchschnitt

Im Schnitt liegt der Spitzensteuersatz auf Einkommen in 35 europäischen Ländern bei 38,5 %. Unter den europäischen OECD-Staaten steigt er auf 43,4 %. In 18 Ländern überschreitet er 40 %.

In neun Ländern liegt der Spitzensteuersatz zwischen 40 und 48 %: Irland, Deutschland, Italien, Island, Luxemburg, Finnland, das Vereinigte Königreich, Griechenland und die Türkei.

Unter den fünf größten Volkswirtschaften Europas reicht der Spitzensteuersatz von 45 % im Vereinigten Königreich bis 55,4 % in Frankreich. Die Spannbreite ist mit rund 10 Prozentpunkten relativ groß.

Am anderen Ende der Skala liegt der Spitzensteuersatz neben Bulgarien und Rumänien auch in Moldau, Ungarn, der Ukraine, Georgien, Tschechien und Estland unter 25 %.

Deutliche regionale Kluft zwischen Nordwest- und Osteuropa

Die Spitzensteuersätze auf Einkommen folgen klaren regionalen Mustern. Im Norden und Westen Europas liegen die höchsten Grenzsteuersätze, meist zwischen 45 und 60 %. Es gibt Ausnahmen wie Norwegen, das knapp unter 40 % bleibt.

Die meisten osteuropäischen Volkswirtschaften außerhalb der EU halten ihre Spitzensteuersätze deutlich niedriger. Eine Ausnahme ist die Türkei mit rund 41 %, sie liegt damit näher an den mittleren EU-Steuersystemen. Auch in Mittel- und Osteuropa, einschließlich des Balkans, sind die Sätze eher moderat. In einigen Ländern sorgen Flat-Tax-Modelle dafür, dass die Spitzenbelastung begrenzt bleibt.

Steuersätze reagieren auf politische Kurswechsel

Diese Sätze sind nicht in Stein gemeißelt. Regierungen passen sie an politische Entscheidungen an. Mehrere Länder haben im vergangenen Jahr ihre Spitzensteuersätze auf Einkommen geändert, meldet die Tax Foundation.

„Regierungen können Einnahmen in der Regel effizienter erzielen, wenn sie die Grenzsteuersätze am unteren Ende der Einkommensverteilung anheben, statt nur die Spitzenbelastung zu erhöhen“, schreibt Alex Mengden, globaler Politik-Analyst bei der Tax Foundation, in seinem Beitrag.

„Der Grund: Ein höherer Satz in einer Steuerstufe verändert die Anreize nur für Menschen in genau dieser Stufe – erhöht aber zugleich die Einnahmen aus allen darüberliegenden Stufen“, ergänzt er.

Dänemark hat eine neue Steuerstufe für Einkommen über 2,8 Millionen Dänische Kronen (375 000 Euro) eingeführt. Dadurch steigt der Spitzensteuersatz von 55,6 auf 60,5 %.

Estland erhöhte seinen einheitlichen Einkommensteuersatz von 22 auf 24 %. Die Slowakei führte zwei neue Steuerstufen ein und hob dadurch den Spitzensteuersatz von 25 auf 35 % an.

Finnland senkte dagegen den Spitzensteuersatz von 51,5 auf 45 %.

Laut einer Eurobarometer-Studie glaubte im Jahr 2025 nur rund jede fünfte Person in der EU, dass Steuern „in hohem Maße“ im Verhältnis zu Einkommen und Vermögen gezahlt werden. Etwa die Hälfte (51 %) stimmte dem „in gewissem Maße“ zu.

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