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Milliardenmarkt Elektroautos: Warum BYD Tesla abhängt

DATEI - Journalisten begutachten einen BYD Atto 3, der während seiner Markteinführung in Jakarta, Indonesien, ausgestellt wird. 18. Januar 2024.
DATEI - Journalisten begutachten einen BYD Atto 3, der während seiner Markteinführung in Jakarta, Indonesien, ausgestellt wird. 18. Januar 2024. Copyright  Achmad Ibrahim/Copyright 2024 The AP. All rights reserved.
Copyright Achmad Ibrahim/Copyright 2024 The AP. All rights reserved.
Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am
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Die frühe Dominanz von Tesla auf dem Markt für Elektroautos wird durch den chinesischen Hersteller BYD in Frage gestellt, der Rekordverkäufe verzeichnet und die europäischen Verbraucher mit niedrigeren Preisen überzeugt.

Die Schlacht um den Markt für Elektrofahrzeuge scheint sich zugunsten des chinesischen Herstellers BYD zu entscheiden. Während die Verkaufszahlen von Elon Musks Tesla weiter hinter den Erwartungen zurückbleiben, verzeichnete BYD im Dezember einen Absatzanstieg von fast 28 Prozent.

Tesla verkaufte im dritten Quartal rund 480.000 Fahrzeuge der Modelle 3 und Y, im vierten Quartal waren es etwa 400.000, wie Schätzungen aus dem Dezember zeigen. Für das Jahr 2026 wird ein Absatz von rund 1,6 Millionen Fahrzeugen erwartet, nach etwa 1,79 Millionen im Jahr 2024.

BYD setzte im Jahr 2024 rund 1,7 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) ab, 2025 waren es etwa 2,25 Millionen. Rechnet man Plug-in-Hybride hinzu, beliefen sich die Gesamtauslieferungen des Konzerns 2025 auf rund 4,6 Millionen Fahrzeuge.

Das Modellportfolio von BYD – Build Your Dreams – reicht von kompakten Elektro-Stadtautos und Schrägheckmodellen über Premium-Limousinen und große SUVs bis hin zu Hybridfahrzeugen sowie Elektrobussen und Nutzfahrzeugen. Der Konzern ist damit in zahlreichen Märkten weltweit präsent.

Teslas aktuelles Angebot im Jahr 2026 beschränkt sich im Wesentlichen auf die Modelle 3, Y, S und X – Limousinen und SUVs mit unterschiedlichen Größen und Leistungsprofilen – sowie auf den Cybertruck, der bislang nur in begrenzter Stückzahl verfügbar ist. Künftige Fahrzeuge wie der Roadster oder preisgünstigere Elektroautos im sogenannten Robotaxi-Stil gelten als angekündigt, spielen im Massenmarkt jedoch noch keine Rolle.

Die Politik von Musk belastet Tesla

Elon Musk, in Südafrika geboren und Investor sowie Technologieunternehmer, mischte sich nach der 44 Milliarden Dollar (37,6 Milliarden Euro) schweren Übernahme von Twitter im Oktober 2022, das er später in X umbenannte, zunehmend öffentlich in politische Debatten ein.

Dabei nutzte Musk die Plattform verstärkt, um sich zu Themen wie Migration, Initiativen zu Diversität und Inklusion sowie zur europäischen Politik zu äußern – darunter auch Kommentare, die die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) unterstützen.

Eine im Oktober veröffentlichte Studie der Yale University kam zu dem Ergebnis, dass die Verkaufszahlen von Tesla ohne Musks politische Aktivitäten um 67 bis 83 Prozent höher hätten ausfallen können. Das entspräche zusätzlich ein bis 1,26 Millionen verkauften Fahrzeugen. Zugleich, so die Studie, hätten Musks Auftritte den Absatz anderer Elektro- und Hybridfahrzeuge um 17 bis 22 Prozent angekurbelt.

Später unterstützte Musk öffentlich Donald Trump und republikanische Anliegen, unter anderem mit einer Spende von 288 Millionen Dollar (246 Millionen Euro) an mit Trump verbündete politische Komitees im Wahlzyklus 2024. US-Medien bezeichneten dies als größte Einzelspende der modernen Präsidentschaftswahlkampffinanzierung.

Nach Trumps Rückkehr ins Amt wurde Musk zum Leiter des neu geschaffenen „Department of Government Efficiency“ (DOGE) ernannt, das in der Folge unter anderem die Auflösung der Entwicklungshilfebehörde USAID überwachte.

Vor Musks politischer Kehrtwende galten Tesla-Fahrzeuge weithin als Maßstab für moderne Elektromobilität und waren eng mit ökologischem Fortschritt und der Dekarbonisierung des Straßenverkehrs verbunden.

China drängt auf den Markt

Zunächst begegneten viele europäische Verbraucher chinesischen Elektroautos mit Skepsis, da sie diese mit geringerer Qualität und geringem Bekanntheitsgrad verbanden.

Mit dem Ausbau der Modellpaletten und Händlernetze von BYD und anderen Herstellern ab Ende 2022 änderte sich dieses Bild. Preisvorteile und technologische Fortschritte begannen, die Nachfrage auf westlichen Märkten spürbar zu beeinflussen.

Im Mai 2025 wurden erstmals mehr batterieelektrische Fahrzeuge von BYD als von Tesla in Europa neu zugelassen: 7.231 gegenüber 7.165.

Dies geschah trotz der Einführung zusätzlicher EU-Zölle auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge nach einer Antisubventionsuntersuchung der Europäischen Kommission. Die EU kam zu dem Schluss, dass chinesische Hersteller von staatlichen Subventionen profitierten – etwa durch günstige Finanzierung, Steuervergünstigungen und bevorzugten Zugang zu Land und Rohstoffen – und sah darin Wettbewerbsverzerrungen.

Für BYD wurde ein zusätzlicher Zoll von 17 Prozent verhängt, der zu den regulären Einfuhrzöllen von zehn Prozent hinzukommt. Dennoch bleiben BYD-Fahrzeuge in Europa preislich konkurrenzfähig.

Ein Tesla Model 3 startet bei rund 41.000 Euro, während vergleichbare chinesische Modelle wie der BYD Dolphin bei etwa 35.500 Euro liegen. Der Dolphin Surf wird in vielen europäischen Ländern bereits ab rund 22.990 Euro angeboten.

Größere Modelle wie der BYD Seal kosten in Europa in der Regel zwischen 42.700 und 48.200 Euro – teils ähnlich viel oder sogar weniger als vergleichbare Tesla-Modelle. Diese Preisstrategie ermöglicht es BYD, kostenbewusste Käufer anzusprechen, selbst unter Berücksichtigung der EU-Zölle.

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