Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Europas größter Autohersteller in der Krise - rettet die Rüstungsindustrie VW?

VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo ist offen für Rüstungsprojekte.
VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo ist offen für Rüstungsprojekte. Copyright  Copyright 2017 The Associated Press. All rights reserved.
Copyright Copyright 2017 The Associated Press. All rights reserved.
Von Kirsten Ripper
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Nach dem dramatischen Gewinneinbruch könnten bei Volkswagen allein in Deutschland in den kommenden Jahren 50.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Um den Standort Osnabrück zu retten, ist jetzt offenbar eine Zusammenarbeit von VW mit dem boomenden Rüstungsunternehmen Rheinmetall geplant.

Die Volkswagen AG ist nicht nur Europas größter Autobauer, sondern weltweit einer der größten Konzerne. Doch VW steckt tief in der Krise, wie der Gewinneinbruch von rund 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich macht.

WERBUNG
WERBUNG

Um Arbeitsplätze und VW-Standorte in Deutschland zu sichern, plant Volkswagen übereinstimmenden Medienberichten zufolge einen Einstieg in die Rüstungsproduktion - in Zusammenarbeit mit Rheinmetall, dem boomenden Konzern der deutschen Verteidigungsindustrie.

Welche Militärfahrzeuge VW bauen will, ist noch geheim

Wie das Handelsblatt berichtet, ist noch weitgehend geheim, welche Militärfahrzeuge genau im bedrohten Standort Osnabrück produziert werden könnten. Zwei Armeefahrzeuge auf Basis der VW-Modelle Amarok und Crafter seien bereits entwickelt und kürzlich auf der Militärmesse Enforce Tac in Nürnberg vorgestellt worden – allerdings ohne das Logo von VW.

Laut der Automobilwoche lässt Rheinmetall bei VW in Osnabrück gepanzerte Fahrerkabinen herstellen, wie offenbar aus Werkkreisen zu erfahren war.

VW mit Hauptsitz in Wolfsburg hatte schon 2024 einen Sparplan mit massivem Stellenabbau angekündigt. Jetzt spricht Vorstandschef Oliver Blume in einem Brief an die Aktionäre von einer einer geplanten Streichung von 50.000 Jobs allein in Deutschland.

Als besonders bedroht gilt der Standort Osnabrück, in der viertgrößten Stadt in Niedersachsen ist Volkswagen eine zentrale Säule der regionalen Wirtschaft. Dort stellte VW bisher vor allem Golf Cabriolet und Porsche Boxster her.

Osnabrück ist "einer der kleineren Standorte"

In Wolfsburg, dem größten Standort in Deutschland, arbeiten knapp 13.000 Beschäftigte bei VW, in Osnabrück sind es etwa 2.200. Ein Vertreter der Presseabteilung in Wolfsburg nennt Osnabrück "einen der kleineren Standorte".

Offiziell will er die Zusammenarbeit mit Rheinmetall nicht bestätigen, und der Kommunikationsmitarbeiter sagt, dass auch Osnabrück das zur Zeit nicht offiziell machen werde.

Dabei ist der Einstieg in die Rüstungsindustrie von langer Hand vorbereitet. CEO Oliver Blume hatte schon im März 2025 von der Möglichkeit gesprochen, in Osnabrück Militärfahrzeuge herzustellen. Wie der NDR berichtet, befürwortet auch VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo das Engagement im Bereich Verteidigung. "Die Welt hat sich verändert", sagt sie.

Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion bei VW im Zweiten Weltkrieg

Die Rüstungsproduktion von VW ist dennoch ein deutliches Zeichen der Zeitenwende angesichts der Geschichte des Konzerns. Der 1937 gegründete Autobauer stellte im Zweiten Weltkrieg ab 1941 vor allem Waffen her - darunter die sogenannte Vergeltungswaffe V1 oder Fieseler Fi 103. Beides Marschflugkörper, die von der Nazi-Propaganda als "Wunderwaffen" angepriesen wurden.

Etwa 20.000 Menschen - darunter Kriegsgefangene und viele in Konzentrationslagern Inhaftierte - mussten bis 1945 in VW-Werken Zwangsarbeit leisten.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Volkswagen: 44 % Gewinn-Minus, 50.000 Jobs vor dem Aus

Frankreich verliert ein Drittel seiner Autoindustrie-Jobs in dreizehn Jahren

Europe Today: Roberta Metsola will Europas Autoindustrie retten