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US-Notenbank könnte Zinssenkungspause signalisieren, Iran-Krieg treibt Inflation

ARCHIV: Fed-Chef Jerome Powell spricht am Mittwoch, 28. Januar 2026, auf einer Pressekonferenz im Gebäude der US-Notenbank in Washington.
ARCHIV: US-Notenbankchef Jerome Powell spricht auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, 28. Januar 2026, im Gebäude des Federal Reserve Board in Washington. Copyright  AP Photo
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Von Una Hajdari mit AP
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US-Notenbank lässt Zinsen wohl unverändert und deutet womöglich an, sie heuer gar nicht zu senken, da der Iran-Krieg den Inflationsausblick trübt.

Über der zweitägigen Sitzung der US-Notenbank, die am Mittwoch endet, schwebt eine zentrale Frage.

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Werden die Währungshüter die Zinsen in diesem Jahr trotzdem noch senken, obwohl der Iran-Krieg die Ölpreise nach oben treibt und Benzin deutlich teurer wird? Oder lassen sie den Leitzins monatelang unverändert, um abzuwarten, wie sich der Konflikt entwickelt?

Fed-Chef Jerome Powell wird am Mittwoch mit hoher Wahrscheinlichkeit verkünden, dass die Zentralbank ihren wichtigsten Zinssatz zum zweiten Mal in Folge unverändert bei rund drei Komma sechs Prozent lässt.

Zugleich veröffentlicht die Fed ihre quartalsweisen Projektionen. Dann könnten die Notenbanker ihre bisherige Prognose von einer Zinssenkung in diesem Jahr auf null zurücknehmen.

Auf den ersten Blick wirkt diese Änderung gering. Tatsächlich wäre sie ein deutlicher Kurswechsel nach achtzehn Monaten mit immer wieder unterbrochenen Zinssenkungen.

Wie auch immer sich die Fed entscheidet: Prognosen sind in diesem Moment für die Geldpolitik besonders schwierig.

Der von der Regierung Trump am 28. Februar begonnene Iran-Krieg hat die Benzinpreise bereits stark nach oben getrieben und wird die Inflation mindestens in den kommenden ein bis zwei Monaten weiter anheizen.

Die Fed muss deshalb ihre Inflationsprognose, die sie am Mittwoch vorlegt, nach oben korrigieren. Im Dezember hatte sie noch erwartet, dass die Teuerung bis Jahresende auf zwei Komma sechs Prozent sinkt.

Viele Ökonomen rechnen inzwischen damit, dass die Notenbank nun vorhersagt, die Inflation werde selbst Ende 2026 noch bei etwa drei Prozent liegen.

Ein so kräftiger Anstieg ließe sich nur schwer mit weiteren Zinssenkungen vereinbaren.

Gleichzeitig könnte der Sprung bei den Benzinpreisen die Konjunktur dämpfen, falls das hohe Niveau anhält. Verbraucherinnen und Verbraucher müssten mehr an der Zapfsäule ausgeben und hätten weniger Geld für andere Waren und Dienstleistungen. Die Arbeitslosigkeit könnte deshalb im Laufe dieses Jahres steigen.

Nach Angaben des Automobilclubs AAA kostete eine Gallone Benzin am Dienstag im US-Durchschnitt 3,79 Dollar. Das sind 88 Cent mehr als vor einem Monat.

Diese beiden Entwicklungen – höhere Inflation und höhere Arbeitslosigkeit – ziehen die Fed normalerweise in entgegengesetzte Richtungen.

Um die Inflation zu bekämpfen, hält sie den Leitzins stabil oder erhöht ihn. Um Konsum und Jobs anzukurbeln, senkt sie die Zinsen.

Steigende Preise bei gleichzeitig steigender Arbeitslosigkeit gelten für Zentralbankerinnen und Zentralbanker als Worst-Case-Szenario.

Powell in der Schlussphase als Fed-Chef

Die Sitzung in dieser Woche gehört zudem zu Powells letzten als Notenbankchef.

Seine Amtszeit endet am 15. Mai, und Präsident Donald Trump hat den früheren Fed-Beamten Kevin Warsh als Nachfolger nominiert.

Die Bestätigung Warshs im Senat stockt jedoch, nachdem mehrere ranghohe republikanische Senatoren Vorbehalte wegen einer Untersuchung des US-Justizministeriums zu Powells Aussage über eine Gebäuderenovierung geäußert haben.

Am vergangenen Freitag hob ein Richter zwei Vorladungen auf, die das Justizministerium an die Fed geschickt hatte – ein Rückschlag für die Ermittler.

Doch die US-Staatsanwältin Jeannine Pirro hat angekündigt, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.

Damit ist die Sitzung in dieser Woche Powells vorletzte. Wird Warsh bis zum 15. Mai nicht bestätigt, könnte Powell allerdings Vorsitzender des für die Zinspolitik zuständigen Fed-Ausschusses bleiben, bis eine Nachfolge feststeht.

Schon vor dem Iran-Krieg zeigten sich Probleme sowohl bei der Inflation als auch am Arbeitsmarkt. Die Fed geriet dadurch in eine schwierige Lage.

Die Preise stiegen im Januar nach dem bevorzugten Inflationsmaß der Fed schneller als in den Vormonaten. Die Kerninflation ohne Lebensmittel und Energie lag um drei Komma eins Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Das ist kaum weniger als vor zwei Jahren und zeigt, wie hartnäckig der Preisdruck bleibt.

Auch der Jobmarkt hat an Schwung verloren. Arbeitgeber strichen im Februar nach Regierungsangaben 92.000 Stellen. Im Januar waren noch 130.000 Jobs hinzugekommen – ein damals überraschend kräftiges Plus.

Die Arbeitslosenquote kletterte von vier Komma drei auf vier Komma vier Prozent.

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