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Stellantis plant bis 2030 sechzig neue Modelle: Elektroauto aus Pomigliano

Stellantis-Logo über dem Chrysler Technology Center in Auburn Hills, Michigan, Schauplatz der Investorenkonferenz.
Stellantis-Schriftzug am Chrysler Technology Center in Auburn Hills, Michigan, dem Veranstaltungsort der Investorenkonferenz. Copyright  (AP Photo/Carlos Osorio, File)
Copyright (AP Photo/Carlos Osorio, File)
Von Gabriele Barbati
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Stellantis-Vorsitzender John Elkann nennt den Konzernumbau "ehrgeizig, aber realistisch", um die Turbulenzen der Branche zu meistern. CEO Antonio Filosa setzt auf Wertsteigerung, Einsparungen von mehr als drei Milliarden Euro und neue Modelle mit ikonischem Markenprofil.

Stellantis hat am Donnerstag in den USA seinen neuen Strategieplan vorgestellt. FASTlane 2030 sieht Investitionen von 60 Milliarden Euro bis 2030 sowie 60 neue Modelle vor. Damit will der Konzern Wachstum und Gewinne beschleunigen.

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Die Ankündigung machten die Spitzenmanager des Autobauers auf einer Investorenkonferenz in Auburn Hills im US-Bundesstaat Michigan. Stellantis ist aus der Fusion von Fiat Chrysler und PSA hervorgegangen und vereint heute rund ein Dutzend Marken – von Chrysler bis Peugeot.

Stellantis-Vorsitzender John Elkann bezeichnete FASTlane 2030 als "ambitioniert, aber realistisch". Der Plan sehe eine schnelle Entwicklung neuer Produkte und die Aktualisierung bestehender Modelle vor. Zugleich peilt der Konzern bis 2028 jährliche Kostensenkungen von sechs Milliarden Euro an.

"FASTlane 2030 ist das Ergebnis monatelanger, disziplinierter Arbeit im gesamten Unternehmen und soll langfristig profitables Wachstum auslösen", sagte Konzernchef Antonio Filosa. Ziel sei es, Kunden mit Marken und Produkten zu bewegen, "die sie lieben und denen sie vertrauen".

Fiat und der gesamte Stellantis-Verbund müssen beim Umstieg auf Elektromobilität Rückstände aufholen – ein Problem, das auch andere große europäische Hersteller im Wettbewerb mit chinesischen Konkurrenten haben. Mit einigen von ihnen verhandelt Stellantis zudem über den Verkauf von Werken in Europa.

Stellantis konzentriert Investitionen auf Kernmarken

Der Konzern verfügt über vier globale Marken mit besonders starker Marktpräsenz und hohem Gewinnpotenzial: Jeep, Ram, Peugeot und Fiat. Gemeinsam mit der Nutzfahrzeugsparte sollen sie 70 Prozent der geplanten Investitionen erhalten.

Daneben gibt es fünf Regionalmarken: Chrysler, Dodge, Citroën, Opel und Alfa Romeo. DS, Lancia und Abarth werden künftig von Citroën beziehungsweise Fiat mitverwaltet.

Filosa erklärte, Stellantis wolle die eigene Stärke in Nordamerika noch besser ausschöpfen. Für diese Region war er zuständig, bevor er vor einem Jahr zum Konzernchef aufstieg. Ein großer Teil des erhofften Wachstums soll in den kommenden Jahren aus Nordamerika kommen.

Der Stellantis-Chef kündigte außerdem ein Programm zur "Wertschöpfung durch Effizienzgewinne" an. Dazu gehören der Ausbau des Elektrosegments in den Werken in Italien sowie zwei neue E-Modelle für die Premiummarke Maserati.

Stellantis-Strategie: Elkann skizziert Kurswechsel

Beim Investorentag erklärte Elkann, Stellantis wolle von einem globalen zu einem multiregionalen Geschäftsmodell wechseln. Plattformen und Antriebe sollen dabei gemeinsam genutzt, die einzelnen Regionen aber stärker auf ihre jeweiligen Märkte zugeschnitten werden.

Elkann räumte ein, dass die Branche vor beispiellosen Umbrüchen und Herausforderungen stehe. Zugleich sieht er erste positive Signale.

"Es bleibt viel zu tun, und wir behalten einen realistischen Blick auf die Herausforderungen. Der Wettbewerb ist hart, technologische Zyklen werden kürzer und das Umfeld bleibt volatil. Aber wir gehen in diese nächste Phase mit Klarheit, Agilität und Ehrgeiz", sagte Elkann.

"Der Reset von Stellantis war tiefgreifend und notwendig", resümierte der Vorsitzende. Der Konzern will künftig auch künstliche Intelligenz stärker in die Produktion integrieren – in Zusammenarbeit mit führenden Partnern wie Applied Intuition, Qualcomm, Wayve, Nvidia, Uber, Mistral AI und CATL. Dabei geht es unter anderem um Software-Architekturen, die Interaktion zwischen Fahrzeug und Fahrer sowie autonomes Fahren.

Erste Reaktionen kamen von den Metallgewerkschaften. Der vorgestellte Strategieplan sei "eine weltweite Werbekampagne, bei der die USA im Mittelpunkt stehen und 60 Prozent der geplanten 36 Milliarden Euro an Investitionen erhalten. Offenbar soll damit Trump beruhigt werden – zulasten des alten Europa, mit Italien und vor allem Turin als Schlusslicht", erklärten der Turiner Fiom-Generalsekretär Edi Lazzi und Gianni Mannori, der Verantwortliche für das traditionsreiche Fiat-Werk Mirafiori im Piemont.

Auch die Gewerkschaft Uilm kündigte Gesprächsbedarf an. "Wir werden so schnell wie möglich ein Treffen mit dem Konzern verlangen, um zu klären, welche Folgen der Industrieplan für Mirafiori haben wird", erklärte der Turiner Uilm-Generalsekretär Luigi Paone.

Fiat und Stellantis: neue Modelle bis 2030

Bis 2030 will Stellantis rund 25 komplett neue Produkte und weitere 25 überarbeitete Modelle auf den Markt bringen. Hinzu kommen etwa 50 Updates bestehender Pkw und Nutzfahrzeuge. Ziel ist es, die Modellpalette zu erweitern und Marktanteile auszubauen.

Konkret plant Stellantis 29 Elektroautos, 15 Plug-in-Hybride oder Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer, 24 Vollhybride und 39 Modelle mit klassischen oder Mildhybrid-Antrieben. Die Zeit bis zur Markteinführung soll von 40 auf 24 Monate sinken.

Ein deutlicher Kurswechsel ist ab 2028 vorgesehen: Dann will Stellantis ein neues Segment für vollelektrische Fahrzeuge unter 15.000 Euro starten. Produziert werden sollen sie im Werk Pomigliano d’Arco in Kampanien.

Für Fiat kündigte Markenchef und Konzernmarketingchef Olivier François im Rahmen von FASTlane 2030 fünf neue Fahrzeuge und drei Mobilitätslösungen an.

Zu den wichtigsten Neuheiten zählen:

  • ein dreirädriges Modell sowie eine Viersitzer-Version des Topolino,
  • ein neuer elektrischer Fiat 500 sowie die Fiat-Variante des E-Modells aus Pomigliano d’Arco,
  • der neue SUV Grizzly, der die Panda-Familie und die Grande Panda auf derselben Plattform ergänzt, aber ein eigenständiges Design erhält,
  • ein drittes Familienmodell mit neuem Konzept, das für 2029 erwartet wird.

Auch Peugeot plant sieben neue Modelle. Vier davon sollen Marktpräsenz und Profitabilität der Marke ausbauen, sagte Peugeot-Chef Alain Favey. Ebenfalls sieben neue Modelle sind für Citroën vorgesehen, darunter eine elektrische Neuauflage der 2CV mit einem an das Original angelehnten Design.

Stellantis-Ziele 2030: global und regional

In Nordamerika rechnet Stellantis in den kommenden Jahren mit einem Auslieferungsplus von 35 Prozent auf 1,9 Millionen Fahrzeuge. Der Konzern will das Segment unter 40.000 Dollar stärker bedienen und die Zahl erschwinglicher Modelle von zwei auf neun erhöhen. Dazu sollen auch zwei neue Chrysler-Modelle für weniger als 30.000 Dollar gehören.

Die US-Marken sollen künftig 23 erneuerte oder überarbeitete Modelle in den Showrooms haben, davon elf komplett neue. Die strategische Formel für Nordamerika lautet "50/50/35": 50 Prozent neue Produkte, 50 Prozent mehr Marktpräsenz und 35 Prozent mehr Verkäufe.

Im neuen Stellantis-Plan kann jede Region eigene, auf den jeweiligen Markt zugeschnittene Programme umsetzen. In Europa strebt der Konzern ein Umsatzwachstum von 15 Prozent an und will verstärkt günstige Elektroautos produzieren.

In Asien soll Tata Motors eine "sehr wettbewerbsfähige Plattform" für die Entwicklung eines neuen Jeep bereitstellen, sagte Grégoire Olivier, Chief Operating Officer China & Asia Pacific bei Stellantis. Das Modell soll in Indien entwickelt und montiert werden.

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