Die Börsen in Europa und Asien zeigen sich am Dienstag uneinheitlich. Anleger warten auf die von US-Präsident Donald Trump gesetzte Iran-Frist, nach der Teheran bei einem Nein mit „Hölle und Verdammnis“ rechnen müsse.
Die Börsen in Europa und Asien haben am Dienstag leicht schwächer eröffnet. Anleger stellen sich auf die von US-Präsident Donald Trump gesetzte Frist an den Iran ein: Teheran soll einem Abkommen zustimmen, sonst drohen Luftangriffe auf die Energie-Infrastruktur des Landes.
Die Frist endet um acht Uhr abends an der US-Ostküste, das entspricht zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit. Bis dahin soll der Iran ein Abkommen akzeptieren, das die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr offen hält. Lehnt die Regierung ab, droht Trump mit der von ihm angekündigten vollständigen Zerstörung der zivilen Infrastruktur – von Kraftwerken bis zu Brücken im ganzen Land.
Zum Zeitpunkt der Berichterstellung kostet die US-Ölsorte WTI 113,5 Dollar je Barrel. Die Nordseesorte Brent notiert bei rund 111 Dollar. Beide Preise liegen etwa ein Prozent höher als am Vortag.
Der Euro Stoxx 50 und der breiter gefasste Stoxx 600 legen ebenfalls um rund ein halbes Prozent zu.
Der britische Leitindex FTSE 100 tritt auf der Stelle. Der deutsche Dax liegt etwa 0,2 Prozent im Plus, der französische CAC 40 und Italiens FTSE MIB gewinnen jeweils knapp ein Prozent.
In Asien fällt die Reaktion im Vorfeld der Frist gemischt aus.
In Südkorea steigt der Kospi um 0,8 Prozent. Der Leitindex Nikkei 225 in Tokio bewegt sich kaum.
Hongkongs Hang Seng verliert 0,8 Prozent, der Shanghai Composite gewinnt leicht um 0,3 Prozent. In Australien und Taiwan legen der ASX 200 und der Taiex dagegen jeweils um zwei Prozent zu.
Am Ostersonntag erneuerte Trump seine Drohung ein letztes Mal öffentlich vor Ablauf der Frist. Er kündigte an, der Dienstag werde im Iran ein Kraftwerks-Tag und Brücken-Tag in einem, und versprach, es werde nichts Vergleichbares geben.
US-Futures und Edelmetalle
Am Dienstagmorgen notieren die Terminkontrakte auf die großen US-Indizes zwischen 0,1 und 0,3 Prozent im Minus.
Zuvor hatten die US-Börsen am Montag freundlich geschlossen. Der S&P 500 stieg um 0,4 Prozent und verbuchte damit seine erste Gewinnwoche seit sechs Wochen. Der Dow Jones Industrial Average gewann 165 Punkte oder 0,4 Prozent, der technologielastige Nasdaq Composite legte 0,5 Prozent zu.
Der Handel am Montag bot den US-Anlegern auch die erste Gelegenheit, auf neue Arbeitsmarktdaten vom Freitag zu reagieren. Dem Bericht zufolge stellten US-Unternehmen im vergangenen Monat deutlich mehr neue Beschäftigte ein, als Ökonomen erwartet hatten.
Das gilt als positives Signal für eine Wirtschaft, die seit Beginn des Iran-Kriegs stark gestiegene Benzinkosten verkraften muss.
Eine Gallone Normalbenzin kostet im Landesdurchschnitt inzwischen fast 4,12 Dollar, meldet der Autoclub AAA. Kurz vor Beginn des Kriegs Ende Februar, als die USA und Israel ihre Angriffe starteten, lag der Preis noch unter drei Dollar.
An den Rohstoffmärkten gewinnt Gold 0,77 Prozent und kostet rund 4 685 Dollar je Feinunze. Silber verteuert sich um knapp 0,2 Prozent auf 72,95 Dollar je Unze.