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Europas Ultrareiche: Zahl steigt in fünf Jahren um 26 Prozent, Deutschland vorn

Euro-Banknoten liegen gestapelt auf einem Tisch in der Devisenabteilung der UBS in Zürich; Archivbild vom dreizehnten Dezember zweitausendeins.
Euro-Banknoten liegen gestapelt im Devisenhandel der UBS in Zürich; Archivaufnahme vom 13. Dezember 2001. Copyright  Copyright 2001 AP. All rights reserved.
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Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am
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Immer mehr Menschen in Europa besitzen ein Vermögen von mindestens dreißig Millionen Dollar (25,7 Mio. Euro). In Deutschland leben mit Abstand die meisten Ultrareichen, ihre Zahl wächst weiter.

Der Club der Superreichen in Europa wächst rasant. Die Zahl der Menschen mit einem Vermögen von mindestens 30 Millionen Dollar (25,7 Millionen Euro) – im Fachjargon Ultra-High-Net-Worth-Individuals oder UHNWIs – ist in Europa in den vergangenen fünf Jahren um 26 Prozent gestiegen. Damit kamen zwischen 2021 und 2026 laut Knight Frank Wealth Report 2026 insgesamt 37.428 neue Mitglieder zu dieser exklusiven Gruppe hinzu.

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Doch in welchen europäischen Ländern leben die meisten Superreichen? Und wo wächst ihre Zahl am schnellsten?

Weltweit verfügen mehr als 710.000 Menschen über ein Nettovermögen von mindestens 30 Millionen Dollar (25,7 Millionen Euro). Fast ein Viertel von ihnen, 25,8 Prozent, lebt in Europa. Die Zahl der Ultra-High-Net-Worth-Individuals auf dem Kontinent stieg laut Knight Frank Wealth Report 2026 von 146.525 im Jahr 2021 auf 183.953 im Jahr 2026.

Deutschland hat die meisten Superreichen

Deutschland führt Europa mit 38.215 UHNWIs an. Das Vereinigte Königreich belegt mit 27.876 den zweiten Platz, gefolgt von Frankreich mit 21.528. Kein anderes europäisches Land überschreitet die Marke von 20.000. Die Schweiz kommt auf 17.692, Italien auf 15.433.

Danach bricht die Kurve deutlich ein. Spanien, eine der größten Volkswirtschaften Europas, zählt 9.186 Superreiche. In Schweden sind es 6.845, in den Niederlanden 5.077. Dahinter folgen Dänemark (4.657), die Türkei (4.208), Österreich (4.188) und Polen (3.017).

In den übrigen Ländern sinkt die Zahl unter 3.000. Norwegen verzeichnet 2.460 Ultra-Reiche, Tschechien 2.270, Irland 2.196, Portugal 2.187 und Finnland 1.317. Alle anderen europäischen Staaten bleiben unter der Marke von 1.000.

Russland, das weder zur EU noch zu den EU-Beitrittskandidaten oder der EFTA gehört, kommt auf 8.399 UHNWIs.

Den größten absoluten Zuwachs verzeichnete Deutschland zwischen 2021 und 2026: 9.273 Menschen stiegen dort in den Club mit einem Vermögen von mehr als 30 Millionen Dollar auf. Auch die Schweiz (4.968), Frankreich (3.781) und das Vereinigte Königreich (3.005) legten deutlich zu.

Vierstellige Zuwächse gab es außerdem in Italien (2.886), Spanien (2.708), der Türkei (2.034) und Polen (1.575).

Polen, Türkei und Rumänien verzeichnen höchste Wachstumsraten

Absolute Zahlen erzählen jedoch nur einen Teil der Geschichte. In Prozenten betrachtet ergibt sich ein anderes Bild. In Polen hat sich die Zahl der Superreichen mehr als verdoppelt und ist um 109 Prozent gestiegen. Die Türkei (94 Prozent) und Rumänien (93 Prozent) liegen nur knapp dahinter.

Griechenland, Tschechien und Portugal verzeichneten jeweils ein Wachstum von mindestens 50 Prozent.

In Spanien nahm die Zahl der UHNWIs um 42 Prozent zu, in Deutschland um 32 Prozent, in Italien um 23 Prozent und in Frankreich um 21 Prozent. Das Vereinigte Königreich verzeichnete mit zwölf Prozent den geringsten Zuwachs unter den großen Volkswirtschaften, Schweden mit acht Prozent den niedrigsten Wert in der gesamten Gruppe.

Tendenziell fällt die Steigerungsrate dort höher aus, wo die Ausgangszahl der Superreichen vergleichsweise niedrig ist.

„Europa spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Schweden, Rumänien und Griechenland melden allesamt kräftige Zuwächse. Insgesamt verbreitert sich der Reichtum geografisch, konzentriert sich aber weiter auf einige wenige globale Schwergewichte“, heißt es in dem Bericht.

Liam Bailey, globaler Forschungschef bei Knight Frank, spricht von einem der bedeutendsten Verschiebungen der weltweiten Vermögensverteilung in der neueren Geschichte.

Superreiche verteilen Leben und Vermögen über Grenzen hinweg

„Die USA bleiben der dominierende Motor, doch auch Indien und eine Reihe schnell heranreifender Volkswirtschaften gewinnen an Gewicht und prägen inzwischen die globale Landschaft“, sagte er.

Die USA führen das weltweite Ranking der Superreichen mit großem Abstand an und kommen auf 387.422 UHNWIs.

Der Bericht stellt fest, dass steigende Steuern und zunehmender Regulierungsdruck die globale Mobilität von Vermögen beschleunigen. „UHNWIs organisieren ihr Leben immer stärker über mehrere

Rechtsräume hinweg; Family Offices steuern aktiv Steuerfragen, Lebensstil und politische Risiken“, heißt es.

Auch die Zahl der Milliardäre nimmt weltweit zu – Europa bildet da keine Ausnahme.

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