Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt am Mittwoch in mehreren Bundesländern vor kräftigen Gewittern, Hagel und Starkregen. Bis zu 100 Liter pro Quadratmeter können in einigen Regionen Deutschlands fallen.
In Teilen Deutschlands wird es heute ungemütlich: Bei wechselnder Bewölkung sind im Tagesverlauf kräftige Schauer und teils heftige Gewitter mit Sturmböen von bis zu 70 Kilometern pro Stunde zu erwarten. Zudem besteht Hagelgefahr.
Für die angespannte Wetterlage ist feuchtwarme, instabile Luft verantwortlich, die aus Südwesten nach Deutschland zieht. Gleichzeitig fördern Ausläufer eines Tiefs sowie eine Kaltfront die Bildung von heftigen Schauern und Gewittern.
Besonders betroffen: Alpenvorland in Südbayern
In Baden-Württemberg und Bayern zeigt sich das Wetter zunächst noch freundlich bei Temperaturen von 17 bis 21 Grad. Ab dem Mittag ziehen jedoch Gewitter auf – besonders heftig im Bayerischen Wald und am Alpenrand. Hier sind Hagelschläge möglich, zudem werden Sturmböen mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde erwartet. Für Teile Bayerns erwartet der Deutschem Wetterdienst (DWD) Hagelkörner von bis zu drei Zentimetern Durchmesser.
Starkregen wird zwischen Eifel und Erzgebirge erwartet. Wetterexperte Dominik Jung rechnet mit 20 bis 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit. Über mehrere Stunden hinweg seien Mengen von etwa 30 bis 40 Litern pro Quadratmeter möglich.
Thüringen und Sachsen: Sturzflutgefahr
Vor allem die Südhälfte Brandenburgs muss sich laut DWD am Mittwoch auf kräftigen Regen und örtliche Gewitter einstellen. Regional können innerhalb von sechs Stunden rund 20 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, vereinzelt auch bis zu 30 Liter. Im Raum Berlin sowie im Norden hält länger anhaltender Regen an, allerdings ohne warnrelevante Mengen.
In Thüringen und Sachsen, so warnt Klimatologe Dr. Karsten Brandt, falle in manchen Regionen bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter.
Zudem besteht eine potenzielle Gefahr von Sturzfluten: Auf den trockenen, verkrusteten Böden kann das Wasser nur schlecht versickern. Dadurch drohen überflutete Keller und Straßen.
Jung warnt: "Autofahrer sollten mit Aquaplaning auf Autobahnen rechnen und die Sicherheitsabstände vergrößern. Tagesausflüge in den Bergen und am Alpenrand würde ich für Mittwochnachmittag ausdrücklich nicht empfehlen – dort ziehen Gewitter schnell auf, und der Wetterumschwung kann innerhalb von Minuten erfolgen."
Nordrhein-Westfalen: Das Wettermodell des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) verortet den Schwerpunkt der aktuellen Niederschläge im östlichen Teil des Bundeslandes. Dort werden bis Mittwochabend noch bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet, während für Aachen 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter prognostiziert werden.
Deutlich ruhiger zeigt sich das Wetter hingegen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dort überwiegen dichte Wolken, zeitweise fällt Regen, und die Temperaturen bleiben mit 8 bis 12 Grad vergleichsweise kühl. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sind dort keine heftigen Gewitter zu erwarten.
Die teils heftige Unwetterlage dauert bis Donnerstagnacht.
Ab Freitag wird es wieder trocken und freundlich, mit Temperaturen zwischen 16 und 20 Grad. Am Wochenende steigen die Temperaturen noch etwas weiter an: 22 bis 24 Grad.