Lufthansa kündigt an, ihren Minderheitsanteil an der italienischen Fluglinie ITA Airways deutlich auszubauen und auf neunzig Prozent aufzustocken.
Europas größter Luftfahrtkonzern Lufthansa hat am Dienstag angekündigt, seinen bisherigen Minderheitsanteil an der italienischen Fluggesellschaft ITA Airways auf 90 Prozent zu erhöhen.
Der Konzern teilte mit, er werde im Juni dieses Jahres seine Option ziehen und die Mehrheit an ITA Airways übernehmen. Der Kaufpreis sei bereits vereinbart und liege bei 325 Millionen Euro.
Zuvor hatte der Vorstand dem Schritt am Montag zugestimmt. Die Transaktion steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Genehmigungen in der Europäischen Union und in den Vereinigten Staaten.
Seit dem Erwerb eines Minderheitsanteils von 41 Prozent an ITA Airways im Januar 2025 hält sich Lufthansa das Recht vor, den Anteil schrittweise auszubauen.
Verkäufer ist der italienische Staat, der bisher 59 Prozent an der Airline hielt. Künftig bleibt ihm ein Anteil von zehn Prozent.
Analysten sehen in dem Schritt einen weiteren Schub für die Konsolidierung der europäischen Luftfahrt. Für Lufthansa eröffnet der Deal zugleich besseren Zugang zum italienischen Markt und zusätzliche Langstrecken-Chancen über Rom.
Mit dem höheren Anteil werde ITA Airways „organisatorisch wie finanziell vollständig in den Lufthansa-Konzern integriert“, erklärte das Unternehmen.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte, alle kundenseitigen Schnittstellen seien bereits integriert – „mit Ausnahme der Nordatlantikflüge“, für die die kartellrechtliche Genehmigung der geplanten Fusion noch ausstehe.
Bei Zustimmung der Behörden soll der Erwerb bis zum ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein.
In einer separaten Erklärung begrüßte ITA-Airways-Chef Joerg Eberhart die Vereinbarung als „Schritt von großer industrieller und strategischer Bedeutung für ITA Airways“. Die vollständige Eingliederung in den Lufthansa-Konzern werde der Airline ermöglichen, international wettbewerbsfähiger aufzutreten.
Die Lufthansa-Aktie lag am frühen Nachmittag in Europa rund zwei Prozent im Plus.