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Nvidia übertrifft erneut Prognosen: KI-Boom treibt Umsatz, Aktie gibt nach

Archivbild: Nvidia-Chef Jensen Huang verlässt nach einem Empfang mit US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping die Große Halle des Volkes, 14. Mai 2026.
Archiv: Nvidia-Chef Jensen Huang nach Willkommenszeremonie mit US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in der Großen Halle des Volkes, 14. Mai 2026. Copyright  AP Photo/Mark Schiefelbein
Copyright AP Photo/Mark Schiefelbein
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Das wertvollste Unternehmen der Welt übertraf die Prognosen, der Umsatz sprang um fünfundachtzig Prozent. Trotzdem bleiben Anleger wegen neuer Konkurrenz und der Strategie jenseits klassischer Techgeschäfte vorsichtig, die Aktie fällt nachbörslich.

Der auf KI-Chips spezialisierte Hersteller Nvidia hat im Quartal erneut die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Ausschlaggebend war die starke Nachfrage nach seinen Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz.

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Der Konzern erzielte im Zeitraum Februar bis April einen Nettogewinn von 58,32 Milliarden Dollar (53,7 Milliarden Euro) beziehungsweise 2,39 Dollar je Aktie. Ein Jahr zuvor waren es 18,78 Milliarden Dollar (17,3 Milliarden Euro) oder 76 Cent je Aktie. Bereinigt um Sonderposten verdiente Nvidia 1,87 Dollar je Aktie.

Der Umsatz stieg um 85 Prozent auf 81,62 Milliarden Dollar (75,1 Milliarden Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte er bei 44,01 Milliarden Dollar (40,5 Milliarden Euro) gelegen.

Analystinnen und Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 1,75 Dollar je Aktie und Erlösen von 78,91 Milliarden Dollar (72,6 Milliarden Euro) gerechnet, wie eine Umfrage des Datenanbieters FactSet ergab. Nvidia übertrifft die Prognosen der Wall Street seit drei Jahren, seit seine Hochleistungs-Chips zu zentralen Bausteinen vieler KI-Systeme geworden sind.

„Der Aufbau von KI-Fabriken – der größten Infrastrukturerweiterung in der Geschichte der Menschheit – beschleunigt sich in außergewöhnlichem Tempo“, erklärte Unternehmenschef Jensen Huang in einer Mitteilung.

Nvidias Dominanz bei Grafikprozessoren (GPUs) hat das jüngste Wachstum des Konzerns angetrieben.

„Nvidia konzentriert sich zwar vor allem auf GPUs, ist aber auch im Geschäft mit Zentralprozessoren (CPUs) der größte Anbieter. Mit CPU-Umsätzen von 20 Milliarden Dollar lässt der Konzern AMD und Intel weit hinter sich“, sagte Ben Barringer, Leiter Technologieforschung beim Vermögensverwalter Quilter Cheviot.

CPUs sind Allzweckprozessoren, die die meisten Rechenaufgaben übernehmen. GPUs sind Spezialchips für besonders rechenintensive Anwendungen wie Künstliche Intelligenz.

Parallel zu Gewinn und Umsatz legten aber auch die operativen Kosten zu: Sie stiegen um 49 Prozent auf 7,75 Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro).

Der Konzern versucht zudem, seine Kundenbasis breiter aufzustellen. Nvidia will weniger stark von großen Rechenzentrumsbetreibern abhängen, berichtete Bloomberg. Mehr Nachfrage nach KI-Chips soll künftig von Regierungen und anderen Branchen kommen.

Der Strategiewechsel fällt in eine Phase verschärften Wettbewerbs. Einige Großkunden entwickeln inzwischen eigene Chip-Lösungen.

Für das laufende Quartal stellt Nvidia Erlöse von rund 91 Milliarden Dollar (83,7 Milliarden Euro) in Aussicht. Analystinnen und Analysten rechnen im Schnitt nur mit 87,29 Milliarden Dollar (80,3 Milliarden Euro).

Trotz der starken Zahlen und des optimistischen Ausblicks bleiben viele Anleger vorsichtig. Nach einem drei Jahre langen Boom fürchten sie eine Abkühlung. Nvidias Börsenwert ist seit Ende 2022 von 400 Milliarden Dollar (368 Milliarden Euro) auf 5,4 Billionen Dollar (5 Billionen Euro) gestiegen.

Die Aktie des in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien ansässigen Konzerns gab im nachbörslichen Handel leicht nach und fiel auf 222,12 Dollar. Im regulären Handel war sie bei 223,47 Dollar aus dem Handel gegangen.

„Das Problem für Nvidia ist: Wenn ein Unternehmen so übermächtig ist wie Nvidia, sind weitere große Sprünge sehr schwer. Entsprechend reagiert der Markt empfindlicher“, sagte Barringer weiter.

„Die Story von Nvidia ist nach wie vor überzeugend, und die Bewertung ist noch nicht alarmierend hoch. Aber im Halbleitermarkt könnte es aktuell attraktivere Wachstumschancen geben.“

Analystinnen und Analysten verwiesen zudem auf Änderungen in der Berichtsstruktur des Konzerns. Barringer begrüßte, dass Nvidia die Umsätze mit sogenannten Hyperscalern künftig gesondert ausweist. So könnten Anleger die Entwicklung besser mit den Investitionsplänen dieser Großkunden vergleichen und den Marktanteil von Nvidia in diesem Segment genauer einschätzen.

Das ist wichtig, weil Hyperscaler wie große Cloud-Anbieter zu Nvidias wichtigsten Kunden zählen. Deren Ausgaben bestimmen maßgeblich die Nachfrage nach den Chips des Konzerns.

Zugleich kündigte Nvidia höhere Ausschüttungen an die Aktionäre an. Der Vorstand genehmigte ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 80 Milliarden Dollar (73,6 Milliarden Euro) und erhöhte die Quartalsdividende von einem auf 25 Cent je Aktie.

Das Unternehmen „schraubt Dividende und Aktienrückkäufe nach oben und schlägt damit einen ähnlichen Weg ein wie einst Apple, als der Konzern die Ausschüttungen kräftig erhöhte“, sagte Barringer. „Noch sind die Renditen zwar gering, doch die Hoffnung ist, dass dies erst der Anfang höherer Rückflüsse an die Aktionäre ist.“

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