Die Wohnungspreise stiegen 2025 um 20,5 %, die Löhne nur um ein Prozent. Auf den Balearen und in Madrid ist der Wohnungskauf besonders schwer.
In Spanien wird der Kauf einer Wohnung immer schwieriger. Im Jahr 2025 entsprach der Erwerb einer gebrauchten 80-Quadratmeter-Wohnung dem gesamten Bruttoverdienst von acht Komma vier Jahresgehältern. Das geht aus einer Studie von Fotocasa und InfoJobs hervor.
Diese Zahl zeigt einen deutlichen Rückgang der Wohnungserschwinglichkeit im Vergleich zum Vorjahr. Binnen zwölf Monaten stieg der nötige Aufwand um 16 Monatsgehälter: von sieben Komma eins Jahren im Jahr 2024 auf acht Komma vier Jahre 2025.
Hauptgrund für diese Verschlechterung ist die wachsende Kluft zwischen Löhnen und Immobilienpreisen. Die ausgeschriebenen Löhne legten 2025 nur um ein Prozent zu. Die Preise für Bestandswohnungen schossen dagegen um 20,5 Prozent in die Höhe und erreichten im Schnitt 2.879 Euro pro Quadratmeter.
„Spanien steckt in der größten Erschwinglichkeitskrise am Wohnungsmarkt seiner Geschichte. Noch nie mussten Bürgerinnen und Bürger so viele Jahresgehälter für den Kauf einer Wohnung aufbringen“, sagt María Matos, Forschungsleiterin und Sprecherin von Fotocasa.
Balearen und Madrid: Unerschwinglichste Wohnungsmärkte
Die regionalen Unterschiede bleiben groß. Am schwersten ist der Zugang zu Wohnraum auf den Balearen. Dort muss eine Bewohnerin oder ein Bewohner den Bruttoverdienst von 15,1 Jahren vollständig einsetzen, also 181 Monatsgehälter, um eine durchschnittliche Wohnung zu kaufen.
Ganz ähnlich sieht es in Madrid aus. Dort entspricht der nötige Aufwand 15 Jahresgehältern. Zudem ist es die Region mit der stärksten Verschlechterung im Jahr 2025: Die Zeit bis zum Wohnungskauf verlängerte sich um 34 Monate gegenüber dem Vorjahr.
Auch in den autonomen Gemeinschaften Kanarische Inseln und Baskenland liegt der Aufwand bei mehr als zehn Jahresgehältern. Katalonien nähert sich dieser Schwelle mit neun Komma vier Jahren. Am anderen Ende der Skala stehen Castilla-La Mancha und Extremadura, wo der Kauf einer Wohnung rund vier Bruttojahresgehälter erfordert.
Nur 17 Provinzen erlauben Wohnungskauf mit weniger als fünf Jahresgehältern
Auf Provinzebene führen die Balearen erneut die Rangliste an: Dort sind 15,1 Jahresgehälter nötig, um eine Wohnung zu erwerben. Es folgen Madrid mit 15 Jahren, Málaga mit zwölf Komma neun Jahren, Gipuzkoa mit elf Komma sieben Jahren, Santa Cruz de Tenerife mit elf Komma drei Jahren und Barcelona mit zehn Komma zwei Jahren.
Die zugänglichste Provinz ist dagegen Jaén. Dort reichen drei volle Bruttojahresgehälter, um eine 80-Quadratmeter-Wohnung zu kaufen. Relativ günstig sind auch Ciudad Real, Teruel, Toledo, Zamora und Ávila, wo der Aufwand unter vier Jahren bleibt.
Dem Bericht zufolge erlauben nur 17 spanische Provinzen den Erwerb einer Wohnung, wenn weniger als fünf vollständige Bruttojahresgehälter eingesetzt werden.
Kluft zwischen Löhnen und Wohnkosten wächst
Die Autorinnen des Berichts warnen, dass die Lohnsteigerungen den Boom am Immobilienmarkt nicht ausgleichen. „Der Anstieg um ein Prozent im Jahr 2025 bleibt weit hinter der Preisentwicklung bei Wohnimmobilien zurück“, sagt Mónica Pérez, Direktorin für Kommunikation und Studien bei InfoJobs. Ihrer Ansicht nach zwingt diese Kluft die Menschen, immer mehr Arbeitsjahre und Ersparnisse aufzuwenden, um Wohneigentum zu erwerben.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich Wohneigentum zunehmend von der Kaufkraft der Haushalte entfernt. Besonders in den angespanntesten Märkten verdoppelt der nötige Aufwand für den Wohnungskauf nahezu den landesweiten Durchschnitt.