Die britische Billigfluglinie EasyJet hat drei unverbindliche Übernahmeangebote eines US-Finanzinvestors abgelehnt, zuletzt über fast 5,9 Milliarden Euro.
Das Investmenthaus Castlelake hat im vergangenen Monat öffentlich sein Interesse an einer Übernahme der Fluggesellschaft bekundet, die überwiegend innerhalb Europas unterwegs ist.
Am Montag teilte Castlelake mit, es wende sich nun direkt an die EasyJet-Aktionäre und bitte sie, die „Vorteile“ des jüngsten Angebots zu prüfen.
Nach den britischen Übernahmeregeln hat Castlelake bis Freitag Zeit, ein formelles Angebot vorzulegen. Andernfalls muss der Investor für sechs Monate auf einen neuen Anlauf verzichten.
Der Verwaltungsrat von EasyJet bekräftigte am Montag seine Einschätzung, das Gebot sei „äußerst opportunistisch“. Der Aktienkurs war zuvor gefallen, zugleich hatten sich die Verluste ausgeweitet, nachdem der Krieg im Nahen Osten die Kerosinpreise in die Höhe getrieben hatte.
Das Gremium erklärte weiter, man habe „großes Vertrauen in die EasyJet-Strategie und in die Fähigkeit des Unternehmens, den Aktionären langfristig attraktive Werte zu bieten“.
Im dritten Angebot stellte Castlelake 6,25 Pfund je EasyJet-Aktie in Aussicht. Das entspricht einem Aufschlag von rund 59 Prozent auf den Kurs Ende Mai, bevor der Investor sein Übernahmeinteresse öffentlich gemacht hatte.
Am Montag notierte die EasyJet-Aktie 3,4 Prozent im Plus bei 5,21 Pfund.
„Der Markt glaubt nicht, dass Castlelake Erfolg haben wird, wenn man sich anschaut, wie deutlich der Aktienkurs unter dem jüngsten Gebot liegt“, sagte Dan Coatsworth, Leiter der Marktanalyse beim Finanzdienstleister AJ Bell.