Die Ölpreise geben nach, nachdem Fortschritte in den US-Iran-Gesprächen die Angst vor Lieferproblemen in der Straße von Hormus gedämpft haben. In Großbritannien richtet sich der Blick der Märkte auf den Abgang des Premierministers.
Zum Zeitpunkt der Redaktion lag der Preis für die Nordseesorte Brent 0,91 Prozent im Minus bei 79,12 Dollar je Fass. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verlor 0,70 Prozent auf 75,32 Dollar.
Die niedrigeren Ölpreise spiegelten die Stimmung der Anleger im frühen Handel wider. Zuvor hatten Vermittler aus Katar und Pakistan erklärt, die erste Verhandlungsrunde zwischen den USA und Iran über ein endgültiges Abkommen zur Beendigung des Konflikts sei mit „ermutigenden Fortschritten“ zu Ende gegangen.
Ein in der vergangenen Woche unterzeichnetes Memorandum of Understanding sieht vor, binnen 60 Tagen ein endgültiges Abkommen zu schließen, die Kämpfe an „allen Fronten“, auch im Libanon, zu beenden und die Straße von Hormus wieder zu öffnen.
Großbritanniens Premier tritt zurück: Pfund unter Druck
Am Nachmittag richteten Börsianer den Blick nach Großbritannien, als Keir Starmer als Premierminister zurücktrat.
Das Pfund fiel zunächst in die Nähe seines Jahrestiefs, machte dann aber einen Teil der Verluste wett. Anleger diskutierten, ob eine neue Labour-Regierung die Sorgen um die britische Haushaltslage wieder anfachen könnte.
Der frühere Minister Andy Burnham, derzeit Favorit für die Nachfolge, bestätigte am Montag, dass er für das Amt kandidiert und Starmer ablösen will.
„Die Reaktion der Märkte bei Staatsanleihen und im Währungspaar Pfund zum US-Dollar (GBP/USD) ist bislang begrenzt geblieben. Das zeigt, wie sehr ein Übergang zu Burnham bereits eingepreist war. Burnhams Bekenntnis zu fiskalischen Regeln dürfte die Erwartungen stabilisieren, auch wenn internationale Investoren kaum begeistert auf eine weitere Phase des Führungswechsels und der politischen Unsicherheit reagieren werden. Für das Vereinigte Königreich ist schon die erneute Fokussierung auf den Markt für Staatsanleihen unangenehm, selbst wenn die unmittelbaren Kursbewegungen bisher relativ geordnet verlaufen“, schrieb Ken Egan, Senior Director für Staatsanleihen bei KBRA, in einer Analyse für Euronews.
Märkte uneinheitlich: Analysten beobachten US-Iran-Gespräche
Auch an den übrigen Börsen zeigten sich die Kurse am Montag uneinheitlich. In Europa notierten die Leitindizes gemischt, in Asien ebenfalls. Die US-Futures gaben nach.
In Paris verlor der Leitindex CAC 40 0,07 Prozent auf 8.415,50 Punkte, der deutsche DAX legte 0,25 Prozent auf 25.048,54 Punkte zu.
In Tokio sprang der Nikkei 225 um 1,6 Prozent auf 72.364,82 Punkte. Im Tagesverlauf hatte er bei 72.831,73 Zählern ein neues Rekordhoch markiert, gestützt von Technologiewerten, die vom weltweiten KI-Boom profitieren.
Die japanische SoftBank Group, eine international tätige Beteiligungsgesellschaft mit starkem KI-Schwerpunkt, stieg um 2,4 Prozent. Der Chipanlagenhersteller Tokyo Electron gewann 2,3 Prozent.
Der südkoreanische Kospi rückte um 0,4 Prozent auf 9.084,37 Punkte vor und notierte damit nahe seinem Rekordhoch, angetrieben von KI-Aktien. Der Speicherchiphersteller SK Hynix sprang um 4,7 Prozent nach oben.
„Wir erleben heute erneut einen starken Markt“, sagte Neil Newman, Managing Director und Chefstratege bei Astris Advisory Japan. Zugleich warnte er, der japanische Markt sei aus Sicht der Investoren „wahrscheinlich schon etwas überzogen“ – „zumal mit Blick auf die Lage im Nahen Osten“.
In Hongkong verlor der Hang-Seng-Index 1 Prozent auf 23.690,86 Zähler. Der Shanghai Composite kletterte leicht um 0,2 Prozent auf 4.098,01 Punkte.