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Venezuela plant größte Schuldenreform seiner Geschichte nach Fall Maduros

Delcy Rodríguez winkt im Miraflores-Palast in Caracas, Venezuela. Sie wartet dort am 24. April 2026 auf den kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro.
Delcy Rodríguez winkt, während sie im Regierungspalast Miraflores in Caracas, Venezuela, auf den kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro wartet, am 24. April 2026. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Sergio Garcia
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Übergangsregierung von Delcy Rodríguez will 240 Milliarden Dollar Schulden anerkennen – mehr als der Markt erwartet –, um Venezuela an die internationalen Finanzmärkte zurückzubringen.

Die Summe übertrifft alle Erwartungen. Venezuela steht kurz davor, eine Schuldenlast von rund 240.000 Millionen Dollar anzuerkennen, deutlich mehr als die bisher vom Markt geschätzten 150.000 bis 200.000 Millionen. Die Nachricht hat die Zeitung „Financial Times“ publik gemacht. Sie würde Caracas vor die größte je verzeichnete Schuldenrestrukturierung stellen, größer noch als den historischen Zahlungsausfall Griechenlands im Jahr 2012.

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Der Schritt folgt auf den politischen Umbruch im Land. Nach der Festnahme von Nicolás Maduro im vergangenen Januar hat die Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez die Führung übernommen. Ihr Ziel ist klar: Sie will noch vor Jahresende eine Einigung mit den Gläubigern erreichen und Venezuela an die internationalen Finanzmärkte zurückführen, von denen das Land seit fast einem Jahrzehnt abgeschnitten ist.

Nach Angaben der britischen Zeitung arbeitet die US-Bank Centerview Partners, die als Berater engagiert ist, an einem Tragfähigkeitsplan. Er soll Anfang Juli veröffentlicht werden. Zuvor will Caracas noch in diesem Monat einen makroökonomischen Rahmen vorlegen, der ein schonungsloses Bild zeichnet: Die Wirtschaft ist auf rund 100.000 Millionen Dollar geschrumpft, gegenüber 370.000 im letzten Amtsjahr von Hugo Chávez im Jahr 2012.

Venezuela: Schulden deutlich höher als erwartet

Doch ein Detail lässt die Alarmglocken schrillen: Anders als bei anderen großen Umschuldungen stammt die Tragfähigkeitsanalyse nicht vom Internationalen Währungsfonds. Das sorgt bereits für Unruhe in der venezolanischen Opposition. Sie befürchtet, dass das Land gegenüber seinen Gläubigern in eine noch fragilere Lage geraten könnte.

Der IWF hat seinerseits auf Abstand verwiesen und klargestellt, dass er zwar nicht am Verfahren teilnimmt, aber technische Kontakte zu Caracas hält. Die Institution hat die Beziehungen im vergangenen April nach sieben Jahren Funkstille wieder aufgenommen.

Den am besten dokumentierten Teil der Schulden bilden Staatsanleihen und Papiere des staatlichen Ölkonzerns PDVSA in Höhe von rund 60.000 Millionen Dollar. Hinzu kommen etwa 40.000 Millionen an seit dem Zahlungsausfall aufgelaufenen Zinsen. Außerdem schuldet Venezuela Geld an Ölunternehmen und andere Lieferanten, sieht sich mit Forderungen wegen Enteignungen aus der Chávez-Ära konfrontiert und hat noch offene Kreditlinien mit China und Russland.

Für die Anleger ist die große Unbekannte weniger die Höhe der Schulden als das Öl. Die Zentralbank bezifferte die Einnahmen aus Rohöl im ersten Quartal auf rund fünfeinhalb Milliarden Dollar. Das ist eine leichte Verbesserung gegenüber dem letzten Abschnitt der Maduro-Regierung, liegt aber weit unter dem Niveau vor den Sanktionen. Entsprechend überwiegt Skepsis: Nur wenige rechnen mit einem Abkommen schon 2026, die meisten blicken inzwischen auf 2027.

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