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IG Metall warnt: VW steuert mit Sparkurs auf schweren Konflikt mit Belegschaft zu

Beschäftigte protestieren vor dem Volkswagen-Werk in Zwickau am neunten Juli 2026
Beschäftigte protestieren vor dem Volkswagen-Werk in Zwickau am neunten Juli 2026. Copyright  AP Photo
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Von Doloresz Katanich & Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Konzernchef Oliver Blume prüft den Abbau von 100.000 Stellen weltweit, rund 16 % der VW-Beschäftigten, sowie die Schließung von drei VW-Werken in Deutschland und eines Audi-Standorts wären unter anderem betroffen.

Das Management von Volkswagen riskiert nach Gewerkschaftsangaben einen „großen Konflikt“ mit der Belegschaft. Der angeschlagene deutsche Autokonzern ringt um einen Umbau, der zur bislang größten Neuordnung der weltweiten Autoindustrie werden könnte, warnte eine Gewerkschaft am Donnerstag.

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„Wir schauen nicht tatenlos zu, wenn das Unternehmen seinen Kurs nicht ändert“, sagte der IG-Metall-Funktionär Thorsten Groeger. Beschäftigte protestierten gegen Berichte, Volkswagen plane den Abbau von bis zu 100.000 Stellen und die Schließung von vier Werken.

Europas größter Autobauer steht unter Druck. US-Zölle, sinkende Gewinnmargen bei Elektroautos und vor allem der harte Wettbewerb in China, dem größten Automarkt der Welt, setzen Volkswagen zu.

Volkswagen mit seinen zehn Marken von Seat bis Porsche streicht bereits bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland, darunter 35.000 bei der Kernmarke Volkswagen.

Diese Kürzungen vereinbarte der Konzern Ende 2024 mit den Gewerkschaften. Im Gegenzug sagte Volkswagen zu, bis mindestens zum Ende des Jahrzehnts keine Werke in Deutschland zu schließen.

Beschäftigte protestieren vor dem Volkswagen-Werk in Zwickau, 9. Juli 2026
Beschäftigte protestieren vor dem Volkswagen-Werk in Zwickau, 9. Juli 2026 AP Photo

Doch Vorstandschef Oliver Blume denkt inzwischen darüber nach, weltweit 100.000 Stellen abzubauen – rund 16 Prozent der globalen Belegschaft – und drei Volkswagen-Werke in Deutschland sowie ein Audi-Werk zu schließen, berichtete das Manager Magazin unter Berufung auf Unternehmenskreise.

„Sollten diese Pläne umgesetzt werden, werden wir sie mit aller Kraft stoppen“, erklärte Christiane Benner, Vorsitzende der einflussreichen IG Metall, in einer gemeinsamen Erklärung mit der VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo.

Die IG Metall organisiert am Donnerstag Proteste von VW-Beschäftigten vor Werken in ganz Deutschland. An diesem Tag will die Konzernspitze dem Aufsichtsrat ihre Umbaupläne vorstellen.

Was auf dem Tisch liegt

Bei der Sitzung am Donnerstag dürfte es noch keine endgültige Entscheidung geben. Sie könnte vielmehr den Auftakt zu monatelangen Verhandlungen zwischen Management, Gewerkschaften und Politik über Werksschließungen und weitere Stellenstreichungen markieren.

Laut Medienberichten berät der Aufsichtsrat über einen umfassenden Umbauplan. Er könnte die Schließung von vier deutschen Werken – Hannover, Emden, Zwickau und des Audi-Standorts Neckarsulm – und den Abbau von bis zu 50.000 weiteren Stellen umfassen.

Das Management nimmt zudem die Konzernstruktur von Volkswagen unter die Lupe. Um den Konzern zu vereinfachen, könnten die Kernmarke Volkswagen und das Komponentengeschäft ausgegliedert oder an die Börse gebracht werden.

Beschäftigte protestieren vor dem Volkswagen-Werk in Zwickau, 9. Juli 2026
Beschäftigte protestieren vor dem Volkswagen-Werk in Zwickau, 9. Juli 2026 AP Photo

Anstatt Werke komplett zu schließen, könnte Volkswagen die Produktion von auf China ausgerichteten Modellen auf schwach ausgelastete deutsche Standorte wie Zwickau verlagern. Diesen Vorschlag hatte Blume bereits früher ins Spiel gebracht.

Eine weitere Option wäre, bestimmten Werken keine neuen Modelle mehr zuzuweisen. Die Produktion würde dann schrittweise auslaufen, statt die Standorte sofort zu schließen.

Der Konzern brachte zudem ins Gespräch, dass Rüstungshersteller schwach ausgelastete Werke übernehmen und für den Ausbau ihrer Produktion nutzen könnten.

Warum eine Zustimmung schwierig wird

Der Aufsichtsrat besteht normalerweise aus 20 Mitgliedern, je zur Hälfte Vertreterinnen und Vertreter der Anteilseigner und der Belegschaft.

Derzeit haben die Arbeitnehmervertreter jedoch die Mehrheit. Grund ist der Rücktritt von Susanne Wiegand, der früheren Chefin des Rüstungsunternehmens Renk.

Auch die Eigentümerstruktur von Volkswagen erschwert den Umbau. Das Land Niedersachsen, Sitz der Konzernzentrale in Wolfsburg und von sechs Werken, hält einen Anteil, mit dem es wichtige Entscheidungen blockieren kann.

Oliver Blume, Vorstandschef des Volkswagen-Konzerns, spricht bei der „Volkswagen Group Media Night“ vor der Automesse Auto China 2026 in Peking, 21. April 2026
Oliver Blume, Vorstandschef des Volkswagen-Konzerns, spricht bei der „Volkswagen Group Media Night“ vor der Automesse Auto China 2026 in Peking, 21. April 2026 AP Photo

Werden die Pläne am Ende beschlossen, würde Volkswagen seine weltweite Belegschaft von rund 630.000 Beschäftigten um etwa 15 Prozent verkleinern.

Damit würden frühere Sparprogramme der Autoindustrie übertroffen. General Motors strich während seines Insolvenzverfahrens 2009 fast 50.000 Stellen.

Auch die übrige deutsche Autoindustrie mit Herstellern wie BMW und Mercedes-Benz sowie ihren Zulieferern baut Stellen ab und richtet sich neu aus, um auf die schwächere Nachfrage und den zunehmenden Wettbewerb zu reagieren.

Weitere Quellen • AFP

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