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EZB wählt 36 Zahlungsdienstleister für Pilot zum digitalen Euro aus

Archivbild: Die Euro-Skulptur vor der ehemaligen Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main, Mai 2023.
Archivaufnahme: Die Euro-Skulptur vor der ehemaligen EZB-Zentrale in Frankfurt am Main, aufgenommen im Mai 2023. Copyright  AP Photo/Michael Probst
Copyright AP Photo/Michael Probst
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Europäische Zentralbank wählt 36 Zahlungsdienstleister aus. Sie testen den digitalen Euro ab 2027 in einem einjährigen Pilotprojekt und sollen die Abhängigkeit der EU von ausländischen Zahlungsnetzwerken verringern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt das Projekt eines digitalen Euro voran und hat am Dienstag 36 Zahlungsdienstleister ausgewählt. Sie sollen die künftige Währung in einem groß angelegten Pilotprogramm testen, das in der zweiten Hälfte 2027 starten soll.

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Nach EZB-Angaben wurden die Teilnehmer aus mehr als 50 Bewerbern aus dem Euroraum ausgewählt. Sie arbeiten in einem zwölfmonatigen Test gemeinsam mit der EZB und 19 nationalen Zentralbanken des Eurogebiets; Bulgarien und Malta sind nicht dabei.

In dem Pilotprojekt will die EZB Technik, Abläufe und Nutzerfreundlichkeit des digitalen Euro prüfen. Geplant sind Zahlungen von Person zu Person und von Person zu Unternehmen – sowohl online als auch offline –, bevor über eine Einführung entschieden wird.

Mit der Auswahl rückt der digitale Euro näher an praktische Tests mit Verbraucherinnen und Verbrauchern, Händlern und Zahlungsdienstleistern heran. Es ist einer der wichtigsten Schritte seit Beginn der Vorbereitungsphase Ende 2023.

Unter den ausgewählten Dienstleistern sind klassische Banken, digitale Banken und Zahlungsunternehmen. Mehrere große Institute in Europa machen mit, darunter Deutsche Bank, UniCredit, Revolut, Adyen und Stripe.

EZB-Direktor Piero Cipollone sieht in dem Interesse ein Signal, dass die Branche bereit ist, die nächste Phase des Projekts mitzugestalten.

„Das starke Interesse am Pilot zeigt, dass der Privatsektor bereit ist, sich aktiv einzubringen und den digitalen Euro zügig voranzubringen, um den europäischen Zahlungsverkehr zu stärken“, erklärte Cipollone.

ARCHIV: EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone spricht beim Forum „Tokenisierung und das Finanzsystem“ während der Frühjahrstagung von Weltbank und IWF in Washington, April 2025
ARCHIV: EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone spricht beim Forum „Tokenisierung und das Finanzsystem“ während der Frühjahrstagung von Weltbank und IWF in Washington, April 2025 AP Photo/Jose Luis Magana

„Wir freuen uns auf eine engere Zusammenarbeit, in der wir gemeinsam mit europäischen Zahlungsdienstleistern einen sicheren, effizienten und inklusiven digitalen Euro entwickeln“, so Cipollone weiter.

Digitaler Euro: Gesetzliche Grundlage bleibt entscheidender Meilenstein

Das Pilotprojekt startet, während Europäisches Parlament, Rat und EU-Kommission weiter über das Gesetz für den digitalen Euro verhandeln.

Die EZB betont seit langem, dass sie den digitalen Euro erst herausgeben kann, wenn die Rechtsgrundlage von den EU-Gesetzgebern beschlossen ist.

Nach heutigem Stand soll das Gesetz 2027 verabschiedet werden. Danach würde der Pilot abgeschlossen und ein möglicher Start für die breite Öffentlichkeit 2029 folgen. Der Zeitplan hängt jedoch von den Verhandlungen ab.

Der digitale Euro soll Bürgerinnen und Bürgern über beaufsichtigte Zahlungsdienstleister kostenlos zur Verfügung stehen. Die EZB versucht immer wieder, Sorgen zu zerstreuen, wonach Bargeld verschwinden oder der Datenschutz geschwächt werden könnte.

Nach dem aktuellen Konzept wird der digitale Euro keine Zinsen abwerfen. Die Beträge pro Person sollen begrenzt sein, um große Abflüsse von Einlagen bei Geschäftsbanken zu verhindern.

Exklusiv gegenüber Euronews sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde vergangene Woche, sie begrüße die Entscheidung des Europäischen Parlaments, Verhandlungen über das Gesetz zu beginnen, und bekräftigte, dass der digitale Euro Bargeld ergänzen und nicht ersetzen soll.

„Bargeld und digitaler Euro werden beide gesetzliches Zahlungsmittel sein. Das heißt, niemand in Europa kann sagen: ‚Es tut mir leid, ich nehme Ihre Banknoten nicht an‘“, sagte Lagarde The Europe Conversation mit Maria Tadeo und bekräftigte, dass Bargeld dauerhaft Teil des europäischen Geldsystems bleibt.

Der digitale Euro soll zudem Europas Abhängigkeit von internationalen Zahlungsdienstleistern verringern und die strategische Autonomie der EU im Zahlungsverkehr stärken.

Lagarde sagte bei Euronews, das Projekt diene ebenso der Stärkung der wirtschaftlichen Souveränität Europas wie der Modernisierung des Zahlungsverkehrs. Sie verwies auf die anhaltende Abhängigkeit der EU von ausländischen Zahlungsnetzen.

„Wir sind überwiegend von US-amerikanischen, teilweise auch chinesischen Netzen abhängig, um Zahlungen abzuwickeln. Wir brauchen eine europäische Lösung, weil wir zu Hause souverän sein wollen“, so Lagarde.

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