Der Immobilienindex Fotocasa meldet für Juli einen durchschnittlichen Preis von 3.154 Euro je Quadratmeter für Gebrauchtwohnungen in Spanien. Das sind 16,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Alle 17 Regionen verteuern sich, Spitzenreiter sind Murcia, Kantabrien und die Region Valencia.
Der Markt für Bestandswohnungen kommt nicht zur Ruhe. Im Juli lag der Durchschnittspreis in Spanien bei 3.154 Euro pro Quadratmeter. Das sind 0,7 % mehr als im Vormonat und 16,2 % mehr als vor einem Jahr, wie der Immobilienindex Fotocasa zeigt. Umgerechnet auf eine Standardwohnung mit 80 Quadratmetern steigt der Preis in nur zwölf Monaten von 217.214 auf 252.308 Euro. Das sind 35.094 Euro mehr für dieselbe Wohnung.
„Der Preis einer durchschnittlichen Wohnung in Spanien liegt erstmals über 250.000 Euro“, fasst María Matos, Leiterin der Studienabteilung von Fotocasa, zusammen. Sie sieht die Ursache in einem zu geringen Angebot; gleichzeitig bleibt die Nachfrage trotz der hohen Hypothekenbelastung der Haushalte stabil. Matos erwartet, dass der Markt in den kommenden Monaten in eine Phase „schrittweiser Normalisierung“ eintritt, weil immer mehr Käufer auf das Limit ihrer finanziellen Möglichkeiten treffen.
Alle Regionen werden teurer
In den 17 autonomen Gemeinschaften sind die Preise für Bestandswohnungen im Juli gegenüber 2025 gestiegen. In 14 Regionen lag der Anstieg über 10 %: Murcia führt mit 26,2 %, gefolgt von Kantabrien (20,1 %), der Comunidad Valenciana (18,1 %), Navarra (17 %) und La Rioja (16,5 %). Am anderen Ende liegen die Balearen (6,5 %) und Extremadura (7,4 %), wo die Preise nur moderat anzogen.
Beim absoluten Preisniveau bleibt Madrid die teuerste Region und liegt knapp unter 5.500 Euro pro Quadratmeter (5.455 €/m²). Dahinter folgen die Balearen (5.401 €/m²) und das Baskenland (3.970 €/m²). Extremadura (1.359 €/m²), Kastilien-La Mancha (1.426 €/m²) und Kastilien und León (1.806 €/m²) bilden das Schlusslicht.
Ávila und León mit größten Preissprüngen
Auf Provinzebene ist die Verteuerung fast flächendeckend: In 48 der 50 untersuchten Provinzen steigen die Wohnungspreise, in 29 davon um mehr als 10 %. Neben Murcia (26,2 %) fallen zwei Binnenprovinzen auf, die sonst selten in Immobilien-Schlagzeilen auftauchen: Ávila mit einem Plus von 25,3 % und León mit 25,2 %. Nur in Teruel (-8,4 %) und Huelva (-2,3 %) gehen die Preise zurück.
Madrid (5.455 €/m²) und die Balearen (5.401 €/m²) bleiben die teuersten Provinzen, gefolgt von Gipuzkoa (4.758 €/m²) und Málaga (4.651 €/m²). Jaén ist mit 1.117 Euro pro Quadratmeter weiterhin die günstigste Provinz des Landes.
Provinzhauptstädte: Donostia am teuersten, Jaén am erschwinglichsten
Bei den Provinzhauptstädten steigen in 46 der 47 untersuchten Städte die Preise, mit León an der Spitze (25,6 %), gefolgt von Ávila und Ciudad Real mit jeweils 19,8 %. Einzige Ausnahme ist Santa Cruz de Tenerife, wo die Preise leicht um 1,3 % fallen.
Donostia-San Sebastián festigt seine Rolle als teuerste Hauptstadt Spaniens mit 7.120 Euro pro Quadratmeter. Dahinter folgen Madrid (6.624 €/m²), Barcelona (5.304 €/m²) und Palma de Mallorca (5.200 €/m²).
Auf Gemeindeebene steigen in 93 % der 404 von Fotocasa untersuchten Orte die Preise im Jahresvergleich; in 20 Gemeinden liegt das Plus bei mehr als 30 %. Catral (Provinz Alicante) führt die Liste mit einem Sprung von 129,7 % an, gefolgt von Bigastro (92,9 %) und Narón (62,5 %). Die teuersten Gemeinden Spaniens konzentrieren sich weiterhin auf die Balearen: Santa Eulària des Riu mit 8.494 €/m² und Sant Antoni de Portmany mit 8.266 €/m². Bailén, Mengíbar und Torredonjimeno in der Provinz Jaén gehören zu den günstigsten Orten, alle mit weniger als 800 Euro pro Quadratmeter.
Madrid und Barcelona mit unterschiedlicher Dynamik
Die beiden großen Metropolen entwickeln sich sehr unterschiedlich. In der Stadt Madrid ist der Preis für eine 80-Quadratmeter-Wohnung innerhalb eines Jahres von 485.075 auf 529.900 Euro gestiegen, ein Plus von 9,2 %. Käufer zahlen damit 44.825 Euro mehr für die gleiche Wohnung. In Barcelona fällt der Anstieg deutlich geringer aus: plus 3 % im Jahresvergleich, von 412.086 auf 424.280 Euro, also 12.194 Euro mehr.
Nach Bezirken betrachtet, erlebt Madrid im Süden der Stadt einen regelrechten Boom: In Villaverde klettern die Preise um 29,8 %, in Villa de Vallecas um 25,5 %. Das liegt deutlich über etablierten Vierteln wie dem Barrio de Salamanca (2,6 %), das mit 10.682 Euro pro Quadratmeter dennoch der teuerste Bezirk bleibt. In Barcelona führen Gràcia (11,6 %) und Nou Barris (11,5 %) die Preisanstiege an. Ciutat Vella ist der einzige Bezirk mit einem Rückgang von minus 2,7 %.