Loader
Finden Sie uns
Werbung

"Tag der Steuerbefreiung": Spanier arbeiten 231 Tage im Jahr nur für die Steuer

Archivbild: Ein Steuerzahler erledigt seine Steuerangelegenheiten über das Onlineportal der Steuerbehörde.
Archivbild. Ein Steuerzahler erledigt seine Steuerangelegenheiten über das Onlineportal der Steuerbehörde. Copyright  Agencia Tributaria
Copyright Agencia Tributaria
Von Marina Neila
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Der "Steuerbefreiungstag" fällt laut der Stiftung Civismo in diesem Jahr auf den 20. August. Höhere Steuersätze verlagern den Termin immer weiter nach hinten. Seit Amtsantritt von Pedro Sánchez hat er sich um 54 Tage verschoben.

Spanierinnen und Spanier müssen bis zum 20. August warten, bis sie den sogenannten "Tag der Steuerbefreiung" erreichen. An diesem Datum haben die Berufstätigen im Schnitt genug Einkommen erzielt, um ihre Steuern und Sozialabgaben zu bezahlen.

WERBUNG
WERBUNG

Nach Berechnungen der Stiftung Civismo sind dafür im Jahr 2026 insgesamt 231 Arbeitstage nötig, also zwei mehr als im Vorjahr. Der Bericht betont, dass das Plus bei den Staatseinnahmen nicht allein auf neue Steuererhöhungen zurückgehe.

Als Pedro Sánchez 2018 in den Regierungssitz La Moncloa einzog, lag der entsprechende Zeitraum noch bei 177 Tagen, und der Tag der Steuerbefreiung fiel auf den 27. Juni. Seither hat sich das Datum um 54 Tage nach hinten verschoben.

Zu den Gründen für die steigende Steuerlast zählen die fehlende Anpassung der Einkommensteuertarife, höhere Sozialbeiträge, die Rücknahme mancher Mehrwertsteuersenkungen sowie neue lokale Abgaben. Dadurch fließt ein großer Teil der Haushaltseinkommen in den Staat und die Sozialkassen.

Um die tatsächliche Steuerbelastung zu ermitteln, berechnet die Stiftung die gesamten Arbeitskosten eines durchschnittlichen Beschäftigten. Im Beispiel verdient ein Angestellter ein Bruttojahresgehalt von 32.446 Euro und zahlt rund 17.666 Euro an Steuern und Sozialabgaben. Nach allen Abzügen bleiben ihm etwa 24.725 Euro netto pro Jahr. Das heißt: Von je 100 Euro Arbeitskosten kommen nur 58,3 Euro als Nettolohn bei dem Angestellten an.

Der Bericht hält außerdem fest, dass Beschäftigte am Ende mehr Einkommensteuer zahlen, obwohl ihre Löhne kaum steigen. Grund dafür ist, dass die Steuerstufen nicht im gleichen Tempo angepasst werden wie die Gehälter.

Hinzu kommen die Mehrwertsteuer und weitere regionale sowie kommunale Abgaben, die die Haushaltskasse zusätzlich belasten.

Zu den regulären Steuern kommen andere regionale und kommunale Abgaben wie der IBI, die Kfz-Steuer oder die Erbschaft- und Schenkungsteuer hinzu. Nach Angaben der Stiftung Civismo schlagen diese Posten für einen durchschnittlichen Beschäftigten mit rund 4.110 Euro im Jahr zu Buche. Das entspricht mehr als zwei Monaten seines Nettoeinkommens.

Der Tag der Steuerbefreiung fällt je nach Autonomieregion unterschiedlich aus. Madrid, La Rioja und die Kanarischen Inseln haben ihn bereits erreicht, während Katalonien und Extremadura dies erst am 26. August schaffen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

19 % Mehrwertsteuer auf alles? Deutscher Top-Ökonom gegen Europa-Trend

Europa: Wo Beschäftigte am wenigsten vom Lohn behalten

Nettoeinkommen in Europa: Wo bleibt nach Steuern am meisten übrig?