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Trumps Ölabkommen mit Venezuela: Was über US-Zugriff bekannt ist

ARCHIV - Flammen schlagen aus Fackeln der Amuay-Raffinerie in Los Taques in Venezuela, 14. Januar 2026.
ARCHIV - Flammen schlagen aus den Fackeln der Amuay-Raffinerie in Los Taques, Venezuela, am 14. Januar 2026. Copyright  AP Photo
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Von Angela Barnes mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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US-Präsident Donald Trump preist in einem sozialen Netzwerk „den größten Öl-Deal der Weltgeschichte“ in Venezuela an. Das Weiße Haus schweigt fast dazu.

Trump erklärte, das am Freitagabend verkündete Abkommen verschaffe den USA eine Beteiligung an den riesigen Ölreserven Venezuelas. Damit komme er seinem Ziel näher, die Energie des Landes zu nutzen, nachdem amerikanische Streitkräfte den damaligen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar bei einem nächtlichen Einsatz festgenommen und nach New York gebracht hatten, wo er sich vor einem Bundesgericht wegen mutmaßlichen Drogenschmuggels verantworten muss.

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Venezuelas Interimschefin Delcy Rodríguez bezeichnete die Vereinbarung als Schritt hin zu einer wirtschaftlichen Erholung, die die Ölindustrie des Landes modernisieren soll. In einer Fernsehansprache an die Nation am späten Sonntagabend betonte Rodríguez, die Souveränität Venezuelas sei geschützt, und erklärte, sie wolle ihr Land zu einer globalen Energiegroßmacht machen.

Schon am Samstag hatte sie erklärt, die Ölreserven würden „nicht länger eine träge, kalte Statistik bleiben, sondern sich in konkrete Lösungen verwandeln. Wohnraum ist eine davon“.

Viele Fragen sind jedoch offen. Etwa, wie schnell die Vorkommen erschlossen werden können und wer die Kosten dafür trägt. Einen Vertragstext hat die Regierung bislang nicht veröffentlicht.

Hier ein Überblick über bekannte Fakten und offene Punkte:

Öl-Deal: Die Konditionen

Die US-Regierung und ein nicht genannter privater Betreiber in Venezuela haben eine neue Gesellschaft gegründet. Sie erhält das Recht, bislang unerschlossene Ölfelder zu entwickeln.

Nach Angaben von Rodríguez umfasst das Abkommen die Erschließung von 17 Feldern mit einem nachgewiesenen Potenzial von 65 Milliarden Barrel. Demnach könnten dadurch Investitionen von 100 Milliarden Dollar (86 Milliarden Euro) in die venezolanische Ölindustrie fließen und mehr als 209 Milliarden Dollar (180 Milliarden Euro) an Steuereinnahmen für Caracas generiert werden.

Trump sagte, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Rodríguez hätten das Abkommen ausgehandelt.

Die Vereinbarung sichert den USA 55 Prozent der tatsächlichen Fördermenge des neuen Unternehmens, einschließlich eines Eigentumsanteils und des Rechts, Öl zum Selbstkostenpreis zu kaufen. Die US-Regierung will die Käufe vor allem für die strategische Erdölreserve und das Militär nutzen, sagte ein US-Beamter, der nicht öffentlich über die Details sprechen durfte und anonym bleiben wollte.

Die neue Firma wäre demnach nach Saudi Aramco der zweitgrößte Konzern mit nachgewiesenen Ölreserven.

Venezuela: Wie reagiert die Bevölkerung?

Manche Venezolaner sehen den Deal als Verrat an einem jahrzehntealten Versprechen ihrer Regierung: Die Ressourcen des Landes gehören Venezuela, und Staats- und Regierungschefs würden der US-Regierung keinen Zugriff darauf gewähren.

Der Harvard-Professor Ricardo Hausmann, früher Planungsminister in Venezuela, nannte die Vereinbarung einen „beschämenden Deal“.

„Die Venezolaner werden dieses illegitime Abkommen nicht akzeptieren, und kein großes US-Ölunternehmen wird es ernst nehmen, weil klar ist, dass es nicht dauerhaft sein wird“, schrieb Hausmann in sozialen Netzwerken. Rodríguez habe „weder Legitimität noch verfassungsmäßige Befugnis, Venezuela an einen solchen Deal zu binden“.

In ihrer Fernsehansprache wies Rodríguez einen Teil der frühen Kritik zurück.

„Eines muss völlig klar sein: Venezuela behält Eigentum und Souveränität über seine Ressourcen“, sagte Rodríguez. Ziel sei es zudem, weitere Vereinbarungen mit transnationalen Privatunternehmen wie Chevron, Repsol und Shell zu schließen.

Sie fügte hinzu: „Wir wollen eine Energiegroßmacht sein, ein wichtiger Ölproduzent, ein bedeutender Gasexporteur und ein großer nationaler Petrochemie-Standort“.

US-Kongress: Reaktionen auf das Abkommen

Noch ist unklar, ob der Kongress bei dem Abkommen mitentscheidet. Abgeordnete beider Parteien haben sich dennoch rasch zu Wort gemeldet.

Trumps Verbündete sprechen von einem Erfolg.

Senator Bernie Moreno aus Ohio bezeichnete den Deal als historisch und vorteilhaft für beide Länder. „Wenn es nach den Demokraten in Washington ginge, wäre Maduro noch an der Macht, venezolanisches Öl würde zum halben Preis nach China gehen und das Volk in Venezuela würde weiter von einem korrupten Regime beraubt“, schrieb Moreno in sozialen Medien.

Demokraten verurteilten das Abkommen und erklärten, die Festnahme Maduros habe genau diesem Zweck gedient.

Senator Tim Kaine aus Virginia warf Trump vor, es gehe ihm schon immer um Venezuelas Öl, und sprach von „Korruption in epischem Ausmaß“.

„Werden die Preise für Amerikaner sinken? Niemand weiß es, aber wahrscheinlich nicht so stark, wie Trump sie mit seinem idiotischen Iran-Krieg in die Höhe getrieben hat“, schrieb Kaine in einem Beitrag.

Senator Chris Van Hollen aus Maryland erklärte, Trump habe „unsere Soldaten gefährdet, um venezolanisches Öl für seine Milliardärsfreunde zu sichern“.

Offene Fragen zum Öl-Abkommen

Viele zentrale Details sind weiter unklar. Zum Beispiel, wer die nötigen Investitionen übernimmt, wer hinter dem privaten Betreiber steht und wie sich der Anteil der USA an der Firma genau zusammensetzt.

Fest steht nur, dass die USA 55 Prozent der effektiven Fördermenge erhalten sollen. Wie viel davon auf den Eigentumsanteil entfällt und wie viel auf das Recht, Öl zum Selbstkostenpreis zu kaufen, ist offen.

Unklar ist auch, wie die Branche reagiert. Große US-Ölkonzerne von einer Rückkehr in die Region zu überzeugen, dürfte angesichts politischer Unsicherheit und maroder Infrastruktur schwierig werden.

Chevron, der einzige US-Ölkonzern, der derzeit aktiv in Venezuela fördert, lehnte eine Stellungnahme ab. Unabhängig von Trumps Ankündigung führt Chevron bereits Gespräche über zusätzliche Investitionen in dem Land. Auch Exxon Mobil wollte sich nicht äußern.

David Oxley, Chefökonom für Klima und Rohstoffe bei Capital Economics, erklärte, der Deal könne auf den ersten Blick die US-Ölreserven verdoppeln und die Abhängigkeit von Rohöl aus Kanada und Mexiko verringern. In einem Kommentar warnte Oxley jedoch vor erheblichen logistischen Hürden und verwies darauf, dass der Wert der venezolanischen Reserven unter dem früheren Präsidenten Hugo Chávez möglicherweise übertrieben dargestellt wurde.

Selbst mit rechtlichen und Sicherheitsgarantien sei keineswegs sicher, „dass US-Ölkonzerne investitionshungrig wären“, schrieb er. „Möglicherweise gibt es andernorts schlicht attraktivere Geschäftsgelegenheiten.“

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