Peabody-Preise 2026: Von "Adolescence" und "Pluribus" bis zur Gaza-Kriegsberichterstattung – ausgezeichnet wird erzählerische Kraft statt Quote, quer durch Unterhaltung, Doku und Public Service.
Die Gewinnerinnen und Gewinner der 86. jährlichen Peabody Awards stehen fest. Sie zeigen die ganze Bandbreite heutigen Storytellings – von Late-Night-Satire bis zu dringender Berichterstattung aus Kriegsgebieten.
Insgesamt wählte die Jury aus Branchenprofis und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vierunddreißig Preisträgerinnen und Preisträger aus mehr als 1.000 Einreichungen aus. Das zeigt, wie groß und hart umkämpft die Peabody Awards inzwischen sind.
Die 1940 ins Leben gerufenen Peabody Awards würdigen Geschichten, die gesellschaftliche Wirkung und kulturelle Bedeutung in den Mittelpunkt stellen – im Fernsehen, Radio, in Podcasts und digitalen Medien. Entscheidend sind nicht Quoten, sondern ein spürbarer Einfluss auf die Gesellschaft.
Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger decken dieses Spektrum deutlich ab.
In der Sparte Unterhaltung wurden unter anderem Adolescence, Jimmy Kimmel Live! und Pluribus ausgezeichnet.
Die Jury rückte auch drängende globale Themen in den Fokus. Formate wie Fault Lines: Kids Under Fire, The Disappearance of Dr. Abu Safiya und The Rise and Fall of Terrorgram wurden für ihre Berichte über Gaza und über extremistische Netzwerke im Internet geehrt. Ausgezeichnet wurden zudem Recherchen zu verschärften Einwanderungskontrollen und Einsätzen der US-Behörde ICE.
In der Dokumentarsparte gehört der Oscar-prämierte Film Mr Nobody Against Putin zu den Gewinnern. Die Produktion basiert auf heimlich gedrehten Aufnahmen des Lehrers Pawel Talankin. Er zeigt darin, wie die Regierung Wladimir Putins nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine versucht, Schulkinder ideologisch zu beeinflussen. Das eindringliche Werk erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen auf europäischen Dokumentarfilm-Festivals für seine politische Berichterstattung. Im vergangenen Monat untersagte jedoch ein russisches Gericht die Verbreitung des Films, nachdem die Behörden ihm vorwarfen, „negative Einstellungen“ gegenüber Regierung und Ukraine-Krieg zu fördern.
Zu den weiteren ausgezeichneten Filmen zählen No Other Land, der bereits 2025 den Oscar für den besten langen Dokumentarfilm erhalten hatte, sowie The Alabama Solution, prämiert 2026 mit einer Goldsmith Special Citation for Documentary Film.
Die Preise unterstreichen die weltweite Ausstrahlung und die bereits bestehende Anerkennung der diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner.
„Die Gewinnerinnen und Gewinner der 86. Peabody Awards stehen für den Auftrag der Peabodys, Storytelling auszuzeichnen, das Kultur verändern kann – sei es durch die Analyse der zerstörerischen Taktiken von ICE, durch sehr persönliche Perspektiven auf unheilbare Krankheiten oder durch den Widerstand gegen Versuche, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken“, erklärte Jeffrey Jones, Geschäftsführer der Peabody Awards. „Wir freuen uns darauf, diese Preisträgerinnen und Preisträger zu würdigen und mit ihnen zu feiern.“
Die Gewinnerinnen und Gewinner der 86. Peabody Awards werden am 31. Mai bei einer Gala im Beverly Wilshire Hotel geehrt.
Die vollständige Liste der ausgezeichneten Beiträge:
Nachrichten
- Fault Lines: „Kids Under Fire“ (Al Jazeera English)
- Fault Lines: „The Disappearance of Dr. Abu Safiya“ (Al Jazeera English)
- The Rise and Fall of Terrorgram (FRONTLINE/ProPublica)
- 60 Minutes: „The Uvalde Response“ (CBS News)
- PBS NewsHour: „America’s Child Care Crisis“ (PBS)
- Reuters: „Myanmar’s Hidden War“
Unterhaltung
- Adolescence
- Jimmy Kimmel Live!
- The Pitt
- Heated Rivalry
- Andor
- Pluribus
- Reservation Dogs
- Somebody Somewhere
Dokumentarfilm
- Mr. Nobody vs Putin
- No Other Land
- Come See Me in the Good Light
- The Alabama Solution
- 20 Days in Mariupol
- Beyond Utopia
Interaktive und immersive Formate / digitales Storytelling
- South of Midnight
- Additional investigative and immersive projects
Kinder und Jugendliche / Kunst / Podcast-Radio / Public Service
- In diesen Sparten wurden mehrere Projekte ausgezeichnet, die Bildungs-, Kultur- und Public-Service-Storytelling verbinden