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Spektakulärer Fund: 1.000 Jahre alte Textilfabrik der Wikinger freigelegt

Archäologin des Moesgaard Museums, Liv Stidsing Reher-Langberg, hält eine Glasperle aus der Wikingerzeit, die am 22. Juni 2026 bei Ausgrabungen nahe Aarhus in Dänemark entdeck
Archäologin des Moesgaard Museums, Liv Stidsing Reher-Langberg, hält eine Glasperle aus der Wikingerzeit, die am 22. Juni 2026 bei Ausgrabungen nahe Aarhus in Dänemark entdeck Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Eine Ausgrabung nahe Aarhus in Dänemark liefert Erkenntnisse, die das Verständnis der Wikingerzeit grundlegend verändern könnten. Freigelegt wurden insgesamt 82 Grubenhäuser, die nach Einschätzung der Archäologen als spezialisierte Textilwerkstätten dienten.

Die Wikinger waren offenbar nicht nur ein kriegerisches Volk: In Søften, einem kleinen Ort in der Region Mitteljütland, nördlich von Aarhus, wurden Überreste einer außergewöhnlich großen Handwerkssiedlung entdeckt. Die Anlage stammt aus dem 7. bis 10. Jahrhundert und umfasst 100.000 Quadratmeter. Insgesamt 82 Grubenhäuser legten die Archäologen frei.

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Der Bereich diente offenbar einst als spezialisierte Handwerkszone, in der viele Arbeitsplätze parallel organisiert waren. Die Vielzahl identischer Werkstätten spricht dafür, dass Arbeitsteilung und möglicherweise auch zentrale Steuerung eine Rolle spielten.

Eine Luftaufnahme zeigt die archäologische Ausgrabungsstätte in Søften nahe Aarhus, Dänemark.
Eine Luftaufnahme zeigt die archäologische Ausgrabungsstätte in Søften nahe Aarhus, Dänemark. AP Photo

Bei den Ausgrabungen kam eine enorme Zahl an Webgewichten, Spinnwirteln und Glasperlen zum Vorschein, was ein Hinweis darauf ist, dass dort Textilien in einem Umfang hergestellt wurden, der weit über den Bedarf der örtlichen Bevölkerung hinausging. Die Funde dokumentieren eine vollständige Produktionskette – von der Verarbeitung der Fasern bis hin zum fertigen Textil.

Webgewichte und Spinnwirtel wurden bei den Ausgrabungen in Dänemark entdeckt.
Webgewichte und Spinnwirtel wurden bei den Ausgrabungen in Dänemark entdeckt. AP Photo

Die Forscher stießen zudem auf arabische Münzen aus dem Nahen Osten sowie Prägungen aus dem heutigen Frankreich und Deutschland. Die Artefakte zeigen, dass die Bewohner von Søften Teil weitreichender Handelsnetzwerke waren, die bis nach Asien reichten.

Der Standort lag strategisch günstig nahe dem damaligen Handelszentrum Aros. Die Lage ermöglichte es, die hergestellten Waren effizient in den Handel einzubringen und zu exportieren.

Nach Einschätzung der Forscher belegen die Funde, dass die Wikinger über eine hochentwickelte Wirtschaft verfügten. Der Historiker Kasper H. Andersen vom Moesgaard Museum betonte: „Es zeigt uns, dass die Wikingerzeit nicht nur eine unzivilisierte, barbarische und rückständige Epoche war, wie es oft angenommen wird.“

Wann die Fundstücke – vermutlich u.a. im Moesgaard Museum – besichtigt werden können, steht noch nicht fest. Die Analyse der Funde ist noch nicht abgeschlossen und kann sich über mehrere Monate bis hin zu Jahren erstrecken.

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