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Bayeux-Tapisserie erreicht British Museum nach historischem Transfer

Der Wandteppich von Bayeux ist am Freitag im Londoner British Museum angekommen und wird dort für ein Jahr ausgestellt.
Der Teppich von Bayeux ist am Freitag im Londoner British Museum eingetroffen. Das Original bleibt ein Jahr als Leihgabe. Copyright  Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Christina Molle mit AFP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Das knapp 70 Meter lange Werk über die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer im Jahr 1066 traf an diesem Freitag gegen drei Uhr morgens im British Museum in London ein.

Der Bayeux-Teppich kehrt an den Schauplatz seiner Geschichte zurück. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat die über tausend Jahre alte Wollstickerei auf Leinen, die den Aufstieg Wilhelm des Eroberers 1066 auf den englischen Thron erzählt, die Normandie an diesem Donnerstag, dem neunten Juli, verlassen. Ziel ist London und das British Museum. Dort soll sie vom zehnten September 2026 bis zum elften Juli 2027 zu sehen sein.

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Seit dem 19. September liegt der Teppich streng abgeschirmt nur wenige Schritte von der Kathedrale von Bayeux entfernt im Museum für Kunst und Geschichte. Ab 18 Uhr am Donnerstag waren mehrere Dutzend Fachleute im Einsatz, um den Transport über den Ärmelkanal zu sichern. Der Teppich traf früh am Freitag gegen drei Uhr morgens in London ein, nach einer Fahrt in einem eigens konstruierten Doppelbehälter, der Erschütterungen minimiert und die Temperatur konstant auf 20 Grad Celsius hält.

Nach einer notwendigen Phase der Akklimatisierung wird der Bayeux-Teppich in der Sainsbury Exhibition Gallery des British Museum aufgebaut, teilte das französische Kulturministerium mit.

Wie wertvoll das Einzelstück ist, zeigt die Zusage des Vereinigten Königreichs, im Fall schwerer Schäden 800 Millionen Pfund (rund 917,9 Millionen Euro) zu zahlen. Großbritannien leiht Frankreich zudem Objekte aus dem Schatz von Sutton Hoo – Grabbeigaben eines sächsischen Herrschers aus dem siebten Jahrhundert – sowie Zeichnungen aus der Renaissance. Einschließlich Transport und Ausstellung beläuft sich der Gesamtaufwand auf etwa 20 Millionen Euro, die komplett von der britischen Seite getragen werden.

Nach dem enormen Andrang zum Start des Ticketverkaufs (Quelle auf Französisch) dürfte sich die Investition jedoch lohnen: Sämtliche Karten bis Januar 2027 waren innerhalb eines einzigen Tages ausverkauft.

Tickets für den Zeitraum von Januar bis Juli 2027 kommen erst später in den Verkauf. Nach Angaben der britischen Presse liegt der Standardpreis bei 33 Pfund.

Macron: „Bauen wir weiter an der Zukunft“

Diese außergewöhnliche Leihgabe hatte der französische Präsident bereits im Juli 2025 angekündigt, um die Beziehung im Kulturbereich zum Vereinigten Königreich zehn Jahre nach dem Brexit zu „revitalisieren“. „Bauen wir weiter an der Zukunft dieser Verbindung zwischen den beiden Ufern des Ärmelkanals, dieser Entente cordiale, die zu einer Entente amicale geworden ist“, schrieb Emmanuel Macron in einem Beitrag für die Zeitung The Times (Quelle auf Französisch) an diesem Freitag.

Er erinnerte daran, dass der Teppich ein unvollendetes Werk ist. „Wir sind es, die das nächste Kapitel schreiben müssen – in einem Geist des Respekts, des Vertrauens und einer erneuerten Allianz“, betonte Macron.

Zweimal stand eine Ausleihe nach London schon im Raum, kam aber nicht zustande: 1953 zur Krönung von Königin Elizabeth II. und 1966 anlässlich des 900. Jahrestags der Schlacht von Hastings.

Nach der Rückkehr nach Frankreich, voraussichtlich im Lauf des Jahres 2027, soll der Teppich in das Museum von Bayeux zurückkehren, das derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Danach ist eine aufwendige Restaurierung geplant, die seit Langem vorbereitet, aber mehrfach verschoben wurde. Nach Angaben der Behörden wird sie ab 2028 beginnen und könnte direkt im Museum stattfinden – vor den Augen der Besucher –, um einen weiteren Abtransport des Werks zu vermeiden.

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