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Ex-Dschinghis-Khan-Mitglied Leslie Mándoki disantziert sich von Busenfreund Orbán

Orbán und Mándoki in Budapest, 15. August 2015
Orbán und Mándoki in Budapest, 15. August 2015. Copyright  MTI/Koszticsák Szilárd
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Von Euronews
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Der in Deutschland lebende ungarische Musiker Leslie Mándoki war jahrelang Vorzeige-Promi vom ungarischen Ex-Ministerpräsident Viktor Orbán. Nach dessen politscher Niederlage distanziert sich Mandokie nun von seinem alten Förderer.

Auf Anfrage des unabhängigen ungarischen Nachrichtenportals Telex erklärte Mandoki vor kurzem, er habe sich nie als Orbán-Anhänger gesehen und sei schon vor Jahren mit mehreren Positionen der Regierung nicht einverstanden gewesen.

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Besonders störte ihn nach eigener Darstellung Orbáns Annäherung an Moskau. Der Musiker lobte die neue Regierung von Péter Magyar und sagte, er freue sich und sei dankbar, dass Ungarn wieder "einen würdigen Platz im Herzen Europas“ einnehme. Zugleich begrüßte er, dass die Tisza-Regierung an einer strikten Politik gegen illegale Migration festhält.

Empörung im Lager der früheren Regierungsunterstützer

Die Äußerungen lösten Empörung in den Fidesz-nahen Medien und bei konservativen Meinungsmachern aus.

Mária Schmidt, eine ungarische Historikerin und die Generaldirektorin des Haus des Terrors (Terror Háza) in Budapest, warf Mandoki vor, er habe "Orbán ins Gesicht gespuckt“ und es habe ihn in Wahrheit immer nur das Geld interessiert.

Der regierungsnahe Publizist Zsolt Bayer nannte den Musiker einen "Verräter“ und einen "billigen, kleinkarierten Trottel“. Zuvor hatte die Orbán-freundliche Presse Mandoki noch als Künstler von Weltniveau und als „Legende anspruchsvoller Musik“ gefeiert.

Hintergrund: Orbán nutzte Mandoki jahrelang als Stargast

Musiker Leslie Mandoki und Orbán Viktor pflegten über Jahre ein demonstrativ gutes Verhältnis. Der ehemalige Ministerpräsident Ungarns besuchte seine Konzerte, beide traten gemeinsam bei öffentlichen Veranstaltungen auf.

Wegen seiner politischen und wirtschaftlichen Kontakte in Deutschland setzte die Orbán-Regierung ihn auch als informellen Mittelsmann ein. Mandoki wurde unter anderem zu einem Stammgast der staatlichen Feierlichkeiten am 20. August.

Laut einer früheren Aufstellung erhielten seine verschiedenen Kultur- und Medienprojekte in fünf Jahren mindestens zwei Milliarden Forint, umgerechnet rund 5,5 Millionen Euro, an staatlicher Förderung.

2024 zeichnete der Staat ihn zusätzlich mit der höchsten kulturellen Auszeichnung, dem Kossuth-Preis, aus.

Doch all das endete mit der ungarischen Parlamentswahl am 12. April 2026 - bei der Orbán nach 16 Jahren an der Macht abgewählt wurde. Bei der Wahl errang die Oppositionspartei TISZA unter Péter Magyar eine klare Zweidrittelmehrheit, während Orbáns Fidesz-Partei eine schwere Niederlage erlit.

Leslie Mandoki ist vielen deutschen Schlagerfans ein Begriff. Mit der Band Dschinghis Khan hatte er den von Ralph Siegel produzierten Welthit "Dschinghis Khan".

Mit diesem war die Band 1979 sogar beim Eurovision Song Contest für Deutschland gestartet auf dem vierten Platz gelandet. Insbesondere die auffällige Choreografie und Kostümierung brachten der Gruppe Aufmerksamkeit. Wenig später landete der Titel auf eins der deutschen Charts und verblieb dort weitere drei Wochen.

Als junger Musiker floh Leslie Mandoki 1975 aus dem kommunistischen Ungarn nach Deutschland. Aus dem Wunsch nach Freiheit entstand eine internationale Karriere als Musiker, Produzent und Gründer der Mandoki Soulmates.

Aktuell lebt Mandoki am Starnberger See. In den vergangenen Jahren war er aber vor allem auf ungarischen Bühnen zu sehen - als großer Fan und Befürworter von Viktor Orban.

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