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Studie: Schon mit zwei Monaten ordnen Babys Dinge in Kategorien

Neue Studie zeigt: Babys sind klüger, als wir bisher dachten
Studie: Babys sind offenbar klüger, als bisher gedacht Copyright  Credit: Pexels
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Von Theo Farrant & AP
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Laut der Studie setzt die geistige Entwicklung von Babys viel früher ein als gedacht. Schon sehr früh ordnen sie ihre Umwelt aktiv und verarbeiten Eindrücke.

Neue Forschung an zwei Monate alten Säuglingen zeigt: Ihr Gehirn ist deutlich weiter entwickelt als bisher angenommen. Schon in diesem Alter können Babys zwischen lebendigen Wesen und leblosen Objekten unterscheiden.

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Die Ergebnisse stammen von Forschenden am Trinity College Dublin. In ihrer Studie werteten sie fMRT-Aufnahmen der Gehirne von mehr als 130 Babys aus.

Die funktionelle Magnetresonanztomografie, kurz fMRT, misst Veränderungen des Sauerstoffgehalts im Blut. So können Forschende erkennen, wie das Gehirn auf unterschiedliche visuelle Reize reagiert.

Die Studie ist am Montag in Nature Neuroscience erschienen. Sie könnte Fachleuten eines Tages helfen, die kognitive Entwicklung im Säuglingsalter besser zu verstehen – und auch, wie psychische Erkrankungen im späteren Leben entstehen.

Wie lief die Studie ab?

Für die Untersuchung ließen die Forschenden zwei Monate alte Babys im wachen Zustand scannen. Die Kinder lagen in einem Sitzsack, trugen geräuschdämmende Kopfhörer und sahen Bilder aus zwölf Kategorien, die im ersten Lebensjahr häufig vorkommen.

Die Motive reichten von Katzen und Vögeln über Quietscheentchen und Einkaufswagen bis hin zu Bäumen.

"Wenn Sie eine Katze anschauen, reagiert Ihr Gehirn auf eine bestimmte Weise, die wir im fMRT aufzeichnen können. Das ist eine typische Signatur für die Katze. Zeige ich Ihnen dann etwas ganz anderes, etwa einen leblosen Gegenstand wie einen Baum, kann das Reaktionsmuster völlig anders aussehen", erläutert Hauptautorin Cliona O’Doherty.

"Bei Erwachsenen wissen wir, dass diese Muster sehr zuverlässig und stabil sind. Wir sehen klar unterscheidbare Reaktionen auf verschiedene Kategorien und auf belebte oder unbelebte Dinge. Ob das auch für Babys gilt, war bislang unklar. Genau danach haben wir gesucht", so O’Doherty weiter.

Viele der Kinder kamen im Alter von neun Monaten erneut zur Messung. Von 66 Babys konnten die Forschenden verwertbare Daten sammeln.

Bei den neun Monate alten Babys unterschied das Gehirn lebendige Wesen deutlich stärker von unbelebten Objekten als bei den zwei Monate alten, berichtet O’Doherty.

Warum ist die Studie wichtig?

Die Studie zeigt nach Angaben des Teams, dass Säuglinge ihre Umwelt im Gehirn viel komplexer verarbeiten, als bislang gedacht.

"Babys wissen viel mehr, als wir ihnen zutrauen, und ihr Gehirn verarbeitet die Umgebung auf äußerst komplexe Weise. Sie liegen nicht einfach nur passiv da und warten, bis sie sich selbst bewegen und sprechen können. Im ersten Lebensjahr passiert enorm viel in der kognitiven Entwicklung. Mit Methoden wie dieser können wir das nun erstmals genauer messen", sagt O’Doherty.

Gustavo Sudre, Professor für Genomische Neurobildgebung und Künstliche Intelligenz am King’s College London, sagte, die Ergebnisse könnten Folgen für das Verständnis von psychischer Gesundheit und neuroentwicklungsbedingten Störungen im späteren Leben haben.

"Es zeigt sich, dass sie diese inneren Repräsentationen im Gehirn viel früher bilden, als wir dachten. Verhaltensmäßig äußert sich das noch nicht, aber wir sehen, dass das Gehirn, also dieser zeitliche Vorsprung, von dem vorhin die Rede war, bereits etwas repräsentiert, das sich im Verhalten noch nicht zeigt", erklärt er.

"Für uns wird das besonders interessant, wenn wir über psychische Erkrankungen sprechen. Oft stellen wir Diagnosen allein aufgrund des Verhaltens. Die zugrunde liegenden Veränderungen im Gehirn könnten aber schon lange vorher vorhanden sein."

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