Laut einer neuen Studie ließen sich weltweit über ein Drittel aller neuen Krebsfälle vermeiden, wenn Menschen weniger rauchen und Alkohol trinken würden.
Einer neuen Studie zufolge ließen sich weltweit fast vierzig Prozent der neu auftretenden Krebsfälle vermutlich verhindern, wie eine neue Untersuchung zeigt.
Laut der Untersuchung verursacht das Rauchen weltweit mehr Krebsfälle als jeder andere Risikofaktor; dahinter folgen Infektionen und Alkoholkonsum.
Die Ergebnisse erschienen am Dienstag in der Fachzeitschrift Nature Medicine, einen Tag vor dem Weltkrebstag.
Für die Analyse werteten die Forschenden Fallzahlen aus dem Jahr 2022 aus. Erfasst wurden 36 Krebsarten in 185 Ländern.
Außerdem berücksichtigten sie 30 veränderbare Risikofaktoren für Krebs. Diese lassen sich kontrollieren oder beeinflussen und können so das Erkrankungsrisiko senken.
Derzeit treiben vor allem Rauchen, Infektionen und Alkoholkonsum die weltweiten Krebszahlen nach oben. Werden diese Faktoren wirksam eingedämmt, könnte das Risiko für eine Erkrankung deutlich sinken.
Anhand von Daten aus dem Jahr 2012 untersuchten die Forschenden zudem, wie stark die Bevölkerung den einzelnen Risikofaktoren ausgesetzt ist. So konnten sie abschätzen, wie viele Erkrankungen direkt auf jeden dieser Faktoren zurückgehen.
Frühere Krebsstudien konzentrierten sich meist auf einzelne Risikofaktoren und auf die Zahl der Todesfälle. Die Gesamtzahl der Neuerkrankungen blieb oft im Hintergrund.
Rauchen und Infektionen sind wichtigste Ursachen für vermeidbare Krebsfälle
Von weltweit insgesamt 18,7 Millionen neuen Krebsfällen im Jahr 2022 ließen sich rund 7,1 Millionen – also 38 Prozent – auf vermeidbare Ursachen zurückführen. Fast die Hälfte dieser vermeidbaren Erkrankungen entfiel auf Magen-, Lungen- und Gebärmutterhalskrebs.
Etwa 15 Prozent der vermeidbaren Fälle gingen auf Tabakrauchen zurück und damit auf den wichtigsten Risikofaktor. Zehn Prozent waren auf Infektionen zurückzuführen. Alkoholkonsum verursachte weitere drei Prozent dieser Fälle.
Unter den 9,2 Millionen neuen Krebsdiagnosen bei Frauen galten etwa 30 Prozent als vermeidbar. Bei mehr als elf Prozent spielten Infektionen wie das humane Papillomavirus (HPV) eine zentrale Rolle.
Der Großteil dieser Fälle trat in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf, etwa in Subsahara-Afrika. Besonders häufig war dort Gebärmutterhalskrebs.
In wohlhabenderen Regionen wie weiten Teilen Europas und Nordamerikas war Rauchen hingegen der wichtigste Auslöser von Krebs bei Frauen.
Rauchen war auch bei Männern weltweit der größte Treiber der Krebszahlen – unabhängig davon, ob sie in armen oder reichen Ländern leben. Es stand in Verbindung mit fast 25 Prozent der 4,3 Millionen vermeidbaren Krebsfälle bei Männern. An zweiter Stelle lagen Infektionen, die vor allem in Asien, Afrika und Südamerika verbreitet sind.
Die neue Studie soll helfen, gezieltere Strategien zur Krebsprävention zu entwickeln. Statt eines einheitlichen Ansatzes rückt sie die jeweiligen Regionen und ihre größten Risikofaktoren in den Mittelpunkt.