Belgien reiht sich in die europäischen Länder im Hitzewarnmodus ein: Rekordtemperaturen setzen große Teile des Kontinents unter anhaltende Dauerhitze.
Belgien ist das jüngste Land, das wegen extremer Temperaturen eine Hitzewarnung ausgibt. Das Königliche Meteorologische Institut des Landes kündigte an, dass die Hitze in den nächsten Tagen weiter zunimmt.
Ab Mittwoch steigen die Höchstwerte in den meisten Regionen auf 35 °C und mehr. Dann gilt in fast dem ganzen Land die Warnstufe Orange.
Auch die Gesundheitsbehörden des Vereinigten Königreichs riefen für Mittwoch und Donnerstag eine „red heat health“-Warnung aus. Die Behörden rechnen damit, dass die bisherigen Temperaturrekorde für den Juni fallen.
London „koche“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Dienstag bei der London Climate Action Week.
Es ist erst das zweite Mal überhaupt, dass die Behörden im Vereinigten Königreich eine derartige Warnung verhängen. Zuvor geschah das nur im Juli 2022, als die Temperaturen über 40 °C kletterten.
Der Wetterdienst Met Office erwartet im Süden Englands Spitzenwerte von 38 °C. In Wisley südwestlich von London wurden am Dienstag bereits 34,6 °C gemessen.
„Rote Warnungen behalten wir uns für die heftigsten Ereignisse vor. Wir rechnen mit schweren und erheblichen Folgen dieser Hitzewelle; gesundheitliche Auswirkungen sind für viele Menschen wahrscheinlich, nicht nur für Gruppen, die sonst als besonders hitzegefährdet gelten“, sagte Mark Sidaway, stellvertretender Chefmeteorologe des Met Office.
Bei länger anhaltender Hitze verliert der Körper zunehmend die Fähigkeit, die innere Temperatur zu regulieren und überschüssige Wärme abzugeben. Das erhöht das Risiko für Hitzerschöpfung und Hitzschlag.
Behörden in Frankreich, Italien und Spanien haben ebenfalls Warnungen vor der extremen Hitze für Dutzende Millionen Menschen herausgegeben.
Der Bahnbetreiber Eurostar teilte mit, er habe vier Züge auf der Strecke zwischen London und Paris, geplant für Mittwoch und Donnerstag, gestrichen – „wegen der erwarteten extremen Witterung“.
Frankreich verzeichnete am Dienstag, dem 23. Juni, den heißesten Tag seiner Geschichte. Der Eiffelturm und das Louvre-Museum verkürzten daraufhin ihre Öffnungszeiten, Schulen und Verkehrspläne gerieten durcheinander.
Das italienische Gesundheitsministerium rief am Mittwoch für 16 Städte „rote Alarmstufen“ aus, darunter die Metropolen Rom, Mailand, Florenz und Turin. Der „bollino rosso“ signalisiert einen Notstand, der nicht nur gefährdete Gruppen, sondern auch gesunde Erwachsene betreffen kann.
In Florenz könnten die Temperaturen bis auf 41 °C steigen, in Mailand auf 38 °C. Für Rom und Neapel sagen Meteorologen Werte von unter 36 °C voraus.
Spanien rief in fünf Provinzen eine rote Wetterwarnung aus, da die Temperaturen dort nahe 40 °C lagen. Das Zentrum der Hitzewelle befindet sich im Norden des Landes.