Angesichts der Hitze in Europa fordert WHO-Europachef Hans Kluge Regierungen auf, extreme Wärme als Gesundheitskrise anzuerkennen und Gesundheitssysteme besser vorzubereiten.
Die Hitzewelle, die in ganz Europa Tausende (Quelle auf Englisch)Todesopfer gefordert hat, zeigt, wie dringend sich die Gesundheitssysteme besser auf Extremtemperaturen einstellen müssen. In Teilen des Kontinents stiegen die Werte auf über 40 °C. Die Notrufe nahmen zu, Krankenhäuser behandelten deutlich mehr Patientinnen und Patienten mit hitzebedingten Erkrankungen, ältere Menschen und chronisch Kranke waren besonders gefährdet.
„Extremhitze als Gesundheitskrise begreifen und handeln, bevor die Temperaturen ihren Höchststand erreichen“, schrieb Kluge am Montag in einem Beitrag (Quelle auf Englisch) auf X.
„Hitzevorsorge muss konkret umgesetzt werden: Betten freimachen, besonders gefährdete Patientinnen und Patienten schützen, Kühlung sicherstellen, Notstrom prüfen und das Gesundheitspersonal unterstützen“, ergänzte er.
Die Hitze hat in mehreren Ländern bereits Druck auf die Gesundheitsdienste ausgeübt. In Frankreich meldeten Notaufnahmen eine vierfache Zunahme hitzebedingter Erkrankungen wie Hitzschlag, Dehydrierung und Hyponatriämie.
Im Vereinigten Königreich erklärte (Quelle auf Englisch) der Rettungsdienst in London, die extreme Hitze habe zum bislang arbeitsreichsten Tag des Dienstes beigetragen: Am vergangenen Freitag reagierten die Teams auf 8.869 Notrufe. Mehrere Kliniken des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS riefen den Notfallstatus aus, nachdem ausgefallene Kühlsysteme medizinische Geräte, OP-Säle und Stationen beeinträchtigt hatten. Das erhöhte den Druck auf Dienste, die ohnehin schon Hitzschlag, Dehydrierung und besonders gefährdete ältere Patientinnen und Patienten versorgen mussten.