Ein humanitäres Lager der Weltgesundheitsorganisation mit Hilfsgütern im Wert von schätzungsweise 500 000 Dollar ging in Flammen auf, als Kyjiw und Moskau am Wochenende Raketenangriffe austauschten.
Ein humanitäres Lager der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Dnipro in der Ukraine ist zerstört worden, nachdem es binnen weniger als 24 Stunden zweimal getroffen wurde. In dem Lager lagen medizinische Hilfsgüter für die Front im geschätzten Wert von 500.000 US-Dollar, bestätigte das WHO-Regionalbüro für Europa offiziell (Quelle auf Englisch).
Die Vorräte hätten nach Angaben von Hans Henri P. Kluge, Regionaldirektor der WHO für Europa, ausgereicht, um rund 225.000 Menschen zu versorgen.
„Alles wurde zerstört“, schrieb Kluge in einem Beitrag auf LinkedIn post (Quelle auf Englisch). „Zum Glück wurden keine Todesopfer gemeldet“, ergänzte er.
Der Standort wurde erstmals am 3. August getroffen. Daraufhin begann die WHO, die Hilfsgüter an andere Orte zu verlagern. Am 7. August hatten ein WHO-Mitarbeiter und mehrere Fahrer das Gelände gerade verlassen, als es erneut getroffen wurde. Dabei wurden WHO-Materialien direkt zerstört. Wenige Stunden später vernichtete ein dritter Einschlag das gesamte Gebäude.
Bis zur endgültigen Zerstörung konnten Teams 130 von etwa 300 Paletten an einen anderen Ort bringen. Die Organisation prüft noch das gesamte Ausmaß des Schadens.
Der Angriff reiht sich in eine Serie von Attacken auf die Gesundheitsinfrastruktur der Ukraine ein.
Seit dem Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine am 24. Februar 2022 hat es nach WHO-Daten (Quelle auf Englisch) 3.149 Angriffe auf das Gesundheitswesen und 240 Todesfälle gegeben. Das globale Überwachungsportal der WHO verzeichnet 72 Angriffe auf Lagerhäuser und 646 Vorfälle, bei denen medizinische Güter beschädigt oder zerstört wurden.
„Diese Angriffe müssen sofort aufhören. Gesundheit ist kein Angriffsziel“, sagte Kluge.
Auch WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus verurteilte die Zerstörung des Lagers in einem Beitrag auf X.
„Ich kann es nicht laut genug sagen: Angriffe auf die Gesundheitsversorgung MÜSSEN AUFHÖREN. Sonst werden Menschen lebensrettender Gesundheitsversorgung beraubt“, schrieb er in einem Beitrag (Quelle auf Englisch).