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Parkinson-Therapie: Bewegung rückt stärker in Fokus von Forschenden

Morbus Parkinson betrifft weltweit mehr als zehn Millionen Menschen. Mit der Alterung der Bevölkerung dürfte die Krankheit noch häufiger werden.
Weltweit leben mehr als zehn Millionen Menschen mit Parkinson. Fachleute rechnen damit, dass die Krankheit mit der alternden Bevölkerung weiter zunimmt. Copyright  Canva
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Von Giedre Peseckyte
Zuerst veröffentlicht am
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Forscher finden neue Hinweise: Bewegung könnte das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit bremsen – ausgelöst durch biologische Signale der Muskeln.

Eine im Fachjournal Neuroprotection (Quelle auf Englisch)veröffentlichte Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass Bewegung weit mehr bewirkt, als Kraft, Gleichgewicht und Mobilität zu verbessern. Sie löst außerdem die Ausschüttung sogenannter „Exerkine“ aus. Diese Moleküle zirkulieren im Blut, können Entzündungen eindämmen, Nervenzellen schützen und die Hirnfunktion unterstützen. Das wirft die Frage auf, ob Gesundheitssysteme körperliche Aktivität stärker als festen Bestandteil der neurologischen Standardversorgung verankern sollten.

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Die Forschenden betonen, dass ein Großteil der Daten noch aus vorklinischen Studien stammt. Dennoch deuten die Ergebnisse auf ein wachsendes Verständnis dafür hin, wie die Skelettmuskulatur mit dem Gehirn kommuniziert.

„Wir haben festgestellt, dass Exerkine als Vermittler für den Austausch zwischen Muskel und Gehirn wirken“, sagte (Quelle auf Englisch)der Studienautor Salomón Páez-García. „Das Gehirn steuert zwar die Muskeln, aber aktive Muskeln senden über Exerkine hilfreiche Signale zurück an das Gehirn.“

Die Parkinson-Krankheit betrifft weltweit mehr als zehn Millionen Menschen. Mit der alternden Bevölkerung dürfte die Zahl weiter steigen. Die verfügbaren Medikamente zielen vor allem darauf ab, Symptome zu lindern, nicht den Krankheitsverlauf zu bremsen. Lebensstilmaßnahmen rücken deshalb als Forschungsfeld immer stärker in den Fokus.

Die neuen Erkenntnisse stärken auch die Forderungen von Patientengruppen, Bewegung als festen Bestandteil der Parkinson-Behandlung zu verankern und nicht als freiwillige Zusatzoption. Neurologinnen und Neurologen empfehlen zwar körperliche Aktivität, doch spezialisierte Rehabilitationsangebote sind oft durch Personalmangel und knappe Budgets begrenzt.

Die Forschenden vermeiden überzogene Schlussfolgerungen. Die Übersichtsarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass viele Hinweise auf muskelabgeleitete Signalmoleküle aus Labor- und Tierversuchen stammen. Große klinische Studien müssen erst zeigen, ob sich über diese Signalwege der Verlauf der Parkinson-Krankheit bei Menschen tatsächlich beeinflussen lässt.

„Exerkine zeichnen sich als mögliche Biomarker und Vermittler der durch Bewegung ausgelösten Neuroprotektion ab, doch wir brauchen weitere hochwertige Studien“, erklärten die Forschenden.

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