Europäische Kulturhauptstadt 2023: Eröffnungsfeier mit Party am Strand von Elefsina

Eröffnungszeremonie am Strand
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Von Euronews mit dpa
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In der Antike der Eingang zur Unterwelt, später ein Industriezentrum und dann abgehängt. Nun versucht die kleine griechische Hafenstadt Eleusis als Kulturhauptstadt Europas 2023 einen Neustart.

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Elefsina ist seit dem 1. Januar offiziell europäische Kulturhauptstadt für das Jahr 2023, zusammen mit Temeswar in Rumänien und Wesprim. Sie ist mit rund 30 000 Einwohnern die bislang kleinste Stadt, die Kulturhauptstadt Europas wird.

Die Eröffnungszeremonie begann am Samstag am Strand der westlich von Athen gelegenen Stadt. Das zweitägige Programm umfasste Shows, Konzerte und DJ-Sets. Elefsina hat eine lange Geschichte und war im antiken Griechenland als Eleusis bekannt.

Geheimkult

Die Zeremonie ist von der Geschichte und Mythologie der Stadt inspiriert, die für die Eleusinischen Mysterien berühmt ist, zu denen einige der wichtigsten Initiationsriten des antiken Griechenlands gehören: mit Prozessionen, die die Verbindung zwischen der "Ober-" und der "Unterwelt" symbolisierten.

Eine Art Geheimkult, mit dem jährlich die Neugeburt der Natur gefeiert wurde. Die Riten zogen damals Tausende Athener an, die in die Stadt pilgerten. Tausende Einwohner strömten nun auch zur Küste der kleinen Hafenstadt, um diesen Ritus zu wiederholen.

Das Motto der Kulturhauptstadt lautet "Geheimnisse des Übergangs" (Mysteries of Transition).

Als Höhepunkt des Programms von Eleusis23 gilt die szenische Umsetzung des "Deutschen Requiems" von Johannes Brahms. 

Mythologie

In der antiken Stätte von Eleusis befindet sich nach der Mythologie der Antike der Eingang zur Unterwelt. Hades - der Herrscher der Unterwelt - soll die Tochter der für die Fruchtbarkeit der Erde zuständigen Göttin Demeter entführt haben. Demeter ist zornig und lässt nichts mehr wachsen. Die Menschen hatten der Mythologie zufolge nichts zu essen. 

Nach einem langen Verhandlungsmarathon kommt es zur Vereinbarung: Die entführte Tochter durfte von Zeit zu Zeit wieder die Unterwelt verlassen und ihre Mutter Demeter besuchen. Die Göttin Demeter gab nach und alles durfte wieder blühen und später auch geerntet werden - aber nur solange die Tochter bei ihr war, erklären die Archäologen. So sollen die Jahreszeiten entstanden sein, heißt es in der antiken griechischen Mythologie.

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