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Kultur kompakt: Die besten Tipps zum Erleben, Hören, Anschauen in Europa diese Woche

1999 fotografierte Martin Parr in New York, USA. Lana Del Rey: „Stove“. Michelle Mao spielt in „Bridgerton“.
Martin Parr, New York, USA, 1999; Lana Del Rey mit „Stove“; Michelle Mao in „Bridgerton“. Copyright  © Martin Parr / Magnum Photos - Interscope; Polydor - Netflix
Copyright © Martin Parr / Magnum Photos - Interscope; Polydor - Netflix
Von Amber Louise Bryce
Zuerst veröffentlicht am
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Horror-Dienstreise in Sam Raimis ‚Send Help‘. Mehr Regency-Liebe in Staffel vier von ‚Bridgerton‘, Karneval in Venedig und Lana Del Reys zehntes Album.

Die Preis-Saison läuft auf Hochtouren, die Oscars enthüllen ihre Nominierungen für 2026, und Grammys, BRITs sowie BAFTAs werfen ihre Schatten voraus. Jetzt ist die beste Zeit, Verpasstes nachzuholen – unsere Best-of-Listen helfen dabei. Und der Blick geht nach vorn, denn erste mögliche Favoriten tauchen bereits auf.

Von der Rückkehr der Horrorlegende Sam Raimi bis zur traumverliebten Pop-Prinzessin Lana Del Rey – leider nicht im Duett. Dazu eine kitschige Retrospektive auf das exzentrische Werk des verstorbenen Martin Parr und der Karneval von Venedig. Diese Woche bringt besonders viele große Events und Veröffentlichungen.

Der endlos wirkende Januar geht endlich zu Ende. Hier sind unsere Empfehlungen voller Katharsis und Kreativität.

Ausstellungen

Martin Parr Global Warning

Martin Parr Benidorm, Spanien, 1997
Martin Parr Benidorm, Spanien, 1997 © Martin Parr / Magnum Photos

Wann: 30. Januar - 24. Mai 2026

Wo: Jeu de Paume (Paris, Frankreich)

Der ikonische britische Fotograf Martin Parr starb Ende des vergangenen Jahres. Er hinterließ ein Vermächtnis aus kitschigen, charismatischen Momentaufnahmen – humorvoll und doch berührend. Seine Bilder sezierten die Absurditäten des menschlichen Alltags. Obwohl er britische Eigenheiten liebte, traf sein Blick in Frankreich besonders auf Resonanz. 1986 zeigte ihn das Festival in Arles; der internationale Durchbruch folgte. Das Kunstzentrum Jeu de Paume lädt nun ein, seinen Einfluss neu zu entdecken – mit Schlüsselwerken seiner Karriere, verbunden durch bizarre Alltäglichkeit und universelle Wahrheiten.

R. Crumb: There's No End to the Nonsense

R. Crumb, Detail des Selbstporträts (Pistole), 2025.
R. Crumb, Detail des Selbstporträts (Pistole), 2025. © Robert Crumb, 2025

Wann: 29. Januar - 14. März 2026

Wo: David Zwirner Gallery (London, Vereinigtes Königreich)

Die derben, satirischen Cartoons des US-Künstlers Robert Crumb prägten die entstehende Underground-Comicszene der Sechziger bis in die frühen Neunziger. Berühmt wurden Werke wie Fritz the Cat, Mr. Natural und Keep on Truckin’. Seine subversiven Zeichnungen stellten bestehende Moralvorstellungen infrage und bereiteten den Boden für eine Gegenkultur. Fast siebzig Jahre nach seinem ersten selbstverlegten Werk zeigt die David Zwirner Gallery eine Auswahl von Crumbs prägenden Arbeiten.

Bonus-Tipp: Souvenir in der Fitzrovia Chapel, eine Auftaktausstellung kuratiert von BAFTA-nominierten Künstlern und Filmemachern, endet bald – am 8. Februar 2026.

Veranstaltungen

Karneval von Venedig

'Giacomo. A love story' auf dem Wasser aufgeführt beim Karneval von Venedig
'Giacomo. A love story' auf dem Wasser aufgeführt beim Karneval von Venedig Daniele Fregonese/2025(c)

Wann: 31. Januar - 17. Februar 2026

Wo: Venedig (Italien)

Italiens weltberühmter „Carnevale di Venezia“ feiert in diesem Jahr Mythen und Sport, denn das Land bereitet sich auf die Winterspiele in Mailand-Cortina vor. Das Programm startet am Samstag auf dem Markusplatz mit dem von Bridgerton inspirierten Grand Carnival Ball. Am nächsten Tag geht es mitten hinein in die Tradition mit der Festa Veneziana, der stimmungsvollen Wasserparade auf dem Canal Grande, die das historische Programm des gesamten Ereignisses offiziell eröffnet.

La Traviata

Wann: 26. Januar - 3. Februar 2026

Wo: Opéra National de Bordeaux (Frankreich)

Giuseppe Verdis La Traviata gehört zu den berühmtesten Opern überhaupt. Eine leidenschaftliche Geschichte über verbotene Liebe und aufgegebene Wünsche, vor dem Hintergrund strenger gesellschaftlicher Ordnung. Die spektakuläre Neuproduktion an der Opéra National de Bordeaux leitet der italienische Dirigent Tito Ceccherini. Die italienische Sopranistin Federica Guida übernimmt die Titelrolle der Violetta Valéry.

Health Workers 4 Palestine's Seeds of Solidarity Gala & Auction

Brian Eno, Seeing Through to Sky.
Brian Eno, Seeing Through to Sky. Courtesy of Paul Stolper

Wann: 1. Februar 2026

Wo: The Savoy (London, Vereinigtes Königreich)

Mit Beiträgen von Brian Eno, Sir Antony Gormley, Lisa Brice und weiteren Künstlern sammelt die Auktion von Health Workers 4 Palestine für den Gaza Medics Solidarity Fund. Die Organisation investiert in mobile Kliniken, baut Kreißsäle wieder auf und zahlt Stipendien an Ärztinnen und Ärzte in Gaza.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung haben in Gaza über 1.700 Beschäftigte im Gesundheitswesen ihr Leben verloren, berichtet vom Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten. Zugleich verwehren die Behörden Hilfsgruppen wie Oxfam und Ärzte ohne Grenzen den Zugang nach Gaza. Der Schutz der palästinensischen Gesundheitsversorgung ist dringender denn je.

Wer teilnimmt, unterstützt nicht nur einen guten Zweck, sondern erlebt auch ein immersives Kunsterlebnis über Resilienz, Reflexion und die Kraft des Handelns. Hier können Sie ein Gebot abgeben.

Filme

Send Help

Wo: Kinos

Wann: 30. Januar

Legendärer Evil Dead-Regisseur Sam Raimi kehrt zum Horror zurück. Sein Film treibt allen leidgeprüften Angestellten den Schauer über den Rücken. Nach einem bizarren Flugzeugabsturz strandet die fleißige, aber kleingemachte Strategin Linda (Rachel McAdams) auf einer abgelegenen Insel mit ihrem egozentrischen Chef Bradley (Dylan O'Brien). Sie kämpfen ums Überleben. Alte Kränkungen brechen auf; die Isolation kippt in Wahnsinn und gewaltsame Katharsis. Ein wütender Kommentar zu Machtspielen des Kapitalismus und Geschlechterlücken. Raimi überzeichnet die Konzernkonflikte zu einer düster-komischen Abrechnung.

Bonus-Tipp: Der rasende Affen-Thriller Primate startet in Großbritannien am 30. Januar, ebenso YouTuber Markipliers Horror Iron Lung.

Serien

Bridgerton (Staffel vier)

Wo: Netflix

Wann: 29. Januar

Technikängste sind groß, Einsamkeit greift um sich, das Wetter bleibt dunkel und trüb. Beste Zeit für eine Flucht in die Leidenschaften und Puffärmel des London der Regency-Zeit. Die vierte Staffel der populären Netflix-Serie, basierend auf den Büchern von Julia Quinn, rückt Benedict Bridgerton (Luke Thompson) in den Mittelpunkt und seine Obsession mit einer geheimnisvollen Frau, der er auf einem Maskenball begegnet (Yerin Ha). Die Staffel erforscht die Spannung zwischen Fantasie und Wirklichkeit. Benedict versucht, gesellschaftliche Illusionen von seinen echten Wünschen zu trennen. Es warten wieder pikante Skandale und romantische Herzrasen-Momente.

Bonus-Tipp: Yahya Abdul-Mateen II spielt einen abgehalfterten Schauspieler, der zum Superhelden wird, in der neuen Disney+-Miniserie „Wonder Man“, streambar ab dem 28. Januar. Der britische Krimi „Steal“ ist jetzt bei Prime Video verfügbar (mit einem Auftritt unseres eigenen Redakteurs Tokunbo Salako!).

Musik

Lana Del Rey: Stove

Wann: 30. Januar

Nach langer Verzögerung und mehreren Titelwechseln erscheint diese Woche das zehnte Album der Barock-Pop-Queen Lana Del Rey. Es ist ihr erstes Studioalbum seit „Did You Know That There's a Tunnel Under Ocean Blvd“ von 2023. Die Erwartungen sind hoch. „Stove“ tauscht den früheren Gospel- und Hip-Hop-Sound gegen einen reduzierten, Country-inspirierten Klang – wie immer getränkt in filmischer Sehnsucht. Es ist zudem ihr bislang längstes Album. Es umfasst 19 Songs, darunter die bereits veröffentlichten „Bluebird“ und „Henry, come on“. Am besten hören Sie es im wehenden Kleid beim Lauf durch leere Felder.

Bonus-Tipp: Die US-Psych-Rock-Band Blackwater Holylight veröffentlicht ihr viertes Studioalbum „Not Here Not Gone“ am 30. Januar.

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