Die temporäre Installation hat den starken Winden und heftigen Schauern am Dienstagmittag nicht standgehalten und kann am sechsten Juni doch nicht öffnen.
Seit mehr als vier Jahrhunderten steht die Pont-Neuf, die älteste Brücke von Paris, fest auf ihren Pfeilern. Die monumentale Installation, die sie aufnehmen sollte, erwies sich dagegen als deutlich fragiler.
Vier Tage vor der geplanten Einweihung von „La Caverne“ des Künstlers JR haben die Projektpartner am Dienstag die Veranstaltung verschoben. Zuvor hatten Unwetter das Kunstwerk beschädigt.
Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zeigen eine zerrissene Plane, durch die die aufblasbare Struktur sichtbar wird. Wie groß der Schaden genau ist, steht noch nicht fest.
„Es wurde beschlossen, die Eröffnung des Werks auf ein Datum nach dem sechsten Juni zu verschieben. Der Termin wird festgelegt, sobald der Zustandsbericht vorliegt“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Atelier JR, der Stiftung Christo und Jeanne-Claude und der Amicale des Ponts de Paris. Die Unterzeichner betonen, dass derzeit ein technisches Gutachten läuft.
„Sinneserlebnis“
Die Arbeit von JR ist eine Hommage an Christo und Jeanne-Claude, die die Pont-Neuf 1985 in Stoff gehüllt hatten. Das Werk, das seit einigen Tagen über der Seine schwebt, sollte bis zum achtundzwanzigsten Juni rund um die Uhr kostenlos zugänglich sein.
Wie schon beim verpackten Pont-Neuf stammt die Finanzierung von „La Caverne“ ausschließlich aus privatem Mäzenatentum, wie das Team von JR betont.
Das monumentale Fels-Trompe-l’Œil sorgt bereits für sehr unterschiedliche Reaktionen. Es soll, so die Ankündigung, „alle Sinne ansprechen“: mit einer Klangwelt des früheren Daft-Punk-Mitglieds Thomas Bangalter und einer Duftinszenierung des Parfumhauses Odore Scola. Diese soll der Luft, einem zentralen Bestandteil der Installation, eine erzählerische und emotionale Dimension verleihen.
Am Donnerstagmorgen ist eine Pressekonferenz geplant, auf der die weiteren Schritte für das Projekt vorgestellt werden.