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Richter lässt Kanye-West-Konzerte in Niederlanden trotz Protesten jüdischer Gruppe zu

Niederlande: Gericht erlaubt Kanye-West-Auftritte trotz Protesten jüdischer Gruppen
Niederlande: Gericht lässt Kanye-West-Konzerte trotz Protesten jüdischer Gemeinde zu Copyright  AP Photo
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Von David Mouriquand
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Nach dem Urteil erklärte der Zentralrat der Juden in den Niederlanden: „Es fühlt sich an, als sei Antisemitismus akzeptabel.“ Der umstrittene Rapper tritt am Wochenende in Arnheim auf.

Kanye „Ye“ West darf in den Niederlanden zwei Konzerte geben. Ein Gericht in Amsterdam hat entschieden, dass die Auftritte stattfinden können.

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Trotz der heftigen Kontroversen um den US-Rapper, der bereits zahlreiche antisemitische Äußerungen gemacht hat, sah das Bezirksgericht Amsterdam keine Grundlage, die Shows zu untersagen. Die Auftritte sind für den sechsten und achten Juni im Gelredome in der ostniederländischen Stadt Arnheim geplant.

Der Richter entschied, die Konzerte stellten keine Gefahr für die öffentliche Ordnung dar, und wies damit den Versuch des Zentralrats der Juden in den Niederlanden zurück, die Veranstaltungen zu stoppen. Die Organisation hatte eine Eilklage eingereicht und sich dabei auf Wests Vorgeschichte antisemitischer Äußerungen berufen.

„Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass Wests Anwesenheit in den kommenden Tagen zu konkreten Gefahren für die öffentliche Ordnung führt“, erklärte das Gericht.

Der Zentralrat kommentierte die Entscheidung. Chanan Hertzberger, Vorsitzender der Organisation, sagte der Nachrichtenagentur AP: „Das Gefühl, das bei uns ankommt, ist, dass es in Ordnung ist, antisemitisch zu sein.“

Der stellvertretende niederländische Regierungschef Bart van den Brink erklärte vergangene Woche, es brauche „triftige Gründe“, um jemandem die Einreise zu verweigern. Wests frühere Äußerungen seien derzeit kein Anlass, ihm die Einreise zu untersagen, so van den Brink.

Nach Angaben der Veranstalter sind für die beiden Konzerte in Arnheim bereits 70.000 Tickets verkauft.

Die Entscheidung erfolgt, nachdem viele von Wests Europakonzerten abgesagt wurden – darunter in Frankreich, Großbritannien, Polen und der Schweiz. Die jüngsten Absagen betrafen zwei für den kommenden Monat geplante Shows in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia. Die italienischen Behörden kündigten an, dass die Konzerte von West und Rapper-Kollege Travis Scott nicht stattfinden, und verwiesen dabei auf Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Ordnung und Sicherheit.

Am vergangenen Wochenende stand der Rapper erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder in Europa auf der Bühne. Er spielte in der Türkei im Atatürk-Olympiastadion in Istanbul vor mehr als 100.000 Fans. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zog West dort rund 118.000 Menschen an, was er als den größten Stadionauftritt der Geschichte bezeichnete.

Wests antisemitische Ausfälle begannen 2022, als er in sozialen Medien eine Reihe beleidigender Kommentare veröffentlichte und deshalb sowohl von X als auch von Instagram ausgeschlossen wurde. Der Musiker wurde von seiner Künstleragentur fallen gelassen, und Modeunternehmen wie Adidas und Balenciaga distanzierten sich ebenfalls von ihm.

West veröffentlichte später ein Foto von KKK-Gewändern, zog seine frühere Entschuldigung gegenüber der jüdischen Gemeinschaft zurück, bezeichnete sich selbst als „Nazi“ und erklärte, er habe „Macht über seine Frau“.

Im Februar 2025 begann West, T-Shirts mit Hakenkreuzen zu verkaufen, und im Mai veröffentlichte er den Song „Heil Hitler“, in dem er den NS-Diktator pries. In der Folge wurde ihm das Visum für Australien entzogen und er sah sich mit der Drohung einer sofortigen Festnahme in Brasilien ausgesetzt.

West entschuldigte sich für sein Verhalten und schaltete Anfang dieses Jahres eine ganzseitige Anzeige im „Wall Street Journal“. Darin ging er auf seine früheren antisemitischen Äußerungen ein, sprach von einer „vier Monate andauernden manischen Episode mit psychotischem, paranoidem und impulsivem Verhalten“ und sagte, er habe „den Bezug zur Realität verloren“.

Viele stellten dennoch den Zeitpunkt seiner Entschuldigung infrage – auch mit Blick auf die Veröffentlichung seines neuen Albums „Bully“ im Jahr 2026.

Für West stehen in Europa bislang noch folgende Termine auf dem Plan: die Niederlande (am sechsten und achten Juni), Georgien (am zwölften Juni), Albanien (am elften Juli), Spanien (am 30. Juli) und Portugal (am siebten August).

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