Auf der Jury der Filmfestspiele von Venedig sitzen viele vertraute Gesichter. Die Auswahl ist nicht die glamouröseste, aber bunt und spannend.
Im April wurde bekannt gegeben, dass die US-Regisseurin, Schauspielerin, Drehbuchautorin und Produzentin Maggie Gyllenhaal Präsidentin der internationalen Wettbewerbsjury bei den 83. Internationalen Filmfestspielen von Venedig wird. Nun steht die zentrale Besetzung des Gremiums fest.
Zur Jury gehören der Hongkonger Regisseur Johnnie To, die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania, die afghanische Filmemacherin Shahrbanoo Sadat, der französische Regisseur und Drehbuchautor Xavier Giannoli, der britische Komponist Daniel Blumberg (der jüngst die Filmmusik für den Oscar-prämierten The Brutalist komponiert hat), sowie Francesco Casetti, Sterling Professor für Geisteswissenschaften und Filmstudien an der Yale University.
Es ist vielleicht nicht eines der glamourösesten Juryaufstellungen in Venedigs Geschichte, aber sicher eine ausgesprochen vielfältige.
In der Jury sitzen auch Gesichter, die in Venedig wohlbekannt sind. Vier Filme von To feierten ihre Premiere am Lido: Throw Down (2004), Exiled (2006), Mad Detective (2007) und Life Without Principle (2011). Giannoli war im vergangenen Jahrzehnt dreimal im Rennen um Venedigs Goldenen Löwen, mit Superstar (2012), Marguerite (2015) und Lost Illusions (2021). Ben Hania war im vergangenen Jahr mit The Voice of Hind Rajab in Venedig; die Premiere wurde mit mehr als 20 Minuten tosendem Applaus gefeiert, anschließend gewann der Film den Silbernen Löwen.
The Voice of Hind Rajab schaffte es in das Euronews-Culture-Ranking der besten Filme 2025. In unserer Kritik hieß es: „Wütend und von großer Dringlichkeit in Inhalt und Form, The Voice of Hind Rajab gewann in diesem Jahr zu Recht den Silbernen Löwen in Venedig. Trotz kleiner Fehlnoten im Umgang mit einzelnen Emotionen ist es ein Dokudrama, das nicht nur die Folgen einer völkermörderischen Kampagne zeigt, sondern als erschütterndes Klagelied auf ein unschuldiges Mädchen steht, dem sein Recht auf Leben genommen wurde.“
Gyllenhaal und die übrigen Jurymitglieder vergeben den Goldenen Löwen für den besten Film, den Großen Preis der Jury (Silberner Löwe), den Silbernen Löwen für die beste Regie, die Coppa Volpi für die beste Schauspielerin, die Coppa Volpi für den besten Schauspieler, den Spezialpreis der Jury, den Preis für das beste Drehbuch sowie den Marcello-Mastroianni-Preis für die beste Nachwuchsdarstellerin oder den besten Nachwuchsdarsteller.
Gyllenhaal ist die dritte Frau innerhalb der vergangenen fünf Jahre an der Spitze der Lido-Jury. Zuvor hatten Isabelle Huppert 2024, Julianne Moore 2022 und Cate Blanchett 2020 den Vorsitz.
In einer Erklärung nach Bekanntgabe ihrer Ernennung sagte sie: „Venedig hat schon immer wahrhaftige, eigenständige Stimmen unterstützt, und ich fühle mich geehrt, dazu beizutragen, diese mutige und notwendige Tradition fortzuführen. Ich werde nicht im Urteil verharren, sondern mit Neugier, Bewunderung und Begeisterung auf die Filme schauen.“
Die Internationalen Filmfestspiele von Venedig sind das älteste Filmfestival der Welt. Sie finden jedes Jahr statt und gehören zur Biennale di Venezia. Die 83. Ausgabe läuft vom zweiten bis zum zwölften September. Das Programm wird am 23. Juli bekannt gegeben.