Das Memoir erscheint zwei Wochen nach den Zwischenwahlen in den USA. Der Termin dürfte Debatten bei Demokraten anheizen, die über Bidens Bilanz und seine Bewerbung für eine zweite Amtszeit im Weißen Haus uneins sind.
Der frühere US-Präsident Joe Biden veröffentlicht im Herbst ein Erinnerungsbuch, wie der Verlag Little, Brown and Company der Nachrichtenagentur Associated Press mitteilte.
„‚Promise Me, America‘ erzählt von den Herausforderungen, vor denen wir als Nation standen. Es geht um die Entscheidungen, die ich getroffen habe und darum, warum ich sie getroffen habe“, sagte Biden in einer Videoansprache zur Bekanntgabe am Mittwoch.
„Vor allem aber geht es um meinen Glauben an das Versprechen Amerikas.“
Biden wird drei Tage nach Erscheinen des Buches 84 Jahre alt. Der Band soll Themen von der US-Wirtschaft bis zu seiner Entscheidung abdecken, den Wahlkampf für eine Wiederwahl zu beenden.
Das Memoir soll am 17. November erscheinen, nur wenige Tage nach den US-Zwischenwahlen.
Der Titel erinnert an ein Memoir aus dem Jahr 2017 mit dem Namen „Promise Me, Dad“, in dem Biden vor allem den Tod seines Sohnes Beau Biden beschreibt.
Zu Bidens bisherigen Büchern gehört auch „Promises to Keep“, ein Kampagnenbuch, das 2008 seine Bewerbung um das Präsidentenamt unterstützen sollte. Am Ende ging Barack Obama als Kandidat der Demokraten ins Rennen, Biden wurde sein Vizepräsidentschaftskandidat.
„Promise Me, America“ erscheint in einem Jahr, in dem die Verkäufe von Sachbüchern zurückgehen und nur wenige politische Titel breite Aufmerksamkeit finden. Zu den jüngsten Bestsellern zählen allerdings „Communion“ von Vizepräsident JD Vance und „Regime Change“, ein Insiderbericht über Trumps zweite Amtszeit von den New-York-Times-Reportern Maggie Haberman und Jonathan Swan.
Eine Sprecherin von Little, Brown and Company erklärte, Biden wolle für das Buch auf Tour gehen und Interviews geben. In seiner Videoansprache sagte Biden, viele Menschen hätten ihn gefragt, wie es ihm gehe.
„Ich verbringe sehr viel Zeit mit meiner Familie. Ich gehe mit einer Krebsdiagnose um, lasse mich behandeln und die Behandlung läuft sehr gut“, sagte er.
„Ich möchte allen danken, die für mich gebetet haben, mir Unterstützung und gute Wünsche geschickt haben. Das hat für mich und für Jill alles bedeutet.“
Mit wenigen Ausnahmen haben moderne Präsidenten seit Harry Truman in den fünfziger Jahren Bücher über ihre Zeit im Weißen Haus veröffentlicht.
Der Verlag machte keine Angaben zu den finanziellen Konditionen von „Promise Me, America“. Üblicherweise erhalten Präsidenten jedoch Verträge im mindestens siebenstelligen Bereich.