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John Galliano sagt Met-Gala-Schau nach Rassismusvorwürfen ab

ARCHIV: Der britische Modedesigner John Galliano nach der Präsentation der Dior-Haute-Couture-Kollektion Frühling/Sommer 2010 in Paris, 25. Januar 2010
ARCHIV: Der britische Modedesigner John Galliano nach der Präsentation der Dior-Haute-Couture-Kollektion Frühjahr/Sommer 2010 in Paris, 25. Januar 2010 Copyright  AP Photo/Jacques Brinon
Copyright AP Photo/Jacques Brinon
Von Tokunbo Salako mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Modedesigner John Galliano hat sich erneut entschuldigt und eine für 2027 geplante Retrospektive vor der jährlichen Met Gala abgesagt; Auslöser sind alte rassistische und antisemitische Äußerungen.

Der legendäre britische Modedesigner John Galliano und das Metropolitan Museum of Art in New York haben eine geplante Ausstellung abgesagt, die im kommenden Jahr den Auftakt der Met Gala bilden sollte.

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Die Schau sollte die wichtigsten Stationen der Karriere des wegweisenden Designers feiern. Doch kurz nach der Ankündigung im vergangenen Monat wurden die Pläne heftig kritisiert – wegen Gallianos antisemitischer und rassistischer Tirade, die ihn einst in der Modewelt ins Abseits gedrängt hatte.

Am Montag teilte das Museum mit, die Ausstellung „John Galliano: Horizons“ werde durch eine noch unbetitelte Schau ersetzt.

„Nach intensiven Gesprächen mit John Galliano haben wir gemeinsam entschieden, die Ausstellung nicht umzusetzen“, erklärte Museumsdirektor und CEO Max Hollein in einer Mitteilung.

Galliano veröffentlichte die Erklärung auch auf Instagram und schrieb dazu: „Nach viel Nachdenken und Gesprächen mit dem Met und allen Beteiligten bin ich schweren Herzens zu dem Schluss gekommen, dass es besser ist, die Ausstellung derzeit nicht stattfinden zu lassen.“

„Ich trage weiterhin die volle Verantwortung für den Schmerz, den meine Worte in der Vergangenheit verursacht haben, besonders für die Verletzungen, die ich jüdischen und asiatischen Gemeinschaften zugefügt habe, und es tut mir nach wie vor zutiefst leid.“

Öffentlicher Absturz

Gallianos kometenhafter Aufstieg endete in einem ebenso spektakulären Absturz. In den neunziger Jahren war er Gesprächsthema der Modeszene und wurde Chefdesigner des französischen Luxuslabels Givenchy, bekannt für seine innovativen und gewagten Entwürfe. Bereits nach zwei Jahren beförderte ihn LVMH an die Spitze von Dior, womit er seinen Status als Star der Luxusbranche und der Popkultur weiter festigte.

Kurz vor der Präsentation seiner Kollektion auf der Pariser Modewoche für Herbst/Winter 2011 tauchte jedoch ein Video auf, das ihn zeigt, wie er in einem Pariser Café ein Paar mit einer Reihe rassistischer und antisemitischer Beschimpfungen attackiert. In der Aufnahme sagt er unter anderem: „Ich liebe Hitler.“

Dior entließ ihn daraufhin, später verurteilte ein Gericht Galliano wegen öffentlicher Beleidigung aufgrund von Herkunft, Religion, „Rasse“ oder Ethnie – Äußerungen, die der Staatsanwalt als „erbärmlich und entsetzlich“ bezeichnete. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 6.000 €, Gallianos Hinweis auf seinen labilen seelischen Zustand nach dem Tod eines engen Freundes ließ es nicht gelten.

Schon 2013 begann jedoch seine Rehabilitierung. Die damalige Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour verschaffte ihm vor der New Yorker Modewoche im Herbst 2013 eine zeitlich begrenzte Mitarbeit im Atelier des dominikanischen Designers Oscar de la Renta. Die Zusammenarbeit stieß auf Lob, Kritikerinnen und Kritiker hoben Gallianos typische Theatralik in de la Rentas Prêt-à-porter-Kollektion hervor.

Heute ist Galliano 65 Jahre alt. Er hat sich vielfach für seinen Ausraster entschuldigt und erklärte, er habe unter Alkoholismus und Drogenabhängigkeit gelitten. Viele jüdische Gemeinschaftsvertreter halten seine Reue inzwischen für glaubwürdig.

Cutter • Emma De Ruiter

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