Die Grenzkontrollen auf dem Landweg von Bulgarien und Rumänien in den Rest des Schengenraums sollen ab Januar wegfallen. Dies dürfte den Lastwagenfahrern lange Wartezeiten ersparen.
Erleichterung unter den bulgarischen Lkw-Fahrer, die an der Grenze zu Griechenland in der Warteschlange stehen: Für sie fallen in Kürze an die Grenzkontrollen im Schengenraum weg. Denn die EU-Innenminister haben an diesem Donnerstag beschlossen, für Bulgarien unk Rumänien von Januar an auch die Grenzkontrollen auf dem Landweg aufzuheben.
"Wir haben lange auf diesen Moment gewartet", kommentiert Lkw-Fahrer Nazum Kasumov. "Das hätte schon vor langer Zeit passieren sollen. Wir stehen hier gewöhnlich zwei Tage lang in der Schlange." Und sein Kollege Nikolay Iliev frohlockt: "Ohne Grenzkontrollen spart uns das eine Mengen Nerven und Verzögerungen. Ich habe gerade erfahren, dass wir jetzt vollständig im Schengen-Raum angenommen werden, und das macht mich sehr glücklich!"
Bulgarien und Rumänien waren schon im März dieses Jahres nach jahrelangen Verhandlungen dem grenzkontrollfreien Schengenraum beigetreten, und damit waren die Grenzkontrollen für Reisende, Pendler und Berufsfahrer aus beiden Ländern auf dem See- und Luftweg abgeschafft worden. Die Kontrollen auf dem Landweg blieben jedoch, insbesondere aufgrund des Widerstands aus Österreich, aus Sorge vor illegaler Zuwanderung.
3.5 Millionen Menschen überqueren täglich die Schengen-Binnengrenzen
Der Schengenraum wurde 1985 geschaffen. Vor Bulgariens und Rumäniens Beitritt umfasste er neben 23 EU-Mitgliedsstaaten auch die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Rund 3,5 Millionen Menschen überqueren jeden Tag eine Binnengrenze im Schengenraum. Der grenzkontrollfreie Raum gehört mit zu den größten Errungenschaften im europäischen Projekt. Was einst als Verbund von fünf Kernländern der Europäischen Gemeinschaft - Deutschland, Frankreich und den Beneluxstaaten - begann, wurde nach und nach zum größten grenzkontrollfreien Reisegebiet der Welt.