Vladyslav Vlasiuk ist der ukrainische Beauftragte für Sanktionen. Im Gespräch mit Euronews sagt er, auch wenn die EU gerade neue Sanktionen gegen Russland verhängt hat, muss sie jetzt schon das neue Sanktionspaket schnüren.
Die EU muss schneller mehr Sanktionen gegen Russland verhängen, sagt der ukrainische Sanktionsexperte Vladyslav Vlasiuk.
Im Interview mit Euronews sprach Vlasiuk über die neuen EU-Sanktionen gegen die sogenannte russische "Schattenflotte". Das sind alte Öltanker, die Moskau nutzt, um Beschränkungen beim Öltransport zu umgehen.
"In diesem Moment sollten wir mit der Ausarbeitung des nächsten Sanktionspakets beginnen, und das sollte spätestens Ende Februar verabschiedet werden. Es sollte einige sinnvollere Maßnahmen enthalten, wie sektorale Sanktionen und einige andere", sagte Vlasiuk gegenüber Euronews. Er bedankt sich für die bisherigen EU-Sanktionen gegen Russland, sagt aber auch, sie seien noch nicht genug.
Vlasiuk sagt auch, dass Kyjiw zusätzliche Finanz- und Energiesanktionen erwartet:
"Wir versuchen jetzt, die Zusammenarbeit mit den Büros der Kommission und den verschiedenen Generaldirektionen in Bezug auf verschiedene Sanktionsströme auszubauen. Dazu gehören auch Finanzsanktionen. Das würde natürlich auch Energiesanktionen einschließen, insbesondere die LNG- und ROSATOM-Sanktionen."
USA muss die Sanktionen verschärfen
Die US-Regierung unter Präsident Joe Biden erwäge noch vor der Amtseinführung des designierten US-Präsidenten Donald Trump neue, schärfere Sanktionen gegen Russland, berichtete Bloomberg.
Vladyslav Vlasiuk denkt aber auch, dass Trump die Situation richtig einschätzt: "Der gewählte Präsident Trump hat klar gesagt, dass es die Öleinnahmen sind, die Putin helfen, seinen Krieg fortzusetzen. Ich denke also, dass das richtige Verständnis der Situation bereits sehr ausgeprägt ist. Und ich hoffe, dass wir unsere Zusammenarbeit mit der neuen US-Regierung bei den weiteren Sanktionsmaßnahmen gegen das terroristische Regime fortsetzen."
Die Öleinnahmen, die Russland unter anderem mithilfe der sogenannten Schattenflotte macht, sind eine der wichtigsten Einnahmequellen für Russland, um den Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen.
China und Indien sind derzeit die Hauptabnehmer von russischem Öl. Häufig wird das russische Öl in diesen Ländern raffiniert und unter anderen Bezeichnungen auf dem EU-Markt verkauft.