Die Todesopfer des dramatischen Brandes in der Silvesternacht kommen aus der Schweiz, aus Frankreich, Italien und anderen Staaten. Viele von ihnen waren Jugendliche.
Die Walliser Kantonspolizei hat am Sonntag die Identifizierung der Todesopfer des Brandes in der Silvesternacht im Nachtclub "Le Constellation" in Crans-Montana abgeschlossen. Unter den 40 Toten sind neun aus Frankreich und sechs aus Italien. Die Hälfte der Verstorbenen waren Jugendliche. Ein totes Mädchen aus der Schweiz war erst 14, zwei weitere waren 15 Jahre alt.
Zu den toten Italienern gehören der 16-jährige Giovanni Tamburi aus Bologna, der mit seinem Vater im Skiurlaub war, der gleichaltrige Mailänder Achille Barosi sowie der 17-jährige in Dubai lebende Emanuele Galeppini, der die doppelte italienische und emiratische Staatsbürgerschaft besitzt. Im Krankenhaus in Lausanne wurden entscheidende DNA-Tests durchgeführt, um die genetischen Daten der Verwandten mit denjenigen der geborgenen Überreste abzugleichen.
Es kamen zehn Schweizer (vier Frauen und sechs Männer), ein Rumäne, ein Franzose und ein Türke im Alter zwischen 14 und 39 Jahren ums Leben.
Die Behörden haben die Leichen inzwischen an ihre Familien übergeben.
Ermittlungen gegen Barbetreiber wegen Mordes, Körperverletzung und Brandstiftung
Parallel zur Trauer der Familien der 121 Verletzten hat die Justiz erste juristische Schritte unternommen: Die Walliser Staatsanwaltschaft hat gegen die Betreiber der Bar Ermittlungen wegen Mordes, Körperverletzung und Brandstiftung eingeleitet.
In Medieninterviews klagt das Ehepaar aus Korsika, das "La Constellation" betrieb, allerdings auch über die Schweizer Behörden.
Pyrotechnik - genauer gesagt: in Champagnerflaschen steckende Leuchtkerzen - werden als Auslöser des Brandes genannt, der sich als sogenanntes "flashover" sehr rasch ausbreitete und extrem hohe Temperaturen verursachte.
Als institutionelle Antwort auf die Katastrophe tritt die Gemeinde Crans-Montana als Zivilklägerin auf, nachdem sie dem Ermittlungsteam ihre Unterlagen über die Bar übergeben hat.
Schweigeminute am 9. Januar
Als Zeichen der nationalen Solidarität hat Präsident Guy Parmelin in Zusammenarbeit mit den Kirchen des Landes für Freitag, den 9. Januar, einen Trauertag ausgerufen. An diesem Tag werden um 14.00 Uhr in der ganzen Schweiz die Glocken läuten und eine Schweigeminute einlegen, um der Bevölkerung einen gemeinsamen Moment des Gedenkens an die Opfer zu ermöglichen.
Am Sonntag fand in Crans-Montana eine Messe für die Opfer des Brandes statt. Während der Feier wurde eine Kondolenzbotschaft von Papst Leo XIV. verlesen. "Der Papst schließt sich unserer Trauer mit bewegenden Worten an und möchte den Familien sein Mitgefühl und seine Anteilnahme ausdrücken und den Leidenden beistehen", sagte der Bischof von Sitten, Jean Marie Lovey.