Mindestens 40 Menschen sind tot und rund 80 schwerst Verletzte kämpfen um ihr Leben. Wie konnte das Feuer in der Bar im Schweizer Ski-Ort sich so schnell ausbreiten? Die Kantonsregierung vermutet einen "Flashover" mit Temperaturen bis zu 1200 Grad.
Wie konnte es zu dem verheerenden Brand in der Silvesternacht in der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana kommen? Die Ermittlungen laufen, noch gibt es keine gesicherten Ergebnisse.
In dem Feuer-Inferno kamen laut den Schweizer Behörden rund 40 Menschen ums Lebens und 115 wurden verletzt, viele erlitten schwerste Brandverletzungen. Anwohner berichten von Menschen, die schreiend versuchten dem Feuer in der Bar zu entkommen und immer wieder war auch die Rede von Explosionen. Der Brand habe eine Verpuffung ausgelöst, erklärte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer.
In einer Mitteilung des Kantons hieß es: "In der Silvesternacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar 2026 kam es in der Bar 'Le Constellation' in Crans-Montana infolge eines Brandes zu einem Flashover, der eine oder mehrere Explosionen zur Folge hatte und zahlreiche Tote und Verletzte forderte."
Was passiert bei einem "Flashover"?
Ein Flashover ist ein Phänomen, dass die Brandschutzverständige Sandra Barz in der ARD mit einer Feuerwalze verglich. Es beginnt mit einem kleinen Brandereignis, dann staut sich die Hitze unter der Decke. Alle brennbaren Materialien in dem Raum werden dann chemisch zersetzt und bildeten bestimmte Gase. "Und bei dem richtigen Mischungsverhältnis und bei einer immer höher werdenden Temperatur ist das eine Durchzündung, eine Feuerwalze, die komplett alles gleichzeitig in Brand nimmt, ohne dass es durch eine Flamme berührt wird," so Barz.
Bei so einem "Flashover" erfolgt innerhalb von nur kürzester Zeit ein Temperaturanstieg auf rund 1000 bis 2000 Grad. Gleichzeitig fällt der Sauerstoffgehalt auf unter vier Prozent. Menschen ohne Schutzkleidung können das nicht überleben.
Die Französinnen Albane und Emma schafften es aus der Bar zu fliehen. Sie sagten in einem Interview mit BFMTV, dass es Wunderkerzen in Champagnerflaschen gegeben habe. Diese seien hoch gehalten worden und die Decke habe angefangen zu brennen. Der Brandschutzexperte Ralf Abraham erklärte auf NTV, dass eine Wunderkerze allein nicht ausreichend für einen Flashover sei. Die niedrige Deckenhöhe könne eine Rolle bei dem Phänomen gespielt haben. Aber der Experte geht vor allem davon aus, dass etwas leicht entzündbares in dem Raum gewesen sei, vielleicht Papierdekorationen, "irgendetwas, das wie Zunder brannte," so Abraham. "Ein Flashover passiert nicht von einer Wunderkerze," betont er.
In den sozialen Medien kursieren Fotos von der Feier in der Bar in jener Nacht. Auf einem erkennt man erste Flammen an der Decke. Diese war offenbar mit sehr leicht entflammbarem Schaumstoff isoliert, der rasend schnell Feuer fängt.
Mindestens 40 Menschen sind tot, viele kämpfen um ihr Leben
Bei einer Pressekonferenz zu dem Drama in Crans-Montana am 1. Januar sprach der Schweizer Präsident Guy Parmelin von "einer der schlimmsten Tragödien in unserem Land." Von den insgesamt 115 Verletzten befinden sich laut den Schweizer Behörden mindestens 80 in kritischem Zustand.
In der Universitätsklinik Lausanne (CHUV) werden derzeit laut dem Chefarzt Wassim Rafoul rund 13 Erwachsene sowie 8 Minderjährige behandelt. Sie erlitten alle schwere Brandverletzungen, es seien mehr als 60 Prozent der Körperoberfläche verbrannt, erklärte Raffoul im Interview mit "RTS".