Die neue Strategie der Europäischen Kommission sieht neue Investitionen in die technologische Entwicklung zur Integration der Überwachungskapazitäten vor.
Die Europäische Union arbeitet an einer Strategie zur effizienteren Erkennung bösartiger Drohnen, die in den europäischen Luftraum eindringen. Als Reaktion auf mehrere Vorfälle, bei denen kritische Infrastrukturen betroffen waren, legte die Kommission jetzt einen Aktionsplan vor.
Ziel der Strategie ist es, verstärkt in Technologien zu investieren, die eine bessere Integration von Überwachungssystemen ermöglichen, sowie in verbesserte Erkennungssysteme, um bösartige Drohnen zuverlässig von legitimen zu unterscheiden.
In den vergangenen Monaten kam es unter anderem in Polen und Belgien zu Vorfällen, bei denen verdächtige Drohnen in den nationalen Luftraum eindrangen oder kritische Einrichtungen wie Atomanlagen und Flughäfen störten.
Im Aktionsplan schlägt die Europäische Kommission vor, die Mitgliedstaaten mit einer "koordinierten zivil-militärischen Industriekartierung zu unterstützen, um Investitionen anzuziehen und Innovation sowie Interoperabilität zu fördern". Zudem soll eine "verstärkte Testkapazität zur Drohnenabwehr" aufgebaut werden.
Die Kommission kündigte außerdem ein "neues EU-Exzellenzzentrum für Drohnenabwehr", die Entwicklung eines Zertifizierungssystems für entsprechende Systeme sowie die Einrichtung eines Industrieforums für Drohnen und Drohnenabwehr an. Ziel ist es, den Dialog mit industriellen Akteuren zu fördern und die Produktionskapazitäten zu erhöhen.
Darüber hinaus sind klarere Leitlinien für Betreiber sowie ein Pilotprojekt zur Verbesserung der Meeresüberwachung geplant, um Bedrohungen aus der Luft frühzeitig zu erkennen.
Eine weitere Priorität ist ein "einheitliches Luftbildanzeigesystem", in das sämtliche relevanten Daten einfließen sollen, um bösartige Drohnen eindeutig identifizieren zu können.
Zudem ruft die Kommission "interessierte Länder" dazu auf, ihre Kräfte bei der öffentlichen Beschaffung und beim Einsatz von Drohnenabwehrsystemen zu bündeln.
Stärkung der Ostflanke
Am 16. Oktober veröffentlichte die Europäische Kommission ihren Fahrplan für die Verteidigungsbereitschaft 2030. Demnach soll bis Ende 2027 ein voll funktionsfähiger "Drohnenwall" entstehen, der in eine umfassende Überwachung der EU-Ostflanke integriert ist.
Der Fahrplan sieht zudem die Schaffung eines Luftverteidigungsschildes sowie eines Weltraumverteidigungsschildes vor.
Der geplante EU-Drohnenschild soll als integriertes Verteidigungssystem von den baltischen Staaten bis zum Schwarzen Meer reichen. Er würde aus Sensoren und Abwehrsystemen bestehen, die verdächtige Drohnen erkennen, identifizieren, verfolgen und im Ernstfall neutralisieren können.
Mehrere Drohnenhersteller und EU-Regierungen warnen allerdings, dass die Zahl der Zwischenfälle bereits deutlich zunehme. Anfang November kündigte Polen an, innerhalb von drei Monaten eine funktionsfähige Drohnenabwehr entlang seiner Grenzen errichten zu wollen.
Im September 2025 startete die NATO die Operation "Eastern Sentry". Ziel der Mission ist es, die europäische Ostflanke durch verstärkte Patrouillen zu Land, zu Wasser und in der Luft zu sichern. Im November teilten NATO-Vertreter zudem mit, dass ein neues US-Drohnenabwehrsystem an der Ostflanke stationiert worden sei.
Die NATO-Verbündeten arbeiten dabei eng mit der EU zusammen, um Doppelstrukturen zu vermeiden und die Koordination zu verbessern.